4.6 min readPublished On: 3. September 2020By Categories: Bücher, Wissen

Was passiert, wenn Kinder ein Jahr nicht zur Schule gehen?

Ein Jahr keine Schule.

Stell Dir vor, Du hast drei Kinder. Stell Dir vor, Deine Kinder werden ein Jahr nicht zur Schule gehen. Was siehst Du vor Deinem inneren Auge? Wie fühlt sich das für Dich an?

Wir schreiben das Jahr 2020. Die Welt wurde das erste Mal in ihrer Geschichte von einem Ereignis erfasst, dass viele Regierungen dazu motivierte, Maßnahmen zu ergreifen, die noch Monate zuvor undenkbar waren. In dieser Zeit haben viele Eltern erlebt, was es bedeutet, wenn der eigene Nachwuchs nicht zur Schule geht. Viele von Ihnen hatten die Aufgabe, neben ihrem normalen Job auch noch die Bildung ihrer Kinder zu übernehmen, weil die wenigsten Schulen von einem auf den anderen Tag in der Lage waren, ihren Unterricht digital zu halten. Aktuell freuen sich viele Eltern, die ich kenne, sehr auf den Tag, an dem Ihre Kinder wieder ganz normal zur Schule gehen können und die Welt zur Normalität zurückkehren kann.

Da wir noch nicht absehen können, wie schnell wir dieses Stadium wieder erreichen werden, möchte ich heute dank

Timothy Ferriss: Die 4-Stunden-Woche. Mehr Zeit, mehr Geld, mehr Leben

eine Geschichte mit Dir teilen, die zeigt, was passieren kann, wenn Kinder ein ganzes Jahr nicht zur Schule gehen können.

Die Geschichte eines wahr werdenden Traums

Eine Weltreise wäre genial.

Julie und Marc träumen schon seit 20 Jahren davon, in einem Segelschiff die Welt zu bereisen. Doch Jahr um Jahr schieben Sie die Reise aus richtig guten Gründen vor sich her. Drei der Gründe haben Namen. Diese verrät uns unser Autor nicht. Doch er verrät uns, dass es sich bei diesen Gründen um die Söhne von Marc und Julie handelt. Eines Tages wird Julie bewusst, dass der Tag gekommen ist, an dem sie entscheidet, ob sie ihren Traum wahr werden lässt, oder ihn für immer beerdigt. Sie entscheidet sich gemeinsam mit Marc dazu, ihren Traum jetzt wahr werden zu lassen.

Mit dem Wind segeln.

Damit die Reise nicht zum Fehlschlag wird, bereiten sich die beiden ein ganzes Jahr darauf vor und machen sogar einen 30-tägigen Probetrip, der sehr gut verläuft. Also schnappen sich die beiden ihre drei Söhne, kaufen sich ein Schiff und beginnen mit der Reise ihres Lebens, die 15 Monate dauern, 24.000 Kilometer lang sein und weniger als 20.000 Dollar kosten wird.

Kinder sind ein großartiger Grund für Reisen und Abenteuer

Bücher sind genial.

Vor der Reise hatten Julie und Marc eine Rasselbande zu Hause, die in der Lage war, sich wegen jeder Kleinigkeit in die Haare zu bekommen. Nach der Reise ist diese Rasselbande wie verwandelt. 15 Monate auf engstem Raum haben dafür gesorgt, dass die drei Kinder lernen mussten, mehr Geduld miteinander zu haben. Um Geduld miteinander zu haben ist es hilfreich, sich selbst beschäftigen zu können. Und so wurden die drei nicht nur geduldig, sondern mutierten auch zu kleinen Bücherwürmern. Eine solche Verwandlung hätte kein Schullehrer zustande bringen können. Was als Abenteuerreise begann, wurde zu einer Bildungsreise und machte den Fünf so viel Freude, dass sie bereits am Ende ihrer Reise begannen, die nächste Abenteuerreise zu planen.

Übrigens sind Julie und Marc keine Ausnahme. Jedes Jahr starten 300 Familien allein von Frankreich aus zu einer vergleichbaren Abenteuerreise.

Was wäre, wenn wir globale Abenteuer statt regionaler Schulen für unsere Kinder erschaffen würden?                

Hello, my name is Maria.

Viele Bücher, die ich lese, kommen zu dem Schluss, dass wir am besten lernen, wenn wir es selbst machen. Im Geografieunterricht zu lernen, wie die Länder Europas heißen, ist etwas ganz anderes als einmal die Zähne in belgische Pommes in Belgien zu schlagen oder in einer kleinen französischen Patisserie die Köstlichkeiten in der Auslage nicht nur anzusehen, sondern sie auch zu naschen. Auch eine Sprache lernt sich meiner Erfahrung nach viel leichter und schneller vor Ort.

Wir leben in einer globalen und vernetzten Welt und haben in den letzten Monaten und Jahren erlebt, wie schnell Dinge die ganze Welt beeinflussen können. Meine Fragen an dieser Stelle lauten nun:

  • Wenn es möglich ist, dass sich die Welt so schnell, so radikal verändert, können wir dann nicht auch selbst Veränderungen anstoßen und damit dafür sorgen, dass unsere Welt besser wird?
  • Können wir nicht, statt im Kleinen darüber zu grübeln, wie wir das Homeschooling unseres eigenen Kindes auf den Weg bringen, einfach alle darüber nachdenken, ob es möglich ist, ein globales digital/analoges Schulsystem zu erschaffen?
  • Ich kenne kein Schulkind persönlich, dass heute keinen Englisch-Unterricht in der Schule hat. Ist das nicht eine perfekte Grundlage für ein solches globales System?
  • Würde ein solches System nicht ganz nebenbei auch dafür sorgen, dass es selbstverständlich wird, die eigene Kultur nicht mehr als die ultimative Kultur zu sehen, sondern als eine Kultur von vielen, die zusammen einen wunderschönen Blumenstrauß ergeben?

An dieser Stelle stoppe ich – die keine Ahnung von Kindern hat – meine Fragenserie und freue mich auf Deine Fragen und Deine Antworten zu diesem Thema.