2.5 min readPublished On: 7. Oktober 2021By Categories: Bücher, Wissen

Weißt Du, was der Stroop-Effekt ist?

Farben erkennen ist doch ein Kinderspiel.

Weißt Du, wie die Farben

  • rot,
  • blau,
  • grün,
  • gelb,

aussehen?

Kannst Du die Farben benennen, wenn Du sie siehst? Für viele Menschen ist diese Aufgabe keine große Herausforderung. Doch was passiert, wenn es darum geht, die Farben zu benennen, wenn wir etwas anderes Lesen als wir sehen? Das ist doch auch kein Problem, oder? Lass uns einen kleinen Test machen: Schau dieses YouTube Video und folge der Anleitung, bevor Du weiterliest.

Ich weiß nicht, wie es Dir geht, aber ich bin in diesem YouTube-Video ganz schön durcheinandergekommen und war nicht immer in der Lage die Farbe zu nennen, die ich gesehen habe.

Laut dem Autor

Christian Ankowitsch: Warum Einstein niemals Socken trug. Wie scheinbar Nebensächliches unser Denken beeinflusst 

nennt sich das Phänomen, das es uns schwer macht, Farben zu erkennen, statt zu lesen, Stroop-Effekt.

Was passiert beim Stroop-Effekt?

Zu meiner großen Freude verrät uns unser Autor nicht nur den Namen des Phänomens, sondern erwähnt auch gleich, wie dieser Effekt zustande kommt. Bei dem Versuch, Farben zu erkennen, statt sie zu lesen, kommen sich zwei Prozesse in die Quere:

  1. Das Lesen und
  2. Das Erkennen.

Das Lesen ist ein Prozess, den Menschen, die Lesen können, so sehr trainiert haben, dass er vollautomatisch erfolgt. Das Erkennen dagegen ist ein Prozess, der laut unserem Autor, mehr Aufmerksamkeit erfordert. Weil die Worte Blau, Gelb, Grün usw. schnell und einfach zu lesen sind, liest unser Gehirn das Wort, bevor wir die Farbe erkennen, und schon sprechen wir das Wort, das wir lesen, statt die Farbe zu nennen, die wir sehen.

Warum heißt das Phänomen Stroop-Effekt?

Zum Glück gibt es das Internet.

Das Einzige, was uns unser Autor zum Stroop-Effekt nicht verrät, ist, warum der Effekt Stroop- und nicht Farb-Irrtum-Effekt heißt. Doch zum Glück gibt es das Internet, das uns die Antwort auf diese Frage schenkt:

Der Stroop-Effekt wurde laut dieser Webseite für Kinder nach seinem Entdecker John Ridley Stroop benannt, der dieses Phänomen 1935 entdeckte. Überraschenderweise erhielt Stroop für die Entdeckung dieses Effektes nur wenig Anerkennung. Laut Wikipedia liegt das daran, dass

  • die Wissenschaft 1935 Stroops ungewöhnlicher Entdeckung nur wenig Aufmerksamkeit schenkte, weil sie nicht in die damals vorherrschende Meinung der Verhaltensforschung passte,
  • Stroops Herz mehr für die Religion als für die Wissenschaft schlug, und er dem Thema nach der Entdeckung des Effekts nur noch wenig Aufmerksamkeit schenkte.

Fazit

Ich weiß nicht, wie es Dir geht, aber ich bin heute sehr glücklich, weil ich endlich eine Wissenslücke stopfen konnte. Dem Stroop-Effekt bin ich in der Vergangenheit schon sehr oft begegnet, doch ich wusste weder, wie der Effekt heißt, noch wie er funktioniert.

An dieser Stelle bin ich wie immer neugierig: Kanntest Du den Effekt schon? Wo ist er Dir das erste Mal begegnet?