Kennst Du schon diese 4 Schritte & 2 Geheimtipps, die Dir als Zuhörer mehr Freude an Online-Vorträgen bereiten können?

Hey, lass uns einen Online-Vortrag halten.

Wann hast Du das letzte Mal an einem Online-Vortrag teilgenommen? War er spanend? Konntest Du etwas daraus mitnehmen? Ist es dem Vortragenden gelungen, Deine Aufmerksamkeit zu fesseln? Oder hast Du nicht viel mitbekommen, weil Du Dich gelangweilt hast und dedhalb

  • Deine E-Mails gecheckt hast,
  • einen wachhaltenden Kaffee zubereitet und getrunken hast,
  • darüber nachgegrübelt hast, wann Du demjenigen zurückrufst, der Dich während des Vortrages angerufen hat,
  • ein Paket angenommen oder
  • eine News-Seite durchgescrollt hast.

Wenn Dir diese Liste der Ablenkung bekannt vorkommt, bist Du laut der Autorin

Hilge Kohler: Auf die virtuelle Bühne! Online-Vorträge professionell vorbereiten und gekonnt in Szene setzen

in guter Gesellschaft. Hilge unterstützt seit vielen Jahren Redner und Online-Vortragende dabei, auf der Bühne eine großartige Performance abzuliefern. Sie weiß daher um all die Ablenkungen, die Zuhörer von Online-Vorträgen daran hindert, aufmerksam zuzuhören. Die Aufzählung der Ablenkungen in der Liste stammt aus ihrem Buch, in dem sie  anhand des frei erfundenen Charakters namens Jan schildert, wie ein Online-Vortrag für einen Zuhörer ablaufen kann (S. 36f.). Das Fazit aus ihrer kleinen Geschichte ist das Folgende:

„Die Aufmerksamkeit zu wecken und durchgehend zu halten, ist unsere größte Aufgabe als Vortragende. Die Voraussetzung dafür ist, dass wir uns um die Aufmerksamkeit unseres Publikums bemühen, und zwar durchgehend.“

S. 39f.

Hilge bietet Einzelcoachings an, Team-Workshops und Seminare für Redner und Online-Vorträge, wenn sie nicht gerade mit dem Schreiben eines Buches beschäftigt ist. Aus ihrer Perspektive ist die Empfehlung also absolut korrekt.

Ja, auch Du als Zuhörer kannst Vorträge positiv beeinflussen.

Auch ich wünsche mir gut vorbereitete Vortragende, die alles daran setzten, ihre Vorträge so spannend wie möglich zu gestalten. Doch damit begnüge ich mich nicht. Ich sehe auch uns als Zuhörer in der Verantwortung. Aus diesem Grund möchte ich heute ein paar Dinge aufzeigen, die wir als Zuhörende tun können, um aus einem Vortrag so viel wie möglich mitnehmen zu können.

Schritt 1: Erkenne Fear of Missing Out

Fear of Missing Out (Fomo) ist die Angst, etwas zu verpassen. Die Angst etwas zu verpassen kann durch unterschiedliche Dinge ausgelöst werden. Mir sind einige Menschen begegnet, bei denen Instagram für das Gefühl sorgt, dass sie etwas im Leben verpassen, weil sie da lauter Menschen folgen, die von ihrem großartigen Leben berichten. Immer wenn mir jemand erzählt, dass er dank irgendeines Influencers das Gefühl hat, dass sein leben langweilig und öde ist, und er auch gern durch die Welt reisen würde, erzähle ich die folgende wahre Geschichte:

Ich kann das Gefühl etwas zu verpassen gut nachvollziehen. Auch ich würde gern mehr Zeit damit verbringen, die Welt zu entdecken. Doch ich würde niemals mit einem solchen Influencer tauschen wollen, denn das, was die da machen, ist nicht selten ein echt harter Job. Wenn ich in einem fernen Land Urlaub mache, genieße ich es, am Strand liegend ein schönes Buch im Schatten zu lesen. Dabei erlebe ich solche Influencer ab und an in Aktion. Die kommen an den Strand, werfen sich in Pose. Ihr Fotograf gibt ihnen Anweisungen. Sie posen. Und dampfen nach 5 bis 10 Minuten wieder ab, um das nächste schicke Fotomotiv aufzusuchen. Diese Mädels machen einen harten Job an den Orten, an denen ich die Seele baumeln lasse, Land, Kultur und Essen genieße und einen wunderschönen Urlaub erlebe.

Wenn wir uns laufend damit beschäftigen, das Leben der anderen zu bewundern, haben wir eine gute Chance, dass uns die Angst etwas zu verpassen ergreift. Dank dieser Angst fokussieren wir uns plötzlich auf all die Dinge, die wir nicht haben und all die Dinge, die wir verpassen und können daher nicht das genießen, was wir haben.

Dich zu durchkämmen macht mich glücklich.

