Weißt Du, was eine Sinteranlage ist?
Heute geht es um einen Begriff, der mir noch nie zuvor begegnet ist. Dank dem Autor von

Michael Hümmeler: Dein Spiel, deine Regeln. Dein Leitfaden zu Mut, Selbstbestimmung und Freiheit
weiß ich, dass Unternehmen, die Teile via 3D Druck fertigen eine Sinteranlage haben können. Michael hat ein solches Unternehmen und beschreibt in seinem Buch wie es ist seine Maschinenhalle zu betreten:
„Ich stehe in der Maschinenhalle. Normalerweise ist es hier heiß von der Abwärme der Produktion. Das Surren der Sinteranlagen und Kühler und das helle, künstliche Neonlicht sind Teil der alltäglichen Kulisse.“
S. 24.
Da Michaels Buch nicht im Detail auf die Produktion in der Maschinenhalle eingeht, sondern sich auf das Thema Ahrtal Flut und deren Folgen für Michael und Michaels Unternehmen fokussiert, erfahren die Lesenden seines Buches nicht, was genau die erwähnte Anlage macht. Ich bin gespannt, ob unser Lexikon eine Erklärung liefern kann.
Was das Lexikon sagt
Die Sinteranlage kennt unser Lexikon zwar nicht, dafür kann es uns gut verständlich erklären, was es mit dem Sintern auf sich hat.
Sintern, Verdichten (Zusammenfritten, Stückigmachen) pulverförmiger oder fein-körniger Stoffe durch Druck und Temperaturen unterhalb des Schmelzpunktes, wobei sich die Oberflächen der einzelnen Körner miteinander verbinden. In der Hüttentechnik ist das S. wichtigstes Verfahren zum Verfestigen von Erzen, Metallpulvern u. Ä. Hier kommen Sinterbänder zum Einsatz. In der Keramik wird die geformte Rohmasse gesintert. S. von Kunststoffen bedeutet ihr Aufschmelzen auf Metalle u. a. zum Korrosions- oder Verschleißschutz. So wird beim Wirbel-S. das durch einen Luftstrom aufgewirbelte Pulver von Kunststoffen mit engem Schmelzbereich dem zu überziehenden Gegenstand aufgeschmolzen.
Das Zeit Lexikon. Mit dem Besten aus der Zeit, Band 13, S. 433.
sin|tern (sw. V.; hat) (Technik): a) (pulverförmige bis körnige Stoffe, bes. Metall) durch Erhitzen [u. Einwirkenlassen von Druck) oberflächlich zum Schmelzen bringen, zusammenwachsen lassen u. verfestigen; Erze, keramische Rohmasse s.; b) durch Einwirkung von Hitze [u. Druck) oberflächlich schmelzen, zusammenwachsen u. sich verfestigen: das Erz sintert und bildet Blöcke.
Das Zeit Lexikon. Mit dem Besten aus der Zeit, Band 19, S. 2128.
Bis jetzt habe ich mich nur wenig mit 3D Druck befasst und kenne daher nur die Drucker, die einen Kunststofffaden bzw. -stab als Grundmaterial nutzen. Da Michael in dem Buch erwähnt, dass das Fertigungsmaterial Pulver ist, bin ich mir sehr sicher, dass das Lexikon genau das Verfahren beschreibt, dass Michael in seiner Fertigung nutzt. Ich wette eine Sinteranlage erhitzt das Pulver so, dass sich die Oberflächen der einzelnen Körner miteinander verbinden. Lass uns doch einmal schauen, ob uns das Internet eine solche Anlage in Aktion zeigen kann.
Was das Internet sagt
In diesem YouTube Video ist zu sehen, wie eine Person ein gefertigtes Teil von überschüssigem Pulver befreit. Wie genau so ein Teil in das Pulver gelangt, zeigt dieses YouTube Video.
Bis jetzt wusste ich nicht, wie genau 3D Druck mit Pulver funktioniert. Nachdem ich die Fertigung nun gesehen habe, finde ich es genial, weil der Materialbedarf niedriger zu sein scheint als bei dem 3D Druck, den ich bisher kennengelernt habe. Bei dem 3D Druck, den ich bereits kannte, werden bei einigen Teilen Stützstrukturen benötigt, um Teile zu fertigen. Diese Stützstrukturen werden vom Drucker gedruckt. Sobald das Teil fertig ist, werden die Stützstrukturen wie dieses YouTube Video zeigt entfernt und entsorgt. Das ist Material-Verschwendung, die bei dem Sinterdruckverfahren vermieden werden kann.
Fazit
Wir wissen nun, was eine Sinteranlage ist und wie das Verfahren im 3D Druck genutzt werden kann. Ich finde die Möglichkeiten, die der 3D Druck bietet, unglaublich faszinierend und hoffe, dass irgendwann der Tag kommt, an dem ich einen kaputten Gegenstand in eine 3D Druck Werkstatt geben kann, die genau das Ersatzteil druckt, dass zur Reparatur des Gegenstandes benötigt wird. Ich bin gespannt ob und wann dieser Tag kommen wird. Maker Spaces bieten heute schon solche Möglichkeiten, allerdings fehlt mir das Know-how in der Maschinenbedienung, so dass ich noch nicht in der Lage bin von diesem Angebot zu profitieren.
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Das Buch, das diesen Beitrag inspiriert hat, habe ich als Rezensionsexemplar vom Verlag erhalten. Das bedeutet, ich habe das Buch kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen, um darüber zu schreiben.
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