3,1 min readPublished On: 10. August 2022By Tags: , , , Categories: Bücher, Wissen

Kennst Du die Fabel vom Fuchs und der Traube?

Nein? Ich auch nicht. Doch zum Glück gibt es das Internet, das uns hoffentlich gleich mehr zu der Fabel verraten wird, über die ich bei

Simone Gerwers: Mutausbruch: Das Ende der Angstkultur

gestolpert bin.

Unsere Autorin schreibt, dass auch Frauen Machos sein können und zitiert dann auf Seite 49 ihres Buches den Satz:

„Diese Trauben sind mir viel zu sauer, sagte der Fuchs und zog von dannen.“ (Aus Äsops Fabel: Der Fuchs und die Trauben.)

Da ich die Fabel nicht kenne, fällt es mir schwer, den Bezug zwischen Macho-Männern und Frauen zum Fuchs in der Fabel herzustellen. Lass uns daher einmal schauen, ob das Internet uns hier weiterhelfen kann.

Was das Internet sagt

Das schaffst Du nicht lieber Fuchs.

Zu meiner großen Freude stellt das Projekt Gutenberg die Fabel online zur Verfügung.

Wie Du Dir wahrscheinlich denken kannst, geht es in dieser Fabel um einen Fuchs. Dieser sieht auf einem Weinberg leckere Trauben und möchte sich mit ihnen den Bauch vollschlagen. Doch zu seinem Verdruss hängen die Trauben so hoch, dass er sie auch dann nicht erreichen kann, wenn er in die Luft springt. Eine Maus und ein Spatz beobachten den Fuchs bei seinen Versuchen, die Trauben zu erreichen. Als die beiden dem Fuchs prophezeien, dass er die Trauben nicht erreichen wird, tut dieser so, als ob er sie gar nicht will und macht sich mit dem Satz „Sie sind mir noch nicht reif genug, ich mag keine sauren Trauben.“ davon.

Warum ist der Fuchs ein Macho?

Jetzt kennen wir die Fabel mit dem Fuchs. Dennoch fällt es mir noch immer schwer, unserer Autorin gedanklich zu folgen. Vermutlich liegt das daran, dass der Begriff „Macho“ zu meinem Wortschatz gehört, obwohl ich nicht wirklich sagen kann, was ein Macho ist. Lass uns doch einmal schauen, was Duden.de zu diesem Begriff sagt:

„sich [übertrieben] männlich gebender Mann“

Okay, das ist nicht ganz die klare Antwort, die ich mir erhofft hatte. Ich vermute mal, dass unser großer starker Fuchs sich übertrieben männlich verhält, weil er nicht bereit ist, gegenüber einer winzigen Maus und einem kleinen Spatzen und sich selbst einzugestehen, dass er zu schwach und zu klein ist, um die Trauben zu erreichen.

Gemeinsam hätten wir die Trauben bekommen lieber Fuchs.

Ein kluger Fuchs hätte seine Schwäche eingestanden und einen Weg gefunden, den Spatz und die Maus um Hilfe zu bitten, um so in den Genuss der Trauben zu kommen.

Wann sind Frauen Machos?

Auch Frauen (und Männer) in Unternehmen befinden sich manchmal in Situationen, in denen ihnen bewusst ist, dass sie ein bestimmtes Ziel nicht erreichen können. Statt klar zu sagen, dass dieses Ziel nicht erreichbar ist, erklären sie lieber, warum das Ziel nicht lohnend ist. Sie verhalten sich in vielen Fällen wohl deshalb so, um sich nicht die Blöße zu geben und damit einzugesehen, dass sie nicht wissen, wie sie das Ziel erreichen können.

Fazit

Ich weiß nicht, wie es Dir geht. Ich liebe Fabeln und freue mich daher sehr darüber, nun zu wissen, was es mit dem Fuchs und den Trauben auf sich hat. Dank unserer Autorin frage mich nicht nur, wie viele Ziele tagtäglich in Unternehmen einfach verworfen werden, weil Mitarbeiter Angst haben, dadurch Schwächen zu offenbaren und sich angreifbar zu machen. Zum anderen frage ich mich, wie oft ich mich in meinem Leben schon so verhalten habe. An dieser Stelle bin ich neugierig. Hast Du schon einmal eine Situation erlebt, in der sich jemand verhalten hat, wie unser Fuchs?