Die Angst etwas zu verpassen, ist nicht leicht in den Griff zu bekommen. Ich schütze mich vor dieser Angst, indem ich keinen Influencern folge, die mir nur ihr großartiges Leben präsentieren wollen. Damit verhindere ich die Gefahr, dass ich mir deshalb vorstelle, wie mein Leben wäre, wenn ich wirklich all das machen würde, was ich mir in meinen kühnsten Träumen wünsche. Diese Vorstellung hilft mir zu erkennen, dass dieses Leben sehr stressig ist. Stress ist nichts, was mich glücklich macht. Stattdessen frage ich mich, was ich wirklich will. Aktuell will ich

  • Lernen und mich weiterentwickeln. Daher lese ich Bücher und schreibe diesen Blog.
  • Meine Miete zahlen und immer etwas zu Essen auf dem Tisch habe. Daher arbeite ich hauptberuflich als Projektmanager.
  • Genießen was ich jeden Tag tue. Daher habe ich mir einen Job gesucht, bei dem mich die Herausforderung reizt und bei dem ich das Team mag, statt mich auf den Job zu stürzen, der das beste Ergebnis für mein Bankkonto bietet.
  • Zeit für die Menschen haben, die mir wichtig sind. Daher gibt es feste Zeiten in meinem Kalender, in denen ich an Online-Veranstaltungen teilnehme und Zeiten, an denen ich es nicht tue. Meine Zeiten für Online-Vorträge sind Montag bis Freitag 16 bis 19 Uhr und Samstag 10 bis 18 Uhr.

Das Ignorieren von Influencern und der Fokus auf diese vier Dinge sind mein Mittel gegen die Angst, etwas zu verpassen. Ich weiß nicht, ob dies das ultimative Geheimrezept gegen die Angst ist, etwas zu verpassen, oder ob diese zwei Dinge nur bei mir funktionieren, doch ich glaube, dass diese Angst verhindert, dass wir Online-Vorträge genießen können. Wenn wir einen Online-Vortrag mit voller Aufmerksamkeit erleben wollen, müssen wir uns von dieser Angst befreien.

Schritt 2: Wähle das richtige Medium

Schau Dir an, welches Medium am Besten zu Dir und Deinen Bedürfnissen passt.

Das Internet ist voller spannender Informationen. Es gibt Blog-Beiträge wie diesen, YouTube Videos, Podcasts, Online-Vorträge und vieles mehr. Jedes Medium hat Vor- und Nachteile. Uns diese Vor- und Nachteile bewusst zu machen, hilft uns dabei, das richtige Medium für das Aufnehmen einer bestimmten Information für uns zu finden.

Mögliche Vorteile von Online-Vorträgen

  • Ich kann mit den Teilnehmern via Chat interagieren.
  • Ich kann mich mit Teilnehmern via Social Media vernetzen.
  • Ich kann mit dem Vortragenden interagieren.
  • Ich kann gezielt Fragen stellen.
  • Ich kann an Umfragen teilnehmen.
  • Ich werde von anderen wahrgenommen.

Mögliche Nachteile von Online-Vorträgen

  • Ich muss zu einem bestimmten Zeitpunkt vor dem Computer sein.
  • Ich kann einen Online-Vortrag nicht zurückspulen.

Die Vorteile eines Online-Vortrages liegen in der Interaktion. Wenn Dir Interaktion nicht wichtig ist, sondern Du nur eine ganz bestimmte Information suchst, ist ein Online-Vortrag nicht das ideale Medium. Wenn Du dagegen an einem Austausch zu einem bestimmten Thema interessiert bist, oder Deine Sichtbarkeit als Experte in einem bestimmten Bereich erhöhen möchtest, sind Online-Vorträge das ideale Medium.

Schritt 3: Nimm Dir bewusst ausreichend Zeit

Wenn Du für Dich festgestellt hast, dass ein Online-Vortrag einen echten Mehrwert für Dich bietet, solltest Du Dir bewusst Zeit für diesen nehmen. Sei 15 Minuten vor dem Vortrag am PC, mache Dir Notizen zu den Fragen, die Dir unter den Nägeln brennen und sammle Informationen über die Veranstaltung. Plane nach dem Vortrag 30 Minuten ein. Diese Zeit brauchst Du vielleicht für spannende Anschlussdiskussionen, oder um Dich mit all den Menschen zu vernetzen, die Du auf der Veranstaltung kennengelernt hast.

Schritt 4: Eliminiere Ablenkungen

Ablenkungen ziehen unsere Aufmerksamkeit magisch an und unser PC steckt oft voller Ablenkungen, wie zum Beispiel dem kleinen Pling-Geräusch, dass eine neue E-Mail macht. Wenn wir uns für einen Online-Vortrag entscheiden, und diesem unsere volle Aufmerksamkeit schenken wollen, weil uns bewusst ist, dass wir nicht zurückspulen können, müssen wir diese Ablenkungen in den Griff bekommen. Zum Glück ist das ganz einfach

  • Stelle vor einem Vortrag die Haustürklingel ab (und denke danach daran, sie wieder einzuschalten).
  • Aktiviere die Fokuszeit auf Deinem PC für die Dauer des Vortrages (auf Windows 11 versteckt sich die Funktion unten rechts auf dem Bildschirm, wenn Du auf die Uhrzeit klickst).
  • Stelle Dein Smartphone auf stumm (und denke danach daran, es wieder laut zu schalten).
  • Stelle etwas zu trinken an Deinen PC.
  • Schließe alle Programme, die Du nicht für den Vortrag brauchst.
  • Schließe alle Tabs Deines Browsers, die Du nicht für den Vortrag brauchst.

