Kann ein Landwirt in Gummistiefeln beim Marathon mit Top-Athleten mithalten?

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Das hier ist mein absolutes Highlight aus dem Buch

Hermann Scherer: Glückskinder. Warum manche lebenslang Chancen suchen und andere sie täglich nutzen

denn dieser Geschichte bin ich noch nie begegnet. Es ist 1983. Wir befinden uns in Australien. 150 junge Athleten sind angetreten, um den Ultra-Marathon zu gewinnen. Die Challenge: 875 Kilometer von Sydney nach Melbourne.

Ein Athlet sticht ins Auge

Ein Schaf?

Ein 61 Jahre alter Mann in Overall und Gummistiefeln. Sein Name? Cliff Young. Sein Beruf? Schäfer mit 2000 Schafen und 2000 Morgen Land. Die Reaktionen des Publikums auf sein Erscheinen beim Ultra-Marathon? Reichen von ungläubig über belustigt bis hin zu Spott.

Doch was macht der Mann hier?

Cliff ist angetreten seine Chance zu nutzen in die Geschichte einzugehen.

Bei jedem Wetter.

Wie? Erinnerst Du Dich daran, dass Cliff 2000 Morgen Land hat? Das ist viel Land, Cliff braucht bis zu 3Tage die Tiere zusammenzutreiben. Und er macht das bei Wind und Wetter. „Das so etwas nicht geht, hat ihm einfach keiner gesagt.“ So entwickelte er gezwungenen Maßen über die Jahre einen eigenen Laufstil. Einen Laufstil, der als Cliff-Young-Shuffle in die Geschichte eingehen wird.

Klar hängen ihn die anderen Athleten auf den ersten Kilometern eiskalt ab. Cliffs Stunde kommt, als die anderen Athleten schlafen. Denn er schläft nicht. Er läuft weiter und das jede Nacht. Und er, der Schäfer in Gummistiefeln mit dem witzigen Laufstil gewinnt das Rennen. Er gewinnt 10.000 Dollar und wird zur Legende.