Weißt Du, warum wir Schäfchen ins Trockene bringen?
Ich kann gar nicht sagen, wie oft mir die Redewendung „Schäfchen ins Trockene bringen“ schon begegnet ist. Ich bin mir sicher, dass sie in Sicherheit bringen bedeutet, doch ich habe keine Ahnung, warum wir ausgerechnet Schäfchen ins Trockene bringen. Dank der Autoren

wird sich meine Wissenslücke mit etwas Glück heute schließen.
Das Buch der Beiden dreht sich um das Thema Insolvenz. Ihr Ziel ist es, Unternehmern Wissen an die Hand zu geben, sodass sich diese in einer Krise davor schützen können, dass sie ihr Unternehmen im Zuge eines Insolvenzverfahrens verlieren und/oder sogar zu einer Haftstrafe verurteilt werden. Zu den 12 relevantesten Straftaten, die im Zuge einer Insolvenzsituation entstehen können, gehört laut unseren Autoren auch die Untreue. Bei der Erklärung, was genau Untreue eigentlich ist, taucht unsere heutige Redewendung auf:
„Untreue ist das Allroundtalent des Wirtschaftsrechts. Im Kern geht es um alle Handlungen, die andere in Not bringen. Sie zahlen beispielsweise Gesellschafterdarlehen in der Krise zurück und mindern damit das Kapital der Gesellschaft, um ihre eigenen Schäfchen ins Trockene zu bringen.“
S. 80.
Nachdem wir nun wissen, in welchem Kontext unsere Autoren die Schäfchen erwähnen, ist es an der Zeit, unser Lexikon danach zu fragen, was genau hinter unserer heutigen Redewendung steckt.
Was das Lexikon sagt
Im Redewendungsband unseres Lexikons findet sich ein Eintrag, der sich mit unserer Redewendung beschäftigt:
Sein Schäfchen ins Trockene bringen (selten auch: scheren); sein Schäfchen im Trockenen haben. Die Herkunft dieser Redewendungen ist nicht sicher geklärt. Möglicherweise war damit ursprünglich gemeint, dass man die Schafe auf eine trockene, höher gelegene Weide brachte, um sie vor dem in sumpfigen Gebieten lebenden Leberegel zu schützen. – Umgangssprachlich wird mit den Wendungen oft leicht abwertend ausgedrückt, dass sich jemand oft auf Kosten anderer einen großen Gewinn, große Vorteile verschafft oder bereits verschafft hat: Als der Konkurs nicht mehr abzuwenden war, hatte der Firmenchef längst sein Schäfchen ins Trockene gebracht. Die Hintermänner des Finanzskandals hatten ihr Schäfchen längst im Trockenen, als der Schaden bekannt wurde.
Das Zeit Lexikon. Mit dem Besten aus der Zeit, Band 20, S. 504.
Da ich nicht weiß, was genau Leberegel sind und welche Auswirkungen diese auf Schafe haben, kann ich mit der Erklärung nicht viel anfangen. Lass uns doch einmal schauen, ob uns das Internet verraten kann, wie genau die Tierchen den Schafen schaden.

Was das Internet sagt
Die Webseite Weideparasiten hält eine für mich gut verständliche Erklärung bereit. Leberegel sind Parasiten, die Weidetiere wie zum Beispiel Schafe befallen und diese so krank machen, dass die Wirte sogar sterben können.
Für den Überlebenszyklus der Leberegel wird ein Zwischenwirt gebraucht. Dieser Zwischenwirt ist eine Schneckenart namens Zwergschlammschnecke. Diese Schnecke lebt in feuchten Wiesen. Auf trockenen Wiesen ist diese Schnecke nicht zu finden, so dass sich die Leberegel-Eier, die sich im Ziegenkot befinden, nicht weiterentwickeln können. Indem Scharfe auf eine trockene Weide gebracht werden, kann also verhindert werden, dass sich weitere Tiere mit dem Parasiten infizieren.
Fazit
Wie haben nun zumindest eine Idee, woher die Redewendung kommen könnte. Was mir noch immer nicht aufgeht ist die Sache mit dem Schaden für die anderen. Wenn ein Schäfer seine Tiere auf eine trockene Weide bringt, entsteht in meinen Augen kein Schaden für andere. Warum die Redewendung die Bedeutung hat, dass die eigene Sicherheit anderen schadet, geht mir daher nicht auf. Kannst Du Dir diese Nebenbedeutung erklären? Gibt es durch das Ausweichen auf eine trockene Weide einen Schaden, den ich übersehe?
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