Weißt Du was vermaledeit bedeutet?

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WERBUNG: Das Buch, das diesen Beitrag inspiriert hat, habe ich als Rezensionsexemplar vom mitp Verlag erhalten. Das bedeutet, ich habe das Buch zur Verfügung gestellt bekommen, um darüber zu schreiben.

Was hat es mit vermaledeit eigentlich auf sich?

Wenn es Dir so geht wie mir, lautet Deine Antwort auf diese Frage „Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich weiß, was vermaledeit bedeutet“. Doch hast Du Dich auch schon einmal gefragt, woher dieser Zungenbrecher kommt und was genau es mit ihm auf sich hat? Ich stelle mir diese Frage jedes Mal, wenn mir dieser Begriff begegnet. Und daher freue ich mich heute sehr darauf, der Frage dank

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nachgehen zu können. Lass uns wie immer mit der wilden Bedeutungsspekulation beginnen.

Wilde Bedeutungsspekulation

Wenn mir das Wort vermaledeit begegnet, wird es oft an Stellen verwendet, an denen ich einfach verflucht sagen würde:

  • Vermaledeite App
  • Verfluchte App
Verflucht sagt man nicht.

Daher bin ich mir sehr sicher, dass vermaledeit „verflucht“ bedeutet und von Menschen verwendet wird, die sich nicht trauen, verflucht zu sagen, weil sie glauben, dass Flüche Unheil bewirken. Warum aber nutzen diese Menschen ein so kompliziertes Wort wie vermaledeit? Ich dachte immer, dass Schimpfworte leicht von den Lippen gehen müssen, weil wir sie verwenden, wenn wir aufgebracht sind und dann nicht die Ruhe haben, uns um eine anständige Aussprache zu kümmern. Wenn Du mich fragst lautet die Geschichte hinter dem Wort wie folgt:

Das Fällen eines Baums kann schwierig sein.

Es war einmal ein gläubiger Mann mit unendlich viel Geduld. Eines schönen Tages wurde dieser Mann gebeten, einen altersschwachen Baum zu fällen. Da der Mann hilfsbereit war, übernahm der diese Aufgabe. Jedoch hatte er noch nie zuvor einen Baum gefällt und besaß keine scharfe Säge. Also machte er sich daran, den Baum ohne Säge zu fällen. Er probierte allerlei Werkzeuge aus und als er nach 6 Stunden gerade einmal die Baumrinde entfernt hatte, riss ihm der Geduldsfaden. Er schrie laut ver… und dann wurde ihm bewusst, dass es Unheil bringen würde, wenn er verflucht sagen würde, also überlegte er kurz. Er hatte das Gefühl, dass dieser Baum vom bösen Teufel gepflanzt worden war, um ihn zu prüfen, und genau das wollte er möglichst harmlos klingend zum Ausdruck bringen. Also entschied er sich, böse durch malus zu ersetzen, was seiner Erinnerung nach das lateinische Wort für schlecht und böse war. Und dann bezeichnete er außerdem den Teufel mit dem freundlich klingendere Namen „Deiwel“. Jetzt hatte der Mann alles was er brauchte, um exakt das auszudrücken, was er wollte und zauberte aus

  • Ver
  • Malus
  • Deiwel

das wunderbare Wort „vermaledeit“.

Und nach dieser völlig an den Haaren herbeigezogenen Geschichte, bin ich nun sehr gespannt, was unser Lexikon heute für uns bereithält.

Was das Lexikon sagt

Heute greifen wir statt zum Lexikon einmal zum Duden. Dieser verrät uns die Bedeutung von vermaledeien

  • Vermaledeien = verfluchen, verwünschen.

Und er erklärt uns zudem, dass der Begriff aus dem mittelhochdeutschen stammt und sich wie folgt entwickelte:

  • vermal(e)dien > maledeien > vermaledeit

Ich weiß nicht, wie es Dir geht, doch mir gibt dieses Wissen noch nicht das Gefühl, dem Begriff wirklich auf den Grund gegangen zu sein. Hoffentlich kann uns das Internet an dieser Stelle weiterhelfen.

Was das Internet sagt

Nach einigem Suchen bin ich auf wissen.de auf folgenden Eintrag gestoßen, der in meiner Wahrnehmung die Antworten auf unsere Fragen enthält:

vermaledeien – veraltet für: verfluchen aus mhd. vermaledîen, vermaldîen „verwünschen, verfluchen“ über altfrz. maldire „verfluchen“ aus lat. maledicere „lästern, schmähen“ aus lat. male „schlecht, übel“ und lat. dicere „reden“

Dieser Eintrag bestätigt also unsere wilden Bedeutungsspekulation hinsichtlich des Wortes „malus“, französich „mal“ und verweist den Teil mit dem Teufel in das Land der Legenden. Die Silben „male“ und „deit“ in vermaledeit verdanken wir nicht dem Teufel, sondern im weitesten Sinne dem französischen Wort „maldit“: schlecht gesagt. Und mit diesem neuen Wissen wünsche ich Dir einen fantastischen Start in den Tag.