3,3 min readPublished On: 24. Februar 2021By Tags: , Categories: Bücher, Wissen

Steigert Zufriedenheit die Lebenserwartung?

Könntest DU vor Fröhlichkeit tanzen?

Wie zufrieden bist Du mit Deinem Leben insgesamt? Bist Du sehr fröhlich und kannst allem was passiert etwas Positives abgewinnen, oder bist Du sehr unfröhlich und wartest immer auf die nächste Katastrophe? Am besten schreibst Du einmal kurz auf, in welche der vielen folgenden Gruppen Du Dich einordnen würdest:

  1. sehr fröhlich,
  2. fröhlich,
  3. unfröhlich,
  4. sehr unfröhlich.

Fertig? Gut, dann ist es jetzt an der Zeit, uns eine Studie anzusehen, die laut

Martin E.P. Seligman: Der Glücks-Faktor. Warum Optimisten länger leben

eine der bedeutsamsten Studien über Glück und Langlebigkeit ist, die jemals gemacht worden sind. Laut dieser Studie beeinflusst das eigene Glück die Lebenserwartung eines Menschen. Doch bevor wir uns diesen Zusammenhang im Detail anschauen, schauen wir uns erst einmal an, wie dieser Zusammenhang überhaupt ermittelt werden konnte.

Versuchskaninchen für Glück und Langlebigkeit

Das alt werden ist von vielen Faktoren abhängig.

Wie lange Menschen leben ist von unendlich vielen Faktoren abhängig. So können zum Beispiel die Ernährungsgewohnheiten, der Stress, der eigene Wohlstand und das soziale Umfeld erheblichen Einfluss auf die eigene Lebensdauer haben. Ein Mensch, der 16 Stunden am Tag in einem Bergwerk arbeitet und kein Geld für eine gute medizinische Versorgung hat, wird wahrscheinlich eine geringere Chance haben, alt zu werden, als ein Mensch, der nicht schwer arbeitet, die ganze Zeit auf seine Gesundheit achtet und einen guten Zugang zu medizinischer Versorgung hat.

Das perfekte Versuchskanninchen.

Um mittels einer Studie einen Zusammenhang zwischen Langlebigkeit und Glück finden zu können, brauchten unsere Forscher eine Gruppe von Menschen, deren Lebensumstände möglichst identisch waren. Auf der Suche nach einer solchen Gruppe stießen die Forscher auf einen Orden mit 180 Nonnen. Diese Nonnen waren aufgrund ihrer nahezu identischen Lebensbedingungen die perfekten Versuchskaninchen für die Studie.

Sehr fröhliche Nonnen leben länger

Gegenstand der Untersuchungen waren die Novitzitatsaufsätze, die jede Nonne am Anfang ihrer Karriere schreiben muss und die vom Orden aufbewahrt wurden. Anhand dieser Aufsätze wurden die Nonnen in vier Gruppen aufgeteilt. Sehr fröhliche Aufsätze sorgten für eine Zuordnung in die erste Gruppe, sehr unfröhliche Aufsätze sorgten für eine Zuordnung in die vierte Gruppe.

Nach der Zuordung in die Gruppen schauten sich die Forscher die Lebenserwartung der Nonnen an und erkannten einen klaren Zusammenhang zwischen dem Glück in den Aufsätzen und der tatsächlichen Lebenserwartung der Nonnen.

Im Alter von 85 Jahren

  • lebten in der sehr fröhlichen Gruppe 1 noch 54 % der Nonnen,
  • lebten in der sehr unfröhlichen Gruppe 4 noch 34 % der Nonnen.

Im Alter von 94 Jahren

  • lebten in der sehr fröhlichen Gruppe 1 noch 90 % der Nonnen,
  • lebten in der sehr unfröhlichen Gruppe 4 noch 11 % der Nonnen.

UPDATE 02.07.2021: Eine andere Studie mit 839 Teilnehmern ergab, dass die Pessimisten ein 19 % höheres Risiko haben zu sterben.

Fazit

Glück ist ein Turbo für das Leben.

Laut dieser Studie steigert Glück die Lebenserwartung. Wenn wir dafür sorgen, dass wir selbst glücklich sind, steigert das unsere Lebenserwartung. Ich kann mir gar nicht ausmalen, was passiert, wenn es uns darüber hinaus noch gelingt, durch kleine Freundlichkeiten und Gesten auch noch das Glück der Menschen in unserer Umgebung zu steigern. 😉

Update 01.03.2021: @GerritBeine gehört zu den Menschen, die mit Zahlen und Statistiken deutlich besser umgehen können als ich. Nach der Veröffentlichung dieses Beitrages lernte ich dank Gerrit, dass die hier zitierte Nonnenstudie laut einigen Quellen „wissenschaftlich gesehen […] Unsinn“ ist. Gerrit war auch so freundliche einige Quellenangaben von Seligmann Kritikern anzuführen, die Du in diesem Tweet findest, schau also gern da mal rein, falls Du mehr zu den Kritikern der Nonnenstudie wissen möchtest.