Geheimtipp 1: Mach die Kamera an

Dass wir in einem Offline-Vortrag aufmerksamer sind, liegt auch daran, dass alle anderen uns sehen und hören können. Wenn wir hier mitten im Vortrag plötzlich ein Telefonat beginnen würden, hätten wir sofort viele böse Blicke im Nacken. In einem Offline-Vortrag trägt diese soziale Kontrolle massiv dazu bei, dass wir uns bemühen, interessiert zuzuhören. Auf dieses hilfreiche Werkzeug brauchen wir auch online nicht zu verzichten. Alles, was wir dafür brauchen, ist die Kamera in unserem Laptop. Aus diesem Grund mache ich die Kamera an meinem PC bei Online-Vorträgen gern an, wenn es der Gastgeber zulässt. Da ich extrovertiert bin, habe ich auch keinen Schmerz damit, wenn ich die einzige Person mit eingeschalteter Kamera im Raum bin. Tatsächlich freut mich das sogar, denn dadurch werde ich mit Sicherheit viel mehr im Gedächtnis aller Teilnehmer sein, als alle anderen. Gerade wenn ich mich mit Hilfe des Vortrags vernetzen will, ist das ein genialer Vorteil, den ich im Publikum eines Online-Vortrages nicht hätte.

Eine Kamera hilft im Idealfall Dir und dem Vortragenden.

So wie wir vor dem Besuch eines Offline-Vortrages noch schnell in den Spiegel schauen, bevor wir das Haus verlassen, sollten wir auch einen Blick auf uns und unseren Hintergrund werfen, bevor wir die Kamera aktivieren. Ich habe den Schreibtisch in meinem Büro so platziert, dass hinter mir ein Bücherregal zu sehen ist. Und ich sorge dafür, dass der sichtbare Teil des Regals immer ordentlich ist.

Zudem kannst Du mit einer eingeschalteten Kamera Einfluss auf die Qualität des Vortrages nehmen. Mit Deinem Lächeln und Deinen Kopfbewegungen kannst Du dafür sorgen, dass der Vortragende ein direktes Feedback zu seinem Vortrag bekommt. Manchmal kann dies der Motivationsschub sein, den er braucht, um die Bühne zu rocken.

Geheimtipp 2: Erstelle eine Sketchnote vom Vortrag

Dies ist meine Wunderwaffe bei langweiligen Vortragenden. Eine Sketchnote zu erstellen, braucht meine volle Aufmerksamkeit. Ich muss aus den Informationen, die der Vortragende liefert, jene extrahieren, die für mich wichtig sind und diese notieren. Wenn der Vortragende gerade keine Informationen liefert, die für mich wichtig sind, kann ich mich um die Visulisierung meiner Sketchnote kümmern.

Wenn ich während eines Vortrages eine Sketchnote erstelle entgehen mir sicherlich einige Informationen. Da ich ein schwaches Gedächtnis habe, merke ich mir dank meiner Sketchnote mehr, als wenn ich nichts notiere. Zudem ist die Sketchnote am Ende des Vortrages meiner Erfahrung nach ein genialer Aufhänger für das Netzwerken. Ich kann mich mit anderen darüber austauschen und sie zum Beispiel fragen, was aus ihrer Sicht die wichtigsten Elemente des Vortrages waren. Da eine Sketchnote zeigt, dass ich einem Vortragenden meine volle Aufmerksamkeit geschenkt habe, wird dieser sich wahrscheinlich sehr darüber freuen, wenn ich sie ihm im Anschluss an den Vortrag zur Verfügung stelle. Zudem kann ich auf diesem Weg auch sehr einfach mögliche Lücken auf der Sketchnote füllen und Korrekturen vom Vortragenden bekommen, wenn ich sehr höflich und zurückhaltend danach frage.

Fazit

Die Zeiten, in denen wir Anderen die Schuld an unserem Verhalten zuschieben konnten, sind in meiner Wahrnehmung nach vorbei. Ja, ein genialer Vortragender kann uns fesseln. Doch wenn uns ein Thema wirklich interessiert können wir einem schlechten Redner nicht die Schuld daran geben, dass wir wertvolle Netzwerkchancen verpasst haben. Wir haben die volle Kontrolle darüber, ob uns ein Vortrag einen Mehrwert bietet oder nicht. Selbst der schlechteste Redner der Welt kann uns weiterbringen, denn er führt uns vor Augen, was wir alles nicht tun sollten, wenn wir einmal auf der Bühne stehen. Wir können also selbst von diesem eine Menge lernen.

Buchcover zum Beitrag

Ein Männchen mit vier Armen wirbelt 8 Bücher durch die Luft.

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Datum & Autor

5. Februar 2024
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