Weißt Du, woher die Redewendung „Heft in der Hand“ kommt?
Ich weiß, dass jemand, der das Heft in der Hand hat, die Kontrolle hat. Was ich nicht weiß, ist, woher die Redewendung kommt. Der Autor

Karl Matthäus Schmidt: Geld Im Glück. Schritt für Schritt in ein erfülltes Leben
verwendet sie an einer Stelle in seinem Buch, an der er unter anderem über die Möglichkeiten der Digitalisierung schreibt. Er betont, dass die Digitalisierung Anleger unterstützen kann, aber nicht gänzlich die Kontrolle übernehmen sollte. In seinen Worten klingt das dann wie folgt:
„Bei der Anlagestrategie aber behalten Menschen das Heft in der Hand.“
S. 185.
Ich bin sehr gespannt, ob unser Lexikon uns verraten kann, woher die Redewendung kommt.
Was das Lexikon sagt
Unser Lexikon verrät uns, dass das Heft in der Hand nichts mit einem Schulheft zu tun hat, sondern den Griff einer Waffe beschreibt.
„Das Heft ergreifen (auch: in die Hand nehmen; in der Hand haben; behalten); das Heft aus der Hand geben; jemandem das Heft aus der Hand nehmen (auch: winden)
Diese sprachlich gehobenen Wendungen beziehen sich in ihrer Bildlichkeit auf »Heft« in der Bedeutung »Griff einer [Stich]waffe«. Wer das Heft ergreift, der übernimmt die Leitung von etwas, ergreift die Macht: Er wartete auf den Tag, an dem er in diesem Ressort das Heft in die Hand nehmen würde. – Wer das Heft aus der Hand gibt, gibt die Leitung, die Macht über etwas ab: Sein Vater fühlte sich noch jung und voller Schwung und dachte gar nicht daran, das Heft aus der Hand zu geben. – Einer Person das Heft aus der Hand nehmen bedeutet entsprechend, ihr die Macht entreißen, die Führung entziehen: Auch im zweiten Satz gelang es dem deutschen Doppel nicht, den Australiern das Heft aus der Hand zu nehmen.“Das Zeit Lexikon. Mit dem Besten aus der Zeit, Band 20, S. 259.
Was uns unser Autor sagen möchte

An dieser Stelle wird es nun spannend, denn ich denke nicht, dass Karl sich viele Gedanken bei der Formulierung gemacht hat. Ich denke, er wollte nur zum Ausdruck bringen, dass das Digitalisierungsbeispiel ein weiteres Beispiel dafür ist, dass derjenige, der sein Geld anlegt, nicht auf andere vertrauen darf. Dieser Leitgedanke durchzieht sein ganzes Buch. Egal ob Mensch oder Maschine, Berater und Unterstützer, alle beraten bei der Geldanlage nicht aus Nächstenliebe, sondern weil sie Geld verdienen wollen. Bei kostenlosen Beratungen wird in Form von Provisionen Geld verdient. Aus diesem Grund rät der Autor in seinem Buch, bei seinen Geldanlagen immer wachsam zu sein.
Ich interpretiere in diese Wortwahl noch mehr hinein. Karl ist der Erbe einer Bank, die von Generation zu Generation vererbt wurde. Er ist die Generation, die miterleben musste, wie diese Bank geschlossen wurde. Er hat beschlossen, dass ihn das nicht davon abhalten wird, weiter im Bankgeschäft tätig zu sein. Er gründet eigene Unternehmen im Banking Bereich. Mit diesem Wissen im Hinterkopf bekommt seine Wortwahl für mich eine tiefere Bedeutung. Diese Wortwahl gibt mir das Gefühl, dass Geldanlage ein Kampf ist. Ein Kampf, den Karl führt und ein Kampf, den er anderen beibringen will. Seine Motivation dahinter kenne ich nicht. Vielleicht ist es Rache oder ein „Denen werde ich es zeigen“ oder eine Wiedergutmachung dafür, was seine Familie durch das Schließen der Bank erleben musste. Doch wie gesagt, das ist alles nur Spekulation.
Fazit
Da ich nun weiß, dass wir es bei unserer Redewendung mit einer Formulierung zu tun haben, die auf Waffen beruht, wird es die Redewendung nicht in meinen Sprachgebrauch schaffen.
Als ich das Buch auf dem Bücherfest erhielt, sagte mir die Verlegerin, dass dies „keines dieser Bücher sei“. Da „Get Rich Quick“ mich noch nie interessiert hat, fehlen mir entsprechende Vergleiche. Was ich sagen kann, ist, dass das Buch keine Stories von Menschen erzählt, die durch einen guten Deal reich geworden sind. Er empfiehlt seinen Lesern nicht nach einem Anlage-Lottogewinn zu suchen. So weit so sympathisch.
Dennoch ist es ein Verkaufsbuch. Es promoted die Produkte des Autors, und es dürfte nicht verwundern, dass der Autor diese Produkte empfehlen kann. Die Promotion ist nicht aufdringlich, was bedeutet, dass sich das Buch flüssig liegt, und das ist viel wert. Mich persönlich konnte der Autor nicht davon überzeugen seine Produkte in Anspruch zu nehmen. Das liegt nicht an seinen Produkten, sondern an meinem fehlenden Interesse, mich mit dem Thema in der Intensität auseinanderzusetzen, die das Thema erfordert. Ich mag mich nicht durch Finanzthemen kämpfen und ergreife das Heft, das der Autor mir in seinem Buch anbietet, nicht.
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Das Buch, das diesen Beitrag inspiriert hat, habe ich als Rezensionsexemplar vom Verlag erhalten. Das bedeutet, ich habe das Buch kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen, um darüber zu schreiben.
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