Weißt Du was impact investing ist?

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Mein Server ist näher dran.

Normalerweise interessieren mich Investing Themen nicht wirklich. Die Vorstellung, dass Menschen an der Börse mehr Geld verdienen, weil ihr Server ein Stück näher am Ort des Geschehens steht, als die der anderen, finde ich einfach absurd. Doch im Fall des impact inversting bin ich hellhörig geworden, denn immerhin steht in

Richard Branson: Screw Business as Usual,

dass es das Potenzial hat, die Welt zu verändern.

Was ist impact investing?

Um diese Frage zu beantworten, habe ich gerade das Gabler Wirtschaftslexikon befragt und Folgendes gefunden:

  • impact investing lässt sich mit „Wirkungsorientiertes Investieren“ übersetzen,
  • impact investing hat das Ziel, finanzielle Rendite zu erwirtschaften,
  • impact investing sind Investitionen, die darauf abzielen, positive Auswirkungen auf die Umwelt und/oder die Gesellschaft zu bewirken.

Impact investing vereint also zwei Welten, die im Allgemeinen getrennt gesehen werden:

  • Geld verdienen und
  • Gutes tun.
Weltretter verdienen kein Geld.

Mich persönlich nerven viele NGOs und das nicht nur wegen der Menschen, die mich auf der Straße ständig um Geld bitten oder mir dabei mit Bildern hungriger Kinder ein schlechtes Gewissen machen wollen. Nach meinem Studium habe ich in Betracht gezogen, für eine NGO zu arbeiten. Doch bei der Sichtung der Stellenanzeigen traute ich meinen Augen nicht. Die typischen Stellenanzeigen, die mir damals in die Finger kamen, verlangten eine fantastische Ausbildung und Erfahrung und waren bereit, dem eingestellten Arbeitnehmer dafür einen satten dreistelligen Lohn im Monat zu zahlen. Eine NGO, die sich  durch Spenden finanziert und das Ziel hat, die Welt besser zu machen, sollte meiner bescheidenen Meinung nach ihren eigenen Mitarbeitern ein Gehalt zahlen, von dem diese vernünftig leben können.

Ich finde es fantastisch, dass impact investing die Bereiche „Geld verdienen“ und „Gutes tun„ miteinander vereint. Wenn Menschen Geld dadurch verdienen, dass sie die Welt besser machen, dann bedeutet das, dass sie mehr Geld zur Verfügung haben, um die Welt besser zu machen. Das ist doch einmal eine perfekte Spirale.

Impact Investing in Unternehmen

Ich habe gehört das ist lecker.

Unser Autor nennt als einziges Beispiel für impact investing das Unternehmen Ben and Jerrys, das – laut absolut glaubhafter Fernsehserien – absolut leckeres Eis produziert. Ben and Jerrys betrieb – laut Richard – impact investing lange bevor es trendy wurde und einen eigenen Begriff bekam. Das Unternehmen

  • investierte in eine ethische Lieferkette und
  • investierte seine Gewinne in Dinge, die das Potenzial haben, die eigene Region oder gleich die ganze Welt zu verändern.

Das Beispiel Ben and Jerrys zeigt, dass es – obwohl der Begriff impact investing noch jung ist – bereits seit vielen Jahrzehnten Menschen gibt, die dabei sind, die Art, wie wir Geschäfte machen zu verändern. Viele großartige (Geschäfts-)Ideen sind bereits am Markt. Oft ist alles, was ihnen zum Durchbruch fehlt, ein wenig Kapital. Dank impact investing haben diese die Chance, an genau dieses Kapital zu kommen.

Ist impact investing nur was für Unternehmer?

Von wem ist das eigentlich?

Ich persönlich kenne (glaube ich) keine Menschen persönlich, die über das Kapital eines Richard Branson verfügen und somit in der Lage sind,  impact investing im eigentlichen Wortsinn zu betreiben. Doch die Sache ist die: Jeder von uns konsumiert jeden Tag Produkte, und an genau dieser Stelle können wir unsere ganz eigene Art des impact investments betreiben. Wir können uns zum Beispiel beim Lebensmitteleinkauf die Mühe machen, die Verpackung einmal zu drehen und zu schauen, wer die Ware produziert. Denn es macht einen Unterschied, ob wir die Produkte von Unternehmen konsumieren, die in unseren Augen cool sind, oder von Unternehmen, die es nicht sind. Ich habe mir gerade überlegt, dieses Kaufverhalten als impact buying zu bezeichnen. Eine kurze Suche im Internet hat mir allerdings verraten, dass vor mir schon andere diese Idee hatten und sich sogar die entsprechende Domain gesichert haben.

Impact Buying – Schokolade ist Geschmack und Herkunft

Ich liebe Schokolade.

So liebe ich zum Beispiel Schokolade. Wenn es eine Sorte von der Marke lila und eine der viereckigen Marke gibt, entscheide ich mich für letztere. Eine Firma, die auf die Idee kommt, dass es beim Sport wichtig ist Schokolade dabei zu haben, ist mir einfach grundsympathisch. Wenn es die gleiche Sorte allerdings von der Schokolade gibt, die bereits in Schokowürfelform aus der Verpackung kommt, gewinnt diese Marke. Wer smarte Produkte vermarktet und weiß, dass beim Brechen von Schokolade immer verräterische Krümel entstehen, hat mich als Kunden sicher. Natürlich macht mein Einkauf – obwohl mein Schokoladenkonsum über den Durchschnitt von 26 Kilo pro Kopf in Deutschland im Jahr liegt – allein keinen großen Unterschied. Doch wenn viele Menschen sich so entscheiden, wie ich es tue, können wir einen krassen impact auf den Markt haben, der sich laut meiner Recherche aktuell in etwa so verteilt:

HINWEIS: Die Datengrundlage für diese kleine Liste ist in meinen Augen nicht zufriedenstellend, weil sie Daten aus unterschiedlichen Quellen und Jahren vergleicht und nicht solide geprüft ist. Solltest Du eine besser Datenquelle kennen, freue ich mich über Deinen Hinweis.

Lass mich diesen Beitrag also mit diesem Aufruf beenden: Screw impact investing as usual, start impact buying and chance the world.