Was muss passieren damit Dinge viral gehen?

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Das Buch

Malcolm Gladwell: The Tipping Point

Hush Puppies

geht der Frage nach, welche Faktoren zusammenkommen müssen, damit Dinge viral gehen. Also z.B. welche Faktoren dafür verantwortlich sind, dass die Marke Hush Puppies ein Come Back erlebte, obwohl der Hersteller schon darüber nachdachte die Marke wegen Erfolglosigkeit vom Markt zu nehmen.

Malcolm beantwortet die Frage an großartigen anschaulichen Beispielen. Dies hier wiederzugeben, sprengt allerdings den Rahmen.

Was ich unbedingt mit Dir teilen möchte sind meine drei wichtigsten Learnings:

  1. Die 150 Regel
  2. Mavens
  3. Die zerbrochene Fenster Regel

Die 150 Regel

Gruppen mit bis zu 150 Menschen arbeiten sehr gut miteinander. Gruppen mit mehr als 150 Menschen arbeiten nicht mehr gut miteinander.

150 Personen sind die perfekte Größe.

Der Grund: Bei weniger als 150 Menschen kennen sich die Menschen. Sie wissen welche Stärken und Schwächen Peter hat. Sie wissen, dass Susi immer was Süßes in der Schublade hat. Sie wissen, dass Sie bei Paul immer auf ein offenes Ohr treffen.

Bei Gruppen mit mehr als 150 Menschen geht dieses für die interne Kommunikation wichtige Wissen verloren.

Mavens

Mavens (ein jiddisches Wort) bedeutet Jemand, der Wissen sammelt. Besonders spannend fand ich den Preis Maven, der die Wirtschaft in Ordnung hält.

Hier bekomme ich mehr für weniger.

Kennst Du diese Menschen, die immer wissen was Dinge kosten und wo man sie am besten kauft. Menschen, die ein paar Cent bei der Milch sparen können und dafür 30 Kilometer weit fahren. (Ein absurdes Verhalten, denn die Spritkosten übersteigen das Einsparpotential.)

Dank diesem Buch kann ich diese Menschen jetzt mit anderen Augen sehen. Diese Menschen sorgen dafür, dass Händler keinen sinnlosen Aktionen fahren. Also behaupten dieser Preis sei günstiger als er es letzte Woche war. Denn einem Maven fällt das auf. Und ein Maven ist sozial. Er wird all seinen Freunden von diesem Trick erzählen, um sie vor diesem Fehlverhalten des Händlers zu schützen.

Die zerbrochene Fenster Regel

Es gibt kleine Dinge, die einen riesigen Unterschied machen. Vor langer Zeit war New York eine Gewalt Metropole. Jährlich wurden unzählige Menschen ermordet.

Keine Takes auf den Zügen.

Jahrelang bekam keiner die Gewalt in den Griff. Doch dann, fast plötzlich begann die Gewalt zurück zu gehen. Eine Ursache für den Rückgang war die zerbrochene Fenster Regel. Diese besagt, dass wenn ein Fenster zu Bruch geht und dieses nicht ersetzt wird, nehmen Menschen dies wahr. Je öfter sie an diesem Fenster vorbeikommen, desto normaler ist dies für sie. Damit steigt aber auch die Gefahr, dass sie selbst weniger für ihre Umgebung sorgen. Denn was soll ich den Müll aufheben, wenn selbst zerbrochene Fenster keinen stören. Das macht wohl den Kohl auch nicht fett.

In New York waren es nicht Fenster, die diesen Zerfall symbolisierten, sondern beschmierte U-Bahn Waggons. Die Stadt begann aktiv gegen die Beschmierungen vorzugehen. Am Ende war das Ergebnis verblüffend. Die Gewalt in den Zügen nahm drastisch ab.

Nach dem Lesen geistern mir einige spannende Fragen im Kopf herum. Hier die drei die mir am präsentesten sind:

  1. Ist es sinnvoll, dass der Bundestag mehr als 150 Abgeordnete hat?
  2. Sollten Schulen weniger als 150 Menschen haben, damit die sozialen Beziehungen untereinander stärker sind und somit das gemeinsame Lernen gefördert wird?
  3. Sind Unternehmen mit weniger als 150 Mitarbeitern die besseren und effizienteren Unternehmen?