Weißt Du, was die Norman‘sche Formel ist?

Heute geht es um einen Begriff, der mir noch nie zuvor begegnet ist. Dank des Autors

Raoul Heinrich Francé: Die Pflanze als Erfinder

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vermute ich, dass diese Formel etwas mit dem Schiffsbau zu tun haben könnte. Raoul beschreibt in seinem Buch zahlreiche Beispiele, die zeigen, dass der Mensch von der Natur lernen kann, wie Dinge, wie zum Beispiel ein Schiffsrumpf, besser gestaltet werden können. An der Stelle im Buch, an der unser heutiger Begriff auftaucht, nimmt er die Flagellanten als Vorbild der Natur unter die Lupe. Flagellanten sind einzellige Lebewesen, die in Gewässern leben und immer schwimmen müssen. Manche Flagellanten sind Räuber. Für das Jagen sind sie darauf angewiesen, schnell zu schwimmen. Zu diesen jagenden Flagellanten gehört die Anisonema, die in diesem YouTube Video zu sehen ist. Dank einer Rille und einem Tau an ihrem Leib kann sie laut Raul gut schwimmen. Er schreibt:

Ein Frosch in einem Teich auf einem Seerosenblatt
Schau mal Pflanzen können richtig gut schwimmen.

„An der Seite, die beim Schwimmen unten liegt, ist eine lange, schraubig gewundene Rille vorhanden, in der sich ein langes Tau befindet, das nachgeschleppt wird und als Steuer, außerdem zur Erhöhung der Stabilität dient. Es ist erstaunlich, mit welcher Sicherheit die kleine Anisonema, von der zehn auf den Millimeter gehen, im Wasser manövriert – wie ruhig sie schwimmt, wendet, wie sicher sie stoppt, wie überlegen sie ihr Element meistert. […] Als ich sie zwar ohne Norman‘sche Formel, aber in sinngemäßer Anwendung auf den Teil des Schiffrumpfes unter der Wasserlinie übertrug, erklärte der Ingenieur, den man um die Vorberechnung eines solchen Modells ersuchte, erstaunt, dass hierdurch tatsächlich ein mobilerer Schiffstypus geschaffen werden könnte, oder, was sich gleich bleibt, bei gleicher Geschwindigkeit durch diese Rumpfform eine erhebliche Kostenersparnis erzielt würde.“

S. 38.

Ich verstehe, dass Menschen bei dem Design von Dingen von der Natur lernen können. Ich habe aber keine Ahnung, was die Norman’sche Formel damit zu tun hat. Lass uns doch einmal schauen, ob unser Lexikon uns verraten kann, was es mit dieser auf sich hat.

Was das Lexikon sagt

Nein, kann es nicht. Es hält keinen passenden Eintrag für uns bereit.

Was das Internet sagt

Nichts. Auch das Internet kennt die Norman’sche Formel nicht. Also habe ich mir Raouls Buch noch einmal zur Hand genommen und die Stelle erneut gelesen, um zu verstehen, wie sich die Anisonema mittels der Rille und ihrem Tau fortbewegt. Soweit ich es verstanden habe, erzeugt die Rille einen Wirbel im Wasser, der ähnlich wie bei einer Schiffsschraube für Bewegung sorgt. Das Tau am Körper des kleinen Tierchens dient der Steuerung der Schwimmrichtung.

Fazit

Ich weiß nicht, wie es Dir geht, aber ich bin überrascht, dass wir heute nicht herausfinden konnten, was es mit der Norman’sche Formel auf sich hat. Raouls Buch ist erstmalig 1920 erschienen. Die Formel ist also kein neues unbekanntes Wissen. Die Frage, die ich mir stelle, lautet, warum ich nichts über die Formel finden konnte. Gibt es die Formel noch immer? Hat sie nur einen anderen Namen? Oder hat sich die Formel als Irrtum herausgestellt und taucht daher nirgendwo mehr auf. Und überhaupt, wer war eigentlich dieser Norman? Normalerweise würde ich dem Autor des Buches nun eine Nachricht zukommen lassen und auf diesem Weg versuchen, eine Antwort zu finden. Da Raoul bereits 1943 gestorben ist, ist das nicht möglich, und ich muss mich daher für den Moment damit zufriedengeben, dass ich keine Antwort auf unsere heutige Frage finden konnte.

Unser heutiges Beispiel zeigt mir wieder, wie wichtig es, ist Dinge zu erklären. Lange Zeit ist das Wissen nur innerhalb von (wissenschaftlichen) Fachbereichen geflossen. Da war es nicht notwendig, Dinge zu erklären, weil alle Personen im Zuge ihrer Ausbildung eine fachspezifische Sprache gelernt haben. Doch heute leben wir in einer Welt, in der Wissen über Grenzen hinweg fließt. Wir können nicht mehr davon ausgehen, dass unser Gegenüber oder die Leserinnen unserer Bücher unser Vorwissen besitzen.

15. Oktober 2026
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Buchcover zum Beitrag
Ein Männchen mit vier Armen wirbelt 8 Bücher durch die Luft.
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Das Buch, das diesen Beitrag inspiriert hat, habe ich als Rezensionsexemplar vom Verlag erhalten. Das bedeutet, ich habe das Buch kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen, um darüber zu schreiben.

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Ein denkender Doktorhut.
3,4 min readCategories: Bücher, Wissen

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Ein Männchen mit vier Armen wirbelt 8 Bücher durch die Luft.

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15. Oktober 2026
nachdenklicher NotenschlüsselWeißt Du, woher der Begriff Lappalie kommt?
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