3,1 min readPublished On: 9. September 2022By Tags: , , , Categories: Bücher, Wissen

Weißt Du, was ein Guillemet ist?

Die Guillotine hat einige königliche Leben gekostet.

Von einer Guillotine habe ich schon öfter gehört. Dieses fiese Gerät hat mit seiner messerscharfen, von oben herabfallenden Klinge, den ein oder anderen Menschen im wahrsten Sinne des Wortes den Kopf gekostet. Von einem Guillemet habe ich dagegen noch nie etwas gehört. Der Begriff ist mir zum ersten Mal bei

Tuhls: Microsoft Word im Homeoffice und mobil

begegnet und daher bezweifle ich, dass ein Guillemet tödlich sein kann. Unser Autor verrät uns, dass Microsoft Word in der Lage ist, Guillemets zu benutzen:

„Word fügt an der Schreibmarkenposition den Namen des Datenfeldes, eingeschlossen in >> Guillemets<<, ein. Das ist nicht nur ein in Guillemets eingeschlossenes Wort, sondern eine vereinfachte Darstellung einer Feldfunktion1 für Seriendruckfelder […].“ S. 158.

Die zitierten Sätze stammen aus einem Absatz, in dem uns der Autor erklärt, wie wir Serienbriefe mit Hilfe von Word erstellen. Er zeigt uns Schritt für Schritt, dass Word nicht nur in der Lage ist, selbstständig das aktuelle Datum in ein Dokument einzufügen, sondern mit Hilfe von Datenfeldern auch variable Daten, wie den Namen des Empfängers. Wie das genau funktioniert, erklärt dieses YouTube Video (Dank dessen ich gerade gelernt habe, dass Word auch E-Mails mit dieser Funktion erstellen kann) sehr schön.

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Alles was uns nun noch fehlt, um unseren Autor zu verstehen, ist die Information, was Guillemets sind. Lass uns doch einmal schauen, ob unser Lexikon uns an dieser Stelle weiterhelfen kann.

Was das Lexikon sagt

Zu meiner großen Überraschung hält unser Lexikon heute keinen passenden Eintrag bereit. Ich bin gespannt, ob das Internet uns zu erhellen vermag.

Was das Internet sagt

Unterschiedliche Länder nutzen unterschiedliche Anführungsstriche.

Das Typolexikon verrät uns, dass Guillemets französische Anführungszeichen sind. Ich habe mich schon immer gefragt, warum manche Autoren Worte in „Gänsefüßchen“ und andere Autoren Worte in >>spitze Klammern<< setzen. Jetzt weiß ich, dass diese Autoren keine spitzen Klammern, sondern französische Anführungszeichen benutzen.

Auch habe ich bei meiner kurzen Recherche gelernt, dass Guillemets nicht eingefügt werden, indem ich die >>Spitze Klammer<< auf meiner Tastatur bemühe, sondern dass ich  für die korrekten »Guillemets« die Symbol-Einfüge-Funktion von Word benötige.

Das Typolexikon verrät uns auch, dass die deutsche Schreibweise die französischen Anführungszeichen anders verwendet als die französische:

  • «französische» Guillemets
  • »deutsche« Guillemets

Die umgekehrten deutschen Guillemets werden auch als Möwchen bezeichnet. Ich vermute, das liegt daran, dass sie in der deutschen Version ein wenig so aussehen wie Flügel eines Vogels.

Fazit

An dieser Stelle gelobe ich Besserung. Dank der heutigen Recherche werde ich mich in Zukunft bemühen, echte Guillemets statt der spitzen Klammern in meinen Beiträgen zu benutzen, wenn ich Autoren zitiere, die Guillemets nutzen. Für meine eigenen Zitate werde ich auch in Zukunft auf Gänsefüßchen statt auf Möwchen setzen.

Warte mal. Erst beim Schreiben des letzten Absatzes ist mir aufgefallen, dass Gänsefüßchen und Möwchen Begriffe aus der Vogelwelt sind. Ist das ein Zufall? Was meinst Du? Und stehen diese Gänse und Möwen möglicherweise im Zusammenhang mit der Redewendung „geflügelte Wörter“? Mit diesen spannenden Fragen verabschiede ich mich heute und wünsche Dir einen fantastischen Start in den Tag.