Was ist Neuroprothetik?

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Wenn Du (wie ich bis zu diesem Buch) noch nie etwas von Neuroprothetik (so krasses Zeug!) gehört hast, solltest Du diesen Beitrag unbedingt lesen.

Richard David Precht: Wer bin ich und wenn ja wie viele? Eine philosophische Reise

Neuroprothetik – was für ein Wort. Kann sich hinter einem solchen Monster etwas Spannendes verbergen? Die Antwort lautet natürlich ja, sonst würde ich mir nicht die Mühe machen darüber zu schreiben 😉.

Neuro + Prothetik = Neuroprothetik

Um dahinter zu kommen was ein Wort bedeutet, lohnt es sich in der Regel einmal genau hinzusehen, aus welchen Worten es besteht. Also lass uns diesen Versuchen starten, mal schauen wohin er uns führt. Neuroprothetik setzt sich aus zwei Worten zusammen:

Gehirn
Gehirn
  • Neuro – Nerven, Nervensystem, Nervenstrang
  • Prothetik – medizinisch technischer Wissenschaftsbereich, der sich mit der Konstruktion von Prothesen befasst.
Ohr
Ohr

Okay, das würde jetzt bedeuten, es geht um Nervenprothesen, richtig? Volltreffer! Ich habe schon Menschen gesehen, die im Kopf kurz hinter dem Ohr etwas „installiert“ haben und ich kann mir immer nicht merken, dass das Ding ein Cochlea-Implantat (Hörschnecken- Implantat) heißt. Mir war auch bewusst, dass dieses kleine Teil seinen Besitzern zum ersten Mal das Hören ermöglicht. Doch worüber ich mir nie wirklich Gedanken gemacht habe ist:

  • Wie geht das? Wie kann ein so kleines Teil einem Tauben das Hören ermöglichen?
  • Das dieses kleine Teil ist nur ein Vorgeschmack von dem ist was da noch kommt. Mit unseren wachsenden technologischen Fähigkeiten, wachsen die Möglichkeiten der Neuroprothetik