Was ist reflexive Distanz?

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Weißt Du, was reflexive Distanz ist? Ich wusste es auch nicht und freue mich heute sehr darauf mein neues Wissen dank

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mit Dir zu teilen.

Reflexive Distanz

Lass uns da beginnen wo wir immer beginnen und einen genaueren Blick auf das Wort an sich werfen.

Reflexiv

Das Wort reflexiv stammt vom lateinischen Wort reflexus ab, was übersetzt Reflex bedeutet. Laut Duden Webseite hat das Wort zwei Bedeutungen.

Die erste Bedeutung ist sprachwissenschaftlich und wir kennen sie noch aus der Schule, zumindest Theoretisch. Ich für meinen Teil musste grade noch mal recherchieren, was ein reflexives Verb ist und habe es trotz Erläuterung nicht verstanden. 😉 Solltest Du mir helfen können, freue ich mich sehr. Aber zurück zum Thema. Im sprachwissenschaftlichen Gebrauch, bedeutet reflexiv sich auf das Subjekt (also denjenigen in einem Satz, der etwas macht) zurückbeziehend bzw. rückbezüglich.

Spiegel

Die zweite Bedeutung von reflexiv ist bildungssprachlich und bezieht sich daher den lateinischen Ursprung des Wortes. Nutzen wir das Wort also im bildungssprachlichen Kontext, meinen wir laut Duden Webseite „die Reflexion betreffend; durch Reflexion, reflektiert“.

Distanz

Während reflexiv nicht zu meinem normalen Wortgebrauch gehört, ist Distanz ein Wort, dass ich im Alltag einsetzte, daher weiß ich dieses Mal auch ohne Tante Google, dass mit Distanz der Abstand gemeint ist.

Reflexive Distanz

Setzen wir nun also beide Wortebedeutung zusammen und nutzen bei reflexiv die bildungssprachliche Bedeutung, dann wissen wir, dass reflexive Distanz übersetzt einfach ein reflektiver Abstand ist. Wir denken also mit Abstand über etwas nach. Da diese Erklärung etwas abstrakt ist und dadurch schwer zu merken ist, folgt nun eine kleine Geschichte aus meinem Alltag in dessen Hauptrolle wir der reflexiven Distanz begegnen.

Alltagsbeispiel reflexive Distanz

Was so kompliziert klingt ist eigentlich ganz einfach. Letzte Woche hatte ich ein Paradebeispiel für reflexive Distanz:

Schwierige Kommunikation

Ich war fleissig dabei zu kochen und konnte eine Zutat nicht finden. Ich vermutete, diese sei leer. Als ich dann am Tisch saß und mein Tischpartner genau diese Zutat in der Hand hatte, freute ich mich sehr. Im gleichen Moment wurde mir bewusst, dass die Zutat nicht leer war. Ich hatte sie nur nicht gefunden. Also fragte ich „Oh, wo hast Du die gefunden“ und bekam die Antwort „Da wo Du sie hingestellt hast.“ Sehr hilfreiche Antwort, dachte ich und wiederholte die Frage und erhielt die gleiche Antwort.

Statt jetzt das Gespräch weiter laufen zu lassen hielt ich kurz inne und dachte darüber nach, warum er mir die gleiche Antwort ein zweites Mal gibt. Ich schaffte also Distanz zu der Situation und reflektierte, was grade passiert war. Offensichtlich bekam ich die Antwort ein zweites Mal, weil ich die Frage ein zweites Mal gestellt hatte und er der Meinung war meine Frage korrekt beantwortet zu haben. Erst jetzt begriff ich, dass ich grade meinem Gegenüber die Information verheimlicht hatte, dass ich die Zutat nicht finden konnte. Mit einer leichten Anpassung meiner Frage, die nun lautete „Ich verstehe, dass die Zutat da stand, wo ich sie immer hinstelle. Ich habe die Zutat vorhin gesucht und nicht gefunden. Wo habe ich diese Zutat hingestellt?“ entkamen wir der kommunikativen Schleife.

Dieses Beispiel ist ein einfaches Alltagsbeispiel. Solche Situationen begegnen uns jeden Tag mit Freunden, Kollegen und Familie. Manche dieser Situationen entgleiten uns. Dann denkt der Eine „warum fragst Du so blöd ich hab Dir die Antwort gegeben“ und der andere denkt sich „warum beantwortest Du meine Frage nicht so, dass ich damit etwas anfangen kann?“. Solche Situationen werden dann schnell laut. Reflexive Distanz herzustellen ist in solchen Situationen innezuhalten und die Kontrolle über das Gespräch wieder zu gewinnen. Das klappt nicht immer, aber wenn man es sich vornimmt klappt es immer häufiger und macht das mit unseren Mitmenschen Leben leichter.

Mit diesen schönen Findings wünsche ich Dir jetzt viel Erfolg und verabschiede mich in einen genialen Sommertag.

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