Würdest Du das Spielbrett eines Brettspiels bemalen, und es so dauerhaft verändern?
Wenn ich Bücher aus der Bibliothek ausleihe, wundere ich mich sehr, wenn ich darin Markierungen mit Kugelschreibern oder Textmarkern entdecke. Ich verstehe den Wunsch, bestimmte Stellen in Büchern zu markieren. Aus diesem Grund nutze ich als Lesezeichen kleine Klebezettel als Haftmarker, mit denen ich bei Bedarf eine Stelle im Buch markieren kann. Diese Haftmarker kann ich jederzeit wieder entfernen und das Buch bleibt dabei in der Regel unversehrt.

Nun bin ich in dem Buch von
über ein Brettspiel namens Risiko Evolution gestolpert, in denen die Spielregeln besagen, dass das
- Spielbrett bemalt,
- Spielkarten zerrissen werden und
- Sticker auf das Spielbrett beklebt werden.
Für mich fühlen sich diese Regeln wie Zerstörung an, die das Marketing-Ziel verfolgt, die Verkaufszahlen in die Höhe zu treiben, weil das Spiel vermutlich irgendwann so zerstört ist, dass es nachgekauft werden muss. Jesse benennt in seinem Buch einen völlig anderen Grund für die Zerstörung, der mir nicht in den Sinn gekommen wäre:
„Diese ungewöhnlichen Spielmechanismen sind ebenso neuartig wie faszinierend – noch wichtiger ist allerdings die Tatsache, dass sie dem zentralen Thema des Spiels ganz besonderen Nachdruck verleihen. »Krieg verändert eine Welt.«“
S. 114.
Mit diesem Wissen sitze ich nun zwischen den Stühlen. Ich finde die Idee auf der einen Seite großartig, auf der anderen Seite sträubt sich in mir alles gegen die scheibchenweise Zerstörung eines Brettspiels. Also habe ich beschlossen, mir das Spiel heute genauer anzuschauen, damit ich mich für eine der beiden Sichtweisen entscheiden kann.
Muss ich das Spielbrett irgendwann wegwerfen?
In diesem YouTube Video wird das Spiel in knapp 10 Minuten erklärt. Das Spielbrett zeigt eine Landkarte, die mich stark an das erinnert, was ich sehe, wenn ich auf Google Maps ganz weit rauszoome. Es ist zu sehen, dass das Spiel schon gespielt wurde, denn das Spielbrett ist bereits beschriftet und beklebt. Die Aufkleber dienen der Darstellung von Städten. Auf ihnen wird der Name der Stadt eingetragen und die Zahl auf den Aufklebern gibt einen Hinweis darauf, ob diese Stadt eine Hauptstadt ist.

Der Mensch in dem YouTube Video verrät uns auch, dass das das Spiel sich über ca.15 Partien entwickelt, in denen Aufkleber geklebt und das Brett beschriftet wird. Nach den 15 Runden ist das Brett weiter spielbar, aber durch seine Individualisierungen einzigartig. Hier lautet die Empfehlung des Videos, ein Brett nur mit einer Gruppe zu bespielen, da diese die „Geschichte“ des Brettes und jeder einzelnen Stadt kennt.
Das Spielbrett wird nach 15 Partien nicht weggeworfen. Es ist vielmehr ein Spiel, das eine Spielgruppe enger aneinander bindet und so in meinen Augen eine kleine Community aus 3 bis 5 Personen erschafft. Wie sich so ein Board von Runde zu Runde weiterentwickelt, ist auf dieser Webseite zu sehen, auf der ein Team sein Board nach jedem Spiel fotografiert hat.
Die deutsche Version ist Geschichte
In diesem Magazin Artikel aus dem Jahr 2014 steht, dass die Produktion der deutschen Version des Spiels bereits 3 Jahre nach der Veröffentlichung des Spiels eingestellt wurde. Diese Version gibt es nur noch gebraucht zu kaufen, was bedeutet, dass das Brett bereits von anderen Menschen beschriftet wurde. Die englische Version des Spiels trägt den Namen Risk Legacy und ist noch immer käuflich.
Wer hat es erfunden?
Der Erfinder des Spiels ist Rob Daviau. Da er professioneller Spieleentwickler ist, hat er zahlreiche Spiele designt. Mit Risiko Evolution ist Rob der Erfinder des Legacy Spieldesigns, das sich dadurch auszeichnet, dass sich das Spielbrett von Partie zu Partie weiterentwickelt. Wenn Du also Lust hast, den Spiel Typ in einer deutschen Version zu spielen, kannst Du das noch immer tun, indem Du Dir zum Beispiel das Spiel Zug um Zug Legacy zulegst, dass in diesem YouTube Video vorgestellt wird.
Fazit
Ja, ich für meinen Teil würde nach der heutigen Recherche ein Spielbrett bemalen. Allerdings tue ich das aktuell nicht, weil ich nur sehr selten Brettspiele spiele. Ich habe also auch keine Gruppe, mit der ich so ein Spiel durchspielen könnte. Was ich mir vorstellen kann, ist, so ein Spiel für einen Urlaub zu kaufen. Ich habe zu meiner großen Freude gleich zwei Spezialgeschäfte in meiner Nähe, in denen ich in Erfahrung bringen kann, ob es gute Legacyspiele für 2 Personen gibt.
An dieser Stelle bin ich neugierig: Würdest Du ein Spielbrett bemalen? Wie schaut es mit Büchern aus? Setzt Du in diesen manchmal den Stift an?
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Das Buch, das diesen Beitrag inspiriert hat, habe ich als Rezensionsexemplar vom Verlag erhalten. Das bedeutet, ich habe das Buch kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen, um darüber zu schreiben.
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