2,3 min readPublished On: 25. Februar 2022By Tags: , Categories: Bücher, Wissen

Weißt Du was ein Brevier ist?

Das brauchst Du nicht recherchieren. das ist ganz bestimmt nur ein Brief.

Dieser Begriff ist mir sehr vertraut, dennoch bin ich mir nicht sicher, was er bedeutet. Dank

Jurij Brèzan: Reise nach Krakau,

weiß ich, dass ein Brevier etwas ist, in dem man lesen kann. Mein Gehirn brüllt geradezu, dass ein Brevier ein Brief sein muss, da die Worte sich so ähnlich sehen. Doch ich habe das vage Gefühl, dass es mit diesem Begriff mehr auf sich haben könnte. Und daher ist es nun an der Zeit, unser Lexikon um Rat zu fragen.

Was das Lexikon sagt

Unser Lexikon gibt meinem vagen Gefühl recht, ein Brevier hat nichts mit einem Brief zu tun:

„Brevier, das; -s, -e [spätmhd. breviere <lat. breviarium, kurzes Verzeichnis, zu brevis ist = kurz]: 1. (kath. Kirche) a) Gebetbuch des katholischen Klerikers mit den Stundengebeten: im B. lesen; b) tägliches kirchliches Stundengebet: das B. beten. 2. (veraltend) a) kurze Sammlung wichtiger Stellen aus den Werken eines Dichters o. Ä.: ein B. zusammenstellen; b) kurzer, praktischer Leitfaden: ein B. für gutes Benehmen.“

Das Zeit Lexikon. Mit dem Besten aus der Zeit, Band 17, S. 407

Brevier hat also vier Bedeutungen, denen allen gemein ist, dass sie ein Auszug aus etwas Größerem sind. Ein Brevier ist in 3 von 4 Fällen ein Schriftstück, kann aber auch einfach nur ein Gebet sein.

Mir ist allerdings neu, dass die Katholiken ein Stundengebet haben. Ich wusste bis jetzt nur, dass die Katholiken häufiger die Kirche aufsuchen als viele Christen anderer Religionsgemeinschaften. Da ich noch nie davon gehört hatte, dass Katholiken jede Stunde beten, habe ich kurz das Internet nach dem Stundengebet befragt.

Was das Internet sagt

7 Gebete pro Tag sind doch ganz entspannt, oder?

Wer es mit dem Stundengebet richtig ernst nimmt, absolviert es sieben Mal am Tag. Sieben Gebete am Tag klingen schon deutlich entspannter als 24 Gebete am Tag, oder?

Jedes der täglichen Gebete trägt seinen eigenen Namen und wird täglich in dieser Reihenfolge absolviert:

  1. Invitatorium
  2. Lesehore
  3. Laudes
  4. Terz
  5. Sext
  6. Non
  7. Vesper

Damit den Betenden bei dieser ständigen Wiederholung nicht langweilig wird, gibt es für jeden Tag des Jahres unterschiedliche Gebete, die Dank Internet inzwischen auf Seiten wie stundengebet.de zu finden sind. Zu meiner Überraschung sind diese Gebete keine einfachen Zweizeiler, sondern zum Teil ziemlich lang.

Fazit

Ist es nicht wieder einmal erstaunlich, wie viel Wissen in einem Wort wie Brevier steckt? Ich bin gespannt, ob mir irgendwann einmal das Brevier eines Dichters in die Hände fällt und werde auch in Zukunft Breviere (Leitfäden) erstellen, die mir dabei helfen. mich an Arbeitsroutinen zu erinnern, die ich nicht täglich ausführe.

An dieser Stelle bin ich neugierig: Hast Du schon einmal ein Brevier gelesen?