2,2 min readPublished On: 14. September 2022By Tags: , , Categories: Bücher, Wissen

Weißt Du, was Kardinalitäten sind?

Wir wissen genau was die Software können soll.

Eine Software ist nur dann gut, wenn sie macht, was sie soll. Damit das am Ende der Softwareentwicklung der Fall ist, sollte schon vor dem Beginn der Programmierung allen Beteiligten klar sein, welche Anforderungen die Software erfüllen muss, damit sie dem Nutzer bei ihrer Anwendung nutzt. Genau darum geht es im Requirements Engineering. Unser heutiger Autor

Markus Unterauer: Workshops im Requirements Engineering. Methoden, Checklisten und Best Practices für die Ermittlung von Anforderungen

ist der Meinung, dass ein wichtiger Bestandteil des Requirements Engineering die Erstellung eines Datenmodells ist. In diesem Datenmodell wird festgelegt, mit welchen Daten die Software arbeitet. Wird eine Datenbank für Koch-Rezepte entwickelt, dann sind für diese selbstverständlich andere Daten relevant als z. B. für eine Online-Banking-Software. Während bei der Rezept-Datenbank Zutaten und Zubereitungsschritte wichtig sind, braucht das Onlinebanking z. B. Daten wie Kontonummern und Zahlungsempfänger.

Unser Autor beschreibt in seinem Buch sehr verständlich Schritt für Schritt, wie ein fachliches Datenmodell aufgebaut wird. Nur bei folgendem Schritt habe ich Verständnisprobleme, weil ich nicht weiß, was Kardinalitäten sind:

„Definieren Sie die Kardinalitäten der Beziehungen [zwischen den von der Software verwendeten Daten], z.B. >>Ein Schütze kann an beliebig vielen Turnieren teilnehmen. Pro Turnier gibt es für jeden Schützen genau eine Wertung<<.“

S. 147.

Lass uns doch einmal schauen, ob unser Lexikon uns mehr über diesen Begriff verraten kann.

Was das Lexikon sagt

Hier geht es ums Angeln.

Zu meiner großen Überraschung hält unser Lexikon heute keinen Eintrag für unseren Begriff bereit. Spannenderweise enthält es dennoch die von uns gesuchten Informationen, die da lauten:

kardinal <Adj.> [(spät)lat. cardinalis = vorzüglich, den Haupt-, Angelpunkt bildend, zu: cardo = Türangel, Dreh-, Angelpunkt] (bildungsspr.): besonders wichtig: hauptsächlich, grundlegend: ein -es Problem.

Das Zeit Lexikon. Mit dem Besten aus der Zeit, Band 18, S. 1258.

Unser Autor hat aus dem Adjektiv in unserem Lexikon einfach ein Nomen gemacht und verwendet es in seinem bildungssprachlichen Sinn. Bei dem oben zitierten Schritt geht es also einfach darum, die besonders wichtigen und grundlegenden Beziehungen zwischen den Daten zu definieren.

Fazit

An dieser Stelle freue ich mich wie immer, dass ich nun weiß, was unser heutiger Begriff bedeutet. Ich weiß nicht, wie es Dir geht, doch der Begriff Kardinalitäten wird es nicht in meinen Wortschatz schaffen, da er mehr Fragen aufwirft als beantwortet. Doch zumindest ahne ich dank der heutigen Recherche, dass Kardinäle, die sich bestimmt von den gleichen lateinischen Begriffen ableiten wie kardinal, in Kirchen besonders wichtige Menschen sein müssen.