Wären wir ohne Militär technologisch noch in der Steinzeit?

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Wenn man, so wie ich nach Wissen sucht, dann stolpert man dank Büchern wie diesem

Peter F. Drucker: Neue Realitäten

ab und an über Dinge, die man gar nicht wissen wollte. So wie dieses hier:

Das Militär beflügelt 250 Jahre lang die technologische Entwicklung.

Ich finde Kriege unglaublich sinnlos. Für mich ist es einfach unverständlich, dass Menschen einander so viel Leid antun und dass wir noch immer nicht in der Lage sind Themen die zu Krieg führen anders zu lösen. Aus diesem Grunde tue ich mich mit der Aussage schwer. Nur leider leitet Peter sie bestechend logisch her:

Die Erfindung des Transportschiffes

Boot
Boot

Im 17. Jahrhundert entwickelt Holland das erste Kriegsschiff, das neben Personal auch Proviant transportieren kann. Zuvor konnten die Schiffe nur Männer transportieren. Dementsprechend konnten Krieger nicht lange fahren und mussten in dem Land dass sie angriffen schnell etwas Essbares finden. Was für den Krieg nützlich ist findet in Friedenszeiten eine Verwendung die die Welt sehr positiv veränderte. Dieses Schiff wurde außerhalb des Krieges als Transportschiff genutzt, dass erstmalig den friedlichen Handel in größerem Stile ermöglicht. „Damit nahm der internationale Handel seinen Anfang.“

Auch der Bau der ersten modernen Straße durch Ludwig XIV von Frankreich war für einen militärischen Zweck. Dank der Straße kamen die Truppen viel schneller von A nach B und das verschaffte Frankreich einen Vorteil gegenüber seinen Gegnern. Die Straße machte nicht nur die Truppen schneller, sondern auch den Handel von Waren.

Die Erfindung des Radios

Musik
Musik

Selbst das Radio kam dank des Militärs ca. 30 Jahre früher in die Welt. Das Militär brauchte im 1. Weltkrieg bessere Feldtelefontechnologie. Also investierte es in diese Technologie, die dann die Kommunikation im Feld erleichterte und später die Grundlage des Radios bildete.

Risikoreiche Investition

Seit dem ich das gelesen habe, frage ich mich: warum konnten diese Dinge nicht einfach in friedlichen Zeiten entwickelt werden?  Und ich glaube so langsam dämmert mir die Antwort. Menschen sind träge wenn es ihnen gut geht. Menschen scheuen unnötige Risiken. Für einen Händler hätte die Entwicklung eines Transportschiffs eine unglaubliche Investition bedeutet. Wahrscheinlich hätte es ein einzelner Händler finanziell nicht einmal stemmen können und hätte sich mit anderen Händlern zusammentun müssen. Und alles was der Händler bekommt wenn die Schiffentwicklung klappt ist mehr Marktanteil. Warum sollte ein Händler dieses Risiko eingehen, wenn sein Laden auch so ausreichend gut läuft?

Notwendige Investition

Geld
Geld

Im Krieg verschiebt sich das Risiko und der Staat hat eine andere finanzielle Lage. Der Staat hat alle finanziellen Ressourcen um ein Kriegstransportschiff zu entwickeln. Für den Staat ist in Kriegszeiten das größte Risiko, dass der Gegner stärker ist. Denn der stärkere wird den Krieg gewinnen. Die Kosten der Schiffsentwicklung liegen weit unter den Kosten des Kriegsverlustes. Daher investiert der Staat in das Schiff. Die Kosten liegen nämlich auch weit unter dem was er gewinnen kann, wenn er den Krieg für sich entscheidet.