5.6 min readPublished On: 4. Oktober 2021By Categories: Experteninterviews, Wissen

Lernen 4.0 – Was issn das?

Erinnerst Du Dich an Deine Schulzeit?

Kannst Du Dich noch an Deine Schulzeit erinnern? Wie waren Deine Lehrer? Waren Sie großartig? Wahrscheinlich ging es Dir so wie mir: Eine Handvoll Lehrer waren der Kracher. Bei denen hat Lernen echt Spaß gemacht.

Ich erinnere mich noch an den Tag, als meine Biolehrerin Rinderherzen zum Sezieren mitbrachte. In dieser Stunde habe ich richtig was gelernt. Und dann gibt es da eine Menge Unterrichts-Stunden, an die ich mich nicht erinnern kann. Stunden in denen ein Lehrer an der Tafel stand und erzählte.

Barbara Hilgert hat 3 Kinder und sie möchte, dass ihre Kinder die besten Lehrer bekommen, die die Welt zu bieten hat. Doch statt ihre Kinder auf eine Privatschule zu schicken, hat Barbara sich mit Hilfe von

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entschlossen normale Lehrer dabei zu unterstützen besser zu werden.

Lehrer sind Menschen

Mir liegt die Zukunft der Kinder am Herzen.

Lehrer sind Menschen wie Du und ich. Kein Lehrer gleicht dem anderen. Jeder Lehrer hat seine eigene Geschichte, warum er Lehrer wurde. Der eine wollte einen sicheren Job und verbeamtet werden. Der andere war immer ein guter Schüler und liebte das Lernen. Wieder andere Lehrer mögen Kinder und ihnen liegt die Zukunft der neuen Generation am Herzen.

Lehrer sein war noch nie so schwer

Lange Zeit war Lehrer ein einfacher und sicherer Job. Man machte sein Studium, lernte viel über sein zukünftiges Fach und wie der Mensch lernt und begann dann als Lehrer an Overheadprojektor und Tafel den eigenen Schülern lebenswichtiges Wissen zu vermitteln.

Doch dann kam das Internet

Jahrhunderte lang war das Wissen unserer Welt in Büchern und den Köpfen der Menschen gespeichert. Wenn Du etwas wissen wolltest, musstest Du jemanden fragen, ein Buch kaufen oder eine Bibliothek besuchen. Als Schüler war es also wichtig die Basis Dinge wie Lesen, Schreiben, Rechnen und Co. zu lernen.

Lass mich das schnell ausrechnen.

Keine Frage, auch heute ist dieses Wissen noch wichtig. Doch heute gibt es auch Abkürzungen. Wer nicht rechnen kann, hat jederzeit sein Smartphone und eine Taschenrechner-App dabei. Wer nicht schreiben kann, nutzt die Diktierfunktion des Handys, wer nicht lesen kann, nutzt einen digitalen Assistenten wie Siri, der Texte vorliest.

Was sollten Kinder lernen und wie sollten Kinder lernen

Das sind die zwei Fragen, die Barbara beschäftigen. Und daher hat sie sich auf die Suche nach Antworten gemacht. Auch wenn sie noch immer nach Antworten sucht, ist eins für sie ganz klar:

„Der Frontalunterricht und der Nürnberger Trichter (Der Lehrer trichtert den Schülern das für sie bestimmte Wissen ein.) sind tot und sollten nach langem Dienst endlich beerdigt werden. Heute sollte Unterricht nicht mehr von oben nach unten stattfinden, sondern auf Augenhöhe. Jeder Schüler ist individuell. Jeder Schüler hat einzigartige Kompetenzen und Dank digitaler Medien ist es heute möglich jeden Schüler individuell zu betreuen.“

Die Auswahl digitaler Medien ist schier unendlich. So ist Google schon lange nicht mehr die einzige Informationsquelle für Schüler. Ohne groß darüber nachzudenken suchen die Schüler von heute auf ihrem Lieblingskanal nach den Antworten die sie beschäftigen und so ist auch YoutTube inzwischen eine wahre Wissensfundgrube, die den Schülern wertvolles Wissen liefert.

