Weißt Du, was eine Trouvaille ist?
Heute geht es mal wieder um einen Begriff, der mir noch nie zuvor begegnet ist. Dank des Autors

weiß ich, dass eine Schachfigur eine Trouvaille sein kann. In seinem Roman erzählt er sie Geschichte eines Fischers, der an einem erfolglosen Tag nur einen einzigen Fisch fing.
Da dieser zu klein für den Verkauf war, entschloss sich der Fischer, ihn selbst zu essen. Bei der Zubereitung des Tiers fand er eine Schachfigur im dessen Bauch, mit der er nichts anfangen konnte. Also entschloss er sich, diese zu verkaufen. Die Geschichte samt der Information, was er für die Figur erhalten hat, erzählt er eines schönen Tages in einem Pub:
„Er habe die Schachfigur einem Antiquitätenhändler in Inverness verkauft, der habe ihm dreißig Pfund dafür gegeben, das fände er für eine solche Trouvaille doch gar nicht schlecht!“
S. 343.
Ich bin mir sehr sicher, dass mein Wissen über unseren heutigen Begriff noch gigantische Lücken aufweist. Ich bin gespannt, ob unser Lexikon diese schließen kann.
Was das Lexikon sagt
Unser Lexikon kann die Wissenslücke schließen.
Trou|vail|le [tru’va:jƏ], die; -, -n [frz. trouvaille, zu: trouver = finden] (bildungsspr.): (von Kunstgegenständen, -werken, Sammelobjekten o. Ä.) glücklicher Fund, wertvolle Entdeckung.
Das Zeit Lexikon. Mit dem Besten aus der Zeit, Band 19, S. 2358.
Der Begriff leitet sich vom französischen Begriff für das deutsche Wort „finden“ ab und bezeichnet einen glücklichen Fund, wie die Schachfigur unseres Fischers.

Dank dieses Wissens bin ich nun neugierig und frage mich, was Beispiele für Trouvaillen sein könnten, die bekannter sind als die Schachfigur unseres Fischers.
Was das Internet sagt
Zu meiner großen Freude gibt es auf der Webseite des historischen Museums der Stadt Baden eine Trouvaillen-Sammlung, die immer wieder aktualisiert wird. Auf der Seite sind aktuell unter anderem eine geschnitzte Kuchenform und ein Buch mit Vorlagen für einen Ofenmaler zu sehen. Jedes Stück wird im Detail erklärt. Witzig finde ich, dass hier auch zwei Hotelzimmerschlüsselanhänger gezeigt werden, die in meinen Augen Alltagsgegenstände sind. Ich brauchte die Erklärung auf der Seite, um zu verstehen, dass solche Anhänger immer mehr aus dem Alltag verschwinden, weil Hotels elektronische Kartenöffner verwenden und auf Schlüssel für ihre Gäste verzichten.
Auf der Webseite litar gibt es einen eigenen Menüpunkt namens Trouvaille. Hier werden Plakate gezeigt, die zeitweise im Stadtbild zu finden waren und zum Beispiel Ausstellungen beworben haben.
Fazit
Wir wissen nun, was Trouvaillen sind. Bei meiner Recherche im Internet ist mir aufgefallen, dass der Begriff gern auf Webseiten aus der Schweiz verwendet wird. Das ergibt für mich aufgrund der Dreisprachigkeit des Landes (deutsch, italienisch, französisch) durchaus Sinn.
An dieser Stelle bin ich neugierig: Hast Du schon einmal eine Trouvaille entdeckt? Wenn ja: Was hast Du mit ihr angestellt?
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Das Buch, das diesen Beitrag inspiriert hat, habe ich als Rezensionsexemplar vom Verlag erhalten. Das bedeutet, ich habe das Buch kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen, um darüber zu schreiben.
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