Die Sache mit der Zufriedenheit

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Fragst Du Dich auch manchmal: Was brauchen wir um zufrieden zu sein? Warum sind manche Menschen egal was passiert zufrieden und andere Menschen sind es nicht? Die Frage mit der Zufriedenheit ist nicht leicht zu beantworten, aber ich habe in

Jorge Bucay: Komm, ich erzähle Dir eine Geschichte

eine wunderbare Geschichte zum Thema Zufriedenheit gefunden, die mich so bewegt hat, dass ich sie heute mit Dir teilen möchte.

Der König und sein Diener

Zeichnung eines Königs
Zeichnung eines Königs

Es war einmal ein König. Wie es sich für einen König gehörte, hatte er einen schönen Palast, viele Bedienstete und eine Menge Reichtümer. Doch obwohl er alles hatte, war unser König ein unzufriedener König.

Der König hatte einen Diener. Dieser hatte, wie es sich für einen Diener gehört wenig Besitz. Er hatte keinen eigenen Besitz. Alles was er und seine Familie besaß wurde ihm vom König zur Verfügung gestellt. Unser Diener besaß nicht ein einziges Gute, das nur dem Luxus diente.

Die Frage nach dem Geheimnis der Zufriedenheit

Zeichnung eines Dieners
Zeichnung eines Dieners

Jeden Morgen kam der Diener zum König und diente ihm fröhlich und gut gelaunt den ganzen Tag. Der König konnte nicht verstehen, warum sein Diener so zufrieden war. So kam der Tag an dem der König den Diener nach seinem Zufriedenheitsgeheimnis fragte.

Der Diener antwortete wahrheitsgemäß, dass er kein Geheimnis habe. Wie Du Dir vorstellen kannst, fand unser König diese Antwort wenig zufriedenstellend.  Also bohrte der König nach. Er drohte dem Diener mit der Tidesstrafe, wenn dieser ihm nicht die Wahrheit sagte. Unser Diener hing an seinem Leben und versuchte dem König eine bessere Antwort zu liefern. Er sagte er sei zufrieden, weil er dienen dürfe und alles habe was er zum Leben brauche.

Die Zufriedenheits-Theorie

Der König war auch mit dieser Antwort nicht zufrieden. Er schickte den Diener aus dem Raum und ließ einen Berater kommen.Diesem erzählte er von der Zufriedenheit des Dieners und dessen Weigerung unserem König sein Geheimnis zu offenbaren. 

Da unser König alles hatte, was man sich wünschen kann, hatte er nicht irgendeinen Berater, sondern einen besonders schlauen. Dieser erklärte ihm, dass das Glück des Dieners der Tatsache geschuldet war, dass dieser nie im Kreis der 99 war. Der Berater behauptete, dass Menschen im Kreis der 99 unzufrieden und ausserhalb des zufrieden seien.

Mit dieser Erklärung hatte der Berater die Neugier des Königs geweckt. Der Berater war sich sicher, dass der Diener mit dem Eintritt in den Kreis der 99 seine Zufriedenheit verlieren würde und der König wollte den Beweis. Der König wollte so dringend das Geheimnis der Zufriedenheit wissen, dass er bereit war die Zufriedenheit seines Dieners zu opfern.

Das Zufriedenheits Experiment

Und so machten sich Berater und König auf um den Diener in den Kreis der 99 zu holen. Alles was sie dazu benötigten war 

  • ein Lederbeutel, 
  • 99 Goldmünzen und
  • ein Zettel auf dem stand, dass die Goldmünzen eine Belohnung für tolle Arbeit waren und dass der neue Eigentümer der Münzen niemandem von den Münzen erzählen durfte.
Zeichnung eines glücklichen Finders
Zeichnung eines glücklichen Finders

Der Berater und der König gingen zu, Haus des Dieners, hängten den Beutel an dessen Haustür, klingelten und versteckten sich. Unser braver Diener öffnete die Tür, fand den Beutel, las den Zettel und zog sich in sein Haus zurück um die Münzen zu zählen.

Zeichnung eines unglücklichen Dieners
Zeichnung eines unglücklichen Dieners

Nie zuvor hatte unser Diener auch nur eine Goldmünze besessen, jetzt hatte er gleich 99. Doch die Sache war die 99 waren nicht 100. Der Diener war sich einer Sache ganz sicher: Mit 100 Goldmünzen wäre der Diener reich, aber nicht mit 99. Mit 99 Goldmünzen konnte er nicht zufrieden sein, erst 100 Münzen würden ihn ein zufriedenes Leben leben lassen….

Und an dieser Stelle überlasse ich die Geschichte Deiner Fantasie und wünsche Dir einen fantastischen Start in den Tag.

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Jorge Bucay: Komm, ich erzähl dir eine Geschichte