Weißt Du, woher der Begriff Malocher kommt?
Ich weiß, dass malochen so etwas wie „hart arbeiten“ bedeutet, doch ich habe keine Ahnung, woher der Begriff kommt. Dank des Autors

Harald Strauß: Der bearbeitete Planet Systematik, Ethik und Ökonomik der Nachhaltigen Entwicklung
wird sich diese Wissenslücke mit etwas Glück heute schließen. Harald stellt in seinem Buch die Frage, ob ein Unternehmen, das bis jetzt eine Maschine hatte, die von einem Arbeiter bedient wird, einen zweiten Arbeiter braucht, wenn es eine zweite Maschine anschafft. Er schreibt, dass ein geschickter Kapitalbesitzer auf die Idee kommen könnte, eine neue Maschine anzuschaffen und den einen Arbeiter beide Maschinen bedienen zu lassen. Das hätte den Vorteil, dass die Produktion steigt, ohne dass sich die laufenden Kosten für den Betrieb der Maschinen massiv erhöhen.
„Außer der unglückliche Malocher erhält das doppelte Gehalt.“
S. 121.
Wenn ein Mensch zwei Maschinen bedient, ist die Produktion evt. nicht so hoch, wie mit zwei Arbeitern. Doch solange der Deckungsbeitrag der weniger produzierten Menge unter den Kosten für ein zweites monatliches Gehalt liegen, dürfte das den Kapitalbesitzer nicht weiter stören.
Nachdem wir nun wissen, warum der Malocher in Haralds Buch auftaucht, ist es an der Zeit, unser Lexikon nach der Herkunft des Begriffes zu fragen.
Was das Lexikon sagt
Unser Lexikon verrät uns, dass wir den Malocher dem jiddischen bzw. hebräischen verdanken.
Ma|lo|cher [auch: …ˈlɔ…], der; -s, – (salopp): Arbeiter (b).
Das Zeit Lexikon. Mit dem Besten aus der Zeit, Band 17, S. 1608.

Ma|lo|che [auch: …ˈlɔ…], die; – [jidd. melocho < hebr. měląką] (salopp): [schwere] Arbeit: sie fluchten über die M. unter Tage.
Das Zeit Lexikon. Mit dem Besten aus der Zeit, Band 17, S. 1608.
Was wir nicht erfahren, ist, was das jiddische Wort melocho und hebräische Wort měląką bedeuten. Ich bin gespannt, ob wir im Internet die Übersetzung für beide Begriffe finden werden.
Was das Internet sagt
Zu meiner großen Überraschung kennt Google Translate kein Jiddisch. Obwohl es Hebräisch kann, hilft es uns auch hier nicht weiter, da die Übersetzung für měląką laut Google Translate zu Deutsch měląką bedeutet.
Wikipedia ist an dieser Stelle schon hilfreicher. Hier erfahren wir, dass der hebräische Begriff aus unserem Lexikon „Arbeit“ bedeutet:
„Das Wort geht auf hebräisch מְלָאכָה (melā(‚)ḵā(h) – meläkä), „Arbeit“,[1] in aschkenasischer Aussprache malōchō, zurück.“
Spannenderweise habe ich nicht herausfinden können, warum malochen hart arbeiten bedeutet. Überhaupt ist es schwierig, im Internet viel über diesen Begriff zu erfahren. Heute ist einer der wenigen Tage, an denen ich das Gefühl habe, dass ich in einer Bibliothek mehr Informationen gefunden hätte. Warte, das bringt mich auf eine Idee.
Was Google Books sagt
Google Books bestätigt mein Gefühl. Hier habe ich mit nur einer Suchanfrage sofort das Buch von
Hans Peter Althaus: Zocker, Zoff & Zores. jiddische Wörter im Deutschen
gefunden, das detailliert auf 3,5 Seiten (ab Seite 47) auf den Begriff malochen eingeht. Wir erfahren, dass der Große Duden den Begriff Malochen 1978 aufgenommen hat, weil er zu dieser Zeit Teil der Umgangssprache war. Anschließend leitet der Autor her, wie der Begriff es über verschiedene Mundarten, wie zum Beispiel dem Rotwelsch, in die Umgangssprache geschafft hat.
Mit diesem Wissen im Hinterkopf kann ich nun nachvollziehen, dass der jiddische Begriff für arbeiten im Deutschen eine leicht abgewandelte Bedeutung hat.
Fazit
Wir wissen nun, woher der Begriff Malocher kommt. Für mich ist dies ein Begriff aus meiner Kindheit. Heute kenne ich kaum noch Menschen, die diesen Begriff verwenden. An dieser Stelle bin ich neugierig: Gibt es Menschen in Deinem Umfeld, die den Begriff noch heute gern benutzen?
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Das Buch, das diesen Beitrag inspiriert hat, habe ich als Rezensionsexemplar vom Verlag erhalten. Das bedeutet, ich habe das Buch kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen, um darüber zu schreiben.
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