Weißt Du, woher der Begriff Manko kommt?
Heute geht es um einen Begriff, der fester Bestandteil meines Wortschatzes ist. Aus genau diesem Grund habe ich noch nie darüber nachgedacht, woher der Begriff eigentlich kommt. Doch dann bin ich bei

Pia Weißenfeld: Nachhaltiges Grafikdesign. Das umfassende Handbuch
über den folgenden Satz gestolpert:
„Ein zusätzliches Manko ist, dass dabei auch die IP-Adressen von Seitenbesucher*innen abgerufen werden, was nicht DSGVO konform ist.“
S. 296.
Ich bin mir sicher, dass Manko in diesem Satz Nachteil bedeutet, weil Pia auf dieser Buchseite die Nachteile von Web Fonts auflistet, die nicht auf dem eigenen Server gehostet werden. Web Fonts sind unterschiedliche Schriftarten wie „Robo“ oder „Open Sans“, die von Anbietern wie Google zur Verfügung gestellt werden, damit Webseiten diese Schriften verwenden können.
Diese Schriftarten können beim Besuch der Webseite direkt vom Server des Anbieter geladen werden. Das spart auf dem Webserver, auf dem die Webseite liegt, Speicherplatz. Doch dieser Vorteil geht mit einigen Nachteilen einher. So ist dieses Laden der Schriftarten von einem zweiten Server zum einen langsamer und zum anderen wird die IP-Adresse (die Informationen über den Besucher der Webseite enthält) an den Anbieter der Schriften übermittelt, was laut Pia in Bezug auf die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) problematisch ist.
Ich weiß genau, wovon Pia spricht, denn Du-Bist-Grossartig.de nutzt Google-Web Fonts für die Schriftdarstellung. Beim Einbinden der Schriftarten habe ich darauf geachtet, dass diese lokal, also auf meinem Webserver gehostet werden, so dass sie sich weder negativ auf die Ladezeiten der Webseite auswirken, noch die IP-Adressen der Seitenbesucher an Google übermitteln.

Nachdem wir nun wissen, wodurch das Manko aus Pias Satz verursacht wird, ist es Zeit, unser Lexikon zu fragen, woher unser heutiger Begriff kommt.
Was das Lexikon sagt
Unser Lexikon verrät uns nicht nur die Herkunft unseres heutigen Begriffes, sondern auch, dass er nicht, wie ich bin jetzt dachte, Nachteil bedeutet.
Manko [italien.] das, Fehlbetrag bzw. -menge, d.h. Differenz zw. dem Soll- und dem Istbetrag von Geld und/oder Waren (z. B. Kassen-M.). M.-Gelder sind pauschale Summen, die in Kassen- bzw. Geldzählberufen Beschäftigten als Verlustausgleich zugestanden werden.
Das Zeit Lexikon. Mit dem Besten aus der Zeit, Band 09, S. 314.
Man|ko, das; -s, -s [ital. manco, zu lat. mancus = verstümmelt, unvollständig]: 1. etw., was einer Sache (noch) fehlt, sie beeinträchtigt: ein entscheidendes M. ausgleichen. 2. (Wirtsch.) Fehlbetrag, Fehlmenge.
Das Zeit Lexikon. Mit dem Besten aus der Zeit, Band 18, S. 1513.
Der Begriff Manko stammt also ursprünglich aus dem Lateinischen und hat es über das Italienische ins Deutsche geschafft. Der Begriff kommt aus der Wirtschaft und drückt aus, dass etwas unvollständig ist. Pia möchte uns in ihrem Satz also nicht sagen, dass fremd gehostete Web Fonts Nachteile haben, sondern, dass diese die Ansprüche an den Datenschutz nur unvollständig erfüllen.

Unser Lexikon verrät uns auch, dass es Manko-Gelder gibt. Mir ist der Begriff noch nie zuvor begegnet, und ich wüsste gern, ob es Regeln gibt, mit deren Hilfe Manko-Gelder berechnet werden. Lass uns doch einmal schauen, ob das Internet solche Regeln kennt.
Was das Internet sagt
Das Internet ist voller juristischer Texte zu diesem Thema, die ich nicht verstehe. Eine Berechnungsregel für das Manko-Geld habe ich nicht gefunden. Die Webseite Vorlagen.de verrät uns lediglich, dass Manko-Gelder bis zu 16 Euro monatlich in Deutschland steuerfrei sind. Laut der Webseite der Rechtsanwaltsgesellschaft Hopkins gibt es keine Berechnungsgrundlage für das Manko-Geld. Es kann zwischen mehrere Hundert Euro im Monat betragen.
Soweit ich es verstanden habe, ist das Manko-Geld ein System, das den Arbeitnehmer dazu motivieren soll, genau auf die Kassenbestände zu achten. Wenn es einen Fehlbestand in der Kasse gibt, muss der Arbeitnehmer diesen aus seinem Manko-Geld begleichen. Gibt es keinen Fehlbestand, kann er das Manko-Geld behalten. Bis hierhin ist die Sache mit dem Manko-Geld für mich gut verständlich. Schwierig wird es, wenn der Fehlbestand in der Kasse das Manko-Geld übersteigt. Dieser Fall ist offenbar nicht einheitlich geregelt und wird individuell zwischen dem jeweiligen Abreitgeber und Arbeitnehmer vereinbart.
Fazit
Wir wissen nun, was ein Manko ist und woher der Begriff kommt. Zudem haben wir das Manko-Geld kennengelernt. Tatsächlich frage ich mich jedes Mal, wenn ich feststelle, dass mit meinem Wechselgeld etwas nicht stimmt, was passiert, wenn es einen Fehlbestand in der Kasse gibt. Es freut mich, dass ich heute einen Teil der Antwort gefunden habe.
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Das Buch, das diesen Beitrag inspiriert hat, habe ich als Rezensionsexemplar vom Verlag erhalten. Das bedeutet, ich habe das Buch kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen, um darüber zu schreiben.
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