Weißt Du was eine Adaptionsschwelle ist?

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Ich wusste es auch nicht und freue mich heute sehr darauf mein neues Wissen dank

James E. Loehr: Die neue mentale Stärke

mit Dir zu teilen.

Was ist eine Adaptionsschwelle?

Endlich ist es wieder Zeit für das wunderbare Zeit Lexikon. Nach dem Begriff Adaptionsschwelle suchen wir zwar vergeblich, aber immerhin werden wir „Adaption“ fündig:

Adaption, die; -,-en [mlat. Adaptatio, zu lat. Adaptare->adaptieren]: 1.<o. Pl.> (Biol.) Anpassung des Organismus, von Organen an die jeweiligen Umweltbedingungen 2. <o. Pl.> (Soziol.) Anpassung des Menschen an die soziale Umwelt: die A. des Menschen an seinen Lebensraum. 3. Umarbeitung eines literarischen Werkes mit der Absicht, es den Erfordernissen einer anderen literarischen Gattung od. eines anderen Kommunikationsmediums (z.B. Film, Fernsehen) anzupassen.

Das Zeit Lexikon. Mit dem Besten aus der Zeit, Band 17, S. 88.
Sport
Sport

Da unser Autor James ein erfolgreicher Sportpsychologe ist, ist für uns in diesem Fall nur die erste der drei grade beschriebenen Bedeutungen relevant. Eine Adaptionsschwelle ist also eine Grenze die ein Sportler bei der Anpassung an seine Umwelt überschreiten kann.

Was passiert bei Überschreitung der Adaptionsschwelle?

Grenze
Grenze

Wenn wir beim sportlichen Training unsere Adaptionsschwelle überschreiten leiden wir an Übertraining. Das bedeutet unser Körper erleidet Schmerzen. Übertraining tritt immer dann auf wenn der physische, mentale oder emotionale Stress dem wir ausgesetzt sind über der Grenze liegt, die wir ertragen können.

Wenn wir unsere Adaptionsschwelle überschreiten sind wir nicht in Topform. Die Sache ist nur die: Wenn wir viel zu weit unter ihr liegen auch nicht. Auch wenn wir untertrainiert sind, also zu wenig Stress haben sind wir nicht in Topform. Auch Untertraining verursacht Schmerzen.

Adaptionsschwelle im Job

Schreibtisch
Schreibtisch

Ich für meinen Teil bin kein Sportler. Wenn es um Sport geht mutiere ich zu einem wahren Ausreden-Wunder. Doch auch ich bin der Adaptionsschwelle schon begegnet, nur halt nicht im Sport, sondern bei der Arbeit. An Tagen an denen ich wenig zu tun habe, langweile ich mich zu Tode und bin abends körperlich völlig fertig. An Tagen an denen ich dagegen grade ein bisschen mehr zu tun habe, als ich an diesem Tag schaffen kann, fühle ich mich abends voller Energie und freue mich unendlich auf den nächsten Tag. Und dann wiederrum gibt es Tage an denen ich zu viel zu tun habe. Auch an solchen Tagen leide ich wie ein Hund, weil ich das Gefühl habe gar keinen Fortschritt zu machen.

Abstieg, Abfallen, Sinken

Erst seit diesem Buch und den anschaulichen Beispielen ist mir mein Verhaltensmuster bei zu viel und zu wenig Stress bewusst geworden. Seit dem kann ich jeden Tag aktiv dafür sorgen, dass ich so gut es geht an meiner Adaptionsschwelle liege, also genau die Menge an Stress habe, die mir gut tut. Wenn ich jetzt Tage habe, an denen nicht viel zu tun ist, habe ich eine kleine Liste an Dingen, die ich tun kann und wechsle regelmäßig zwischen den Dingen hin und her. Abends bin ich noch immer erschlagen, aber halt etwas weniger als früher.

Wirklich hilfreich ist das Wissen über die Adaptionsschwelle an Tagen an denen unendlich viel zu tun ist. An diesen Tagen mache ich mir so früh wie möglich bewusst, dass die Arbeit heute nicht zu bewältigen ist und setze Prioritäten für den Tag. So erschaffe ich eine Liste, die ich bewältigen kann und damit ein Erfolgserlebnis.

Und nun bin ich neugierig: Wie geht es Dir? Kannst Du die Sache mit der Adaptionsschwelle bestätigen, oder leidest Du nie an Über- oder Unterforderung? Hast Du eventuell einen Tipp, wie ich Tage mit zu wenig Stress noch besser bewältigen kann, so dass ich Abends nicht mehr so erschlagen bin?