Wie viel Urlaub brauchen wir?

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Berge
Berge

Wie sieht Dein Traumurlaub aus? Träumst Du von weißen Stränden, von unbekannten Orten, von sportlichen Abenteuern oder von einer schönen Zeit mit Deiner Familie im eigenen Garten? Egal wie Dein Traumurlaub aussieht, für viele Menschen ist der Urlaub die beste Zeit des Jahres. Doch wie viel Urlaub brauchen wir eigentlich? Sind die 24 Urlaubstage, die uns das Bundesurlaubsgesetz zusichert ideal? Wie die Antwort lautet weiß ich leider auch nicht, aber dank

Richard Branson: Virgin Way

kann ich heute ein spannendes Urlaubsmodell mit Dir teilen, von dem ich noch nie zuvor gehört habe.

Immer am Arbeiten

Computer

Wir leben in einer Zeit in der reguläre Arbeitszeiten immer mehr verschwinden. Dank Smartphone und co. passiert es immer öfter, dass fest angestellte Arbeitnehmer außerhalb ihrer Arbeitszeit noch einmal schnell die Office-Mails checken und sie schnell beantworten. Manch einer nimmt seinen Job sogar mit in den Urlaub und ist auch hier immer für sein Team erreichbar. Die ständige Erreichbarkeit ist auf der einen Seite gut für alle Beteiligten, weil Dinge nicht liegenbleiben und Projekte schnell vorangetrieben werden können.

Risiken und Nebenwirkungen

Sport

Doch diese ständige Erreichbarkeit kann für den Arbeitnehmer, der nicht mit ihr umzugehen weiß schnell Nebenwirkungen haben. Menschen brauchen Phasen der Erholung um Kraft zu schöpfen. Im Sport ist uns das völlig bewusst. Wenn wir trainieren zeigt uns unser Körper durch Schmerzen und oder Erschöpfung an, dass es Zeit für eine Pause und Energieaufnahme ist. Profisportler wissen, dass regelmäßige Pausen genauso wichtig sind wie regelmäßiges Training, keiner von Ihnen würde auf die Idee kommen 7 Tage die Woche von morgens bis abends zu trainieren.

Mit der ständigen Erreichbarkeit im Job ist es ähnlich. Natürlich ist es toll, wenn Dinge nicht liegenbleiben. Doch wer immer erreichbar ist, verwehrt seinem Körper und Geist die notwendige Erholung und kassiert in Form von Erschöpfung oder Burnout früher oder später die Quittung.

Tier

Lange Zeit habe auch ich geglaubt, ich sei unbesiegbar und Burnout könnte mir mal so gar nicht passieren. Ich dachte wer leidenschaftlich gern arbeitet kennt keinen Burnout und so schlug ich jeden Rat in den Wind und arbeitete wie ein Tier und das in 2 Jobs. An meinem freien Tag kümmerte ich mich um einen erkrankten Verwandten und hatte das gute Gefühl alles unter Kontrolle zu haben und gebraucht zu werden. Doch eines Tages saß ich vor einer Flasche Cola und sah das o und das l nicht. Auf der Flasche stand „Ca“. In diesem Moment fiel bei mir der Groschen, ich hatte übertrieben und meine Grenzen ignoriert. An diesem Tag legte ich meinen zweiten Job nieder und fing an Verantwortung für mich selbst und meine Erholung zu übernehmen. Zum Glück unterstützte mein Hauptarbeitgeber mich dabei und machte es mir leicht einen guten Weg zwischen Arbeit und Erholung zu finden.

Wald

Mein Beispiel zeigt: Mit den flexibleren Arbeitszeiten muss der Arbeitnehmer Verantwortung für sich selbst übernehmen und Erholungsphasen diszipliniert planen und nehmen. Wir erholen uns immer dann, wenn wir uns fallen lassen, wenn wir im Moment sind. Wenn wir mit unseren Kindern spielen oder im Wald spazieren und den Rest der Welt völlig ausblenden können. Und das faszinierende an diesen Erholungsphasen ist, dass grade sie uns ab und an die Ideen schenken, die wir durch angestrengtes Nachdenken nicht bekommen. Warum das so ist kannst Du unter https://du-bist-grossartig.de/warum-entstehen-die-besten-ideen-eigentlich-nicht-am-schreibtisch/ nachlesen. 🙂

Erholungsphasen sind nicht nur gut für den Menschen, sondern auch für ihre Produktivität. Wenn wir Erschöpft sind, leidet die Qualität unserer Arbeit. Wenn wir erholt und fit sind schaffen wir manchmal einen riesigen Berg an Arbeit in nur einem Tag und fragen und selbst am Ende des Tages wie wir das geschafft haben. Doch wir können wir ständige Erreichbarkeit und Erholung unter einen Hut bringen?

Wie sehen mögliche Lösungen aus?

Zeit, Uhr
Flexible Arbeitszeit

Sicherlich gibt es viele Wege, die beim ausführlichen darüber Nachdenken zum Ziel führen. Einen dieser Wege hat Netflix, dank seiner Mitarbeiter gefunden, denn diese stellten eine spannende Frage: Wenn ich als Arbeitnehmer bereit bin immer dann zu arbeiten, wenn mein Unternehmen mich braucht, muss mein Unternehmen doch auch gewillt sein bezüglich meines Urlaubes die gleiche Flexibilität zu haben. Dank dieser Frage stellte Netflix seine Urlaubsregeln auf den Kopf. Diese lautet nun wie folgt:

„Our vacation policy is “take vacation.” We don’t have any rules or forms around how many weeks per year. Frankly, we intermix work and personal time quite a bit, doing email at odd hours, taking off weekday afternoons for kids’ games, etc. Our leaders make sure they set good examples by taking vacations, often coming back with fresh ideas, and encourage the rest of the team to do the same.“

https://jobs.netflix.com/culture
Urlaub

Angestellte bei Netflix können also Urlaub nehmen wann sie wollen und wie lang sie wollen. Die Netflix-Mitarbeiter brauchen sich ihren Urlaub nicht genehmigen zu lassen und es gibt keine Verpflichtung die Anzahl der genommenen Urlaubstage zu tracken. Netflix erwartet von seinen Mitarbeitern, dass sie nur dann Urlaub nehmen, wenn sie 100% der Meinung sind, dass ihr Urlaub dem Geschäft nicht schadet und sie und ihr Team mit ihren Projekten auf Stand sind.

So spannend ich diesen Ansatz finde, so sehr frage ich mich: Kann das funktionieren? Nehmen alle Netflix-Angestellten das Angebot wahr und erholen sich ausreichend, oder haben manche das Gefühl, dass die Arbeit nie in einem Zustand ist, dass sie sich einen Urlaub erlauben können? Was meinst Du? Könntest Du mit dieser Freiheit umgehen? Kennst Du noch andere coole Urlaubsregelungen?

Lust auf mehr? Wo dieses Wissen herkommt, ist noch viel mehr. Das Buch das diesen Beitrag inspiriert hat, findest Du unter dem hier folgenden Affiliate-Link bzw. Werbe-Link:

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