4,2 min readPublished On: 30. September 2022By Tags: , , Categories: Bücher, Wissen

Weißt Du, was Epiphanie bedeutet?

Lass uns doch mal schauen, wie die Lösung für dieses mathematische Rätsel aussieht.

Mir ist dieser Begriff noch nie zuvor begegnet, und ich bin sehr gespannt, was es mit ihm auf sich hat. Der Autor

Ernö Rubik: Cubed. Der Zauberwürfel und die großen Rätsel dieser Welt,

ist der Erfinder des Zauberwürfels. Zu meiner großen Überraschung hatte unser Autor nie die Absicht, ein Spielzeug zu erfinden. Der Zauberwürfel entstand durch Zufall, während unser Autor seine Leidenschaft für mathematische Rätsel auslebte.

Das Spannende ist, dass unser Autor nach der Erschaffung des Würfels keine Ahnung hatte, wie sich dieser wieder in seine ursprüngliche Form bringen ließ.. Während wir heute einfach eine App auf unser Handy laden können, die uns verrät, wie wir den Würfel wieder in die gewünschte Form bringen können oder die Schritte auswendig lernen können, die dieses Ziel erreichen, stand unser Autor beim ersten Anblick des von ihm erschaffenen Würfels vor einem (noch) ungelösten Rätsel. Um dieses Rätsel zu lösen, folgte er seiner Intuition. In seinen Worten klingt dies wie folgt:

„Was den Cube angeht, so entwickeln manche Menschen Lösungen mithilfe von Algorithmen, ohne überhaupt nur an das Rätsel zu rühren. Ich hingegen folgte meiner Intuition. Intuition ist eine Kraft, die einen nicht drängt, sondern zieht, hinzu etwas auf einmalige Weise Wichtigem. Man kann das Inspiration nennen oder Antizipation oder eine Art Epiphanie. Es ist jedenfalls ein beinahe mystischer Geisteszustand. So verloren ich mich auch fühlte bei dem Versuch, Ordnung in das von mir geschaffene Chaos zu bringen, so verspürte ich dabei doch auch große Freude, fast eine Art Trance, während ich mit meinen Händen arbeitete, Dinge tatsächlich formte, Materialien bearbeitete, taktile Formen schuf und erlebte, dass man auch inmitten von lauter Schwierigkeiten Schönheit entdecken kann.“

S. 90.

Um alles zu verstehen, was unser Autor uns an dieser Stelle sagen möchte, fehlt mir, – wie bereits erwähnt – das Wissen, was Epiphanie bedeuten könnt. Und wenn ich so darüber nachdenke, habe ich auch keine klare Vorstellung davon, was Antizipation ist. Lass uns doch einmal schauen, ob unser Lexikon beide Begriffe erklärt.

Was das Lexikon sagt

Wie so oft weiß unser Lexikon mehr über unseren Begriff

In Sachen Epiphanie hatte ich meine Zweifel, doch unser Lexikon hält tatsächlich einen passenden Eintrag für uns bereit:

Epiphanie, Epiphania, die; – [griech. Epipháneia, zu: epipaínesthai = sich zeigen, erscheinen] ([christli.] Rel.): Erscheinen einer Gottheit (bes. Christi) unter den Menschen.

Das Zeit Lexikon. Mit dem Besten aus der Zeit, Band 17, S. 650.

Hand aufs Herz, 2018 hätte ich mit diesem Lexikon Eintrag nichts anfangen können. Inzwischen ist das anders, weil ich beim Sketchnoten Kreativität erlebe. Ich erlebe die Erscheinungen, die der Lexikoneintrag beschreibt. Während ich etwas schreibe oder höre, formt sich vor meinem inneren Auge plötzlich ein Bild, das ich nur noch auf Papier bannen muss. Das funktioniert allerdings nicht immer. Manchmal muss ich meinen Gedanken einfach freien Lauf lassen, bevor sich Bilder formen. Und ab und an bleibt eine Epiphanie leider gänzlich aus.

Nachdem wir nun wissen, was es mit der Epiphanie auf sich hat, ist es Zeit zu schauen, was unser Lexikon in Sachen Antizipation auf Lager hat.

Antizipation, die; -, -en [lat. anticipatio]: Vorwegnahme, Vorgriff: die A. eines Gedanken; die A. von Tönen eines folgenden Akkords.

Das Zeit Lexikon. Mit dem Besten aus der Zeit, Band 17, S. 163.

Der Lexikon Eintrag zur Antizipation ist in meinen Augen nicht verständlich. Zum Glück gelingt es dem Lexikon bei folgendem Eintrag dank der Übersetzung der lateinischen Begriffe volle Klarheit über den Begriff zu schaffen:

antizipieren <sw. V.; hat> [lat. anticipare, zu: ante = vor(her) u. capere = nehmen]: 1. (bildungsspr.) vorwegnehmen: den Stil späterer Epochen a. 2. (Kaufmannsspr.) vor dem Fälligkeitsdatum zahlen.

Das Zeit Lexikon. Mit dem Besten aus der Zeit, Band 17, S. 163.
Ja, das ergibt Sinn.

Lass uns nun einmal schauen, was passiert, wenn wir das gerade erworbene Wissen in den zitierten Satz einfügen. Er lautet im Original:

„Man kann das Inspiration nennen oder Antizipation oder eine Art Epiphanie.“

Mit den „übersetzten“ Begriffen lautet er:

„Man kann das Inspiration nennen oder einen gedanklichen Vorgriff oder eine Art Erscheinung.“

Okay. Wirklich verständlich wird der Satz auch so nicht, doch zumindest habe ich nun eine grobe Vorstellung davon, was uns der Autor an dieser Stelle sagen möchte: Er versucht mit diesem Satz das zu beschreiben, was wir in einem kreativen Moment erleben. Aus dem Nichts heraus fügen sich Dinge plötzlich wie magisch zusammen und ergeben einen Sinn, ohne dass wir so recht wissen, wie es dazu gekommen ist.

Fazit

Heute habe ich nicht nur einen völlig neuen Begriff kennengelernt, ich habe auch gemerkt, dass ich antizipieren bis heute immer falsch verstanden habe. 

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