Wenn Schüler den Unterricht mitgestalten

Ich bin der Roboter eines Schülers und er erklärt Euch jetzt was ich kann.

Für die Schüler ist der Umgang mit dem Internet das Normalste auf der Welt. Diese Welt in die eigene Schule zu integrieren kann zu einer echten Herausforderung werden. Zum Glück gibt es auch hier inzwischen Lösungen. Ein erster Schritt kann es sein BYOD (Bring Your Own Device – Bring Deine eigene Technik mit) in der eignen Schule zu etablieren. Ein gutes Beispiel für BYOD in der Schule ist laut Barbara die Merge-Cube-App

 „So kann man beispielsweise mit der Merge-Cube-App aus einem einfachen Pappwürfel eine Box für unendliche viele verschiedene Wissensgebiete generieren, die die Kids sich in 3D von allen Seiten betrachten können. Gilt BYOD (Bring Your Own Device), kann jede*r Lehrer*in mit Hilfe von qrcode-monkey.com virtuelle Realität in ein analoges Arbeitsblatt integrieren und so die Informationen auf dem Blatt nicht nur intensiv anreichern, sondern auch eine Tür öffnen, die die Neugier der Schüler*innen entfacht. Jede*r von uns kennt das von sich selbst bei der Suche im Netz. Man klickt sich oftmals immer weiter und dringt damit immer tiefer in ein Themengebiet ein.“

Während meine Biolehrerin noch Rinderherzen in die Schule schleppte und diese danach an ihren Hund verfütterte, können Lehrer heute ganz andere Möglichkeiten nutzen. So hat Barbara letztens ein Physiklehrer getroffen, der völlig begeistert von seinem Virtual Reality Erlebnis erzählte.

„Da unterrichte ich seit Jahrzehnten Astronomie und erzähle meinen Schülern von Erde Mond und Mars und plötzlich setze ich ein kleines Teil auf den Kopf und bin mitten im All. Das ist etwas ganz anderes als von Planeten erzählen.“

Diese kleine Geschichte zeigt anschaulich was Barbara meint, wenn sie sagt: „alles ist auch anders möglich“.

Schule trifft auf die Arbeitswelt von morgen

Eine Tafel wird zum Kanban Board.

Barbara findet, Schule muss nicht so sein wie sie ist, weil sie schon immer so war. Für Barbara ist es Zeit für Lernen 4.0. Und so trifft Barbara Lehrer und zeigt ihnen Schule 4.0. So plant sie beispielsweise eine Unterrichtseinheit mit Hilfe agiler Projektmanagement-Methoden, spricht über selbstorganisierte Teamarbeit, wertschätzende Kommunikation und Feedback ebenso wie über Ermöglichungs-Didaktik und Methoden in Richtung blended und E-Learning. Auf der anderen Seite wird in den Veranstaltungen aber auch diskutiert, was Lernen und Schule 4.0 überhaupt bedeutet, was die Chancen und Herausforderungen der digitalen Transformation sind und was – um Himmels willen – das alles eigentlich mit Schule und der Berufung des Lehrenden zu tun hat.

Dank dem Treffen mit Barbara habe ich viel gelernt. Liebe Lehrer, liebe Politiker, schiebt den Nürnberger Trichter endlich aufs Abstellgleis und kümmert Euch um Lernen 4.0. Menschen wie Barbara sind da und helfen Euch die richtigen Fragen zu stellen. Nicht die Frage nach der Schulform führt zum Ziel, sondern die Frage wie wir erreichen, dass jeder Schüler das Maximum mitnimmt und lebenslang Spaß am Lernen hat. Denn eins steht fest: Wer nicht lebenslang lernt wird es schwer haben in einer Welt in der sich das Wissen so schnell weiterentwickelt wie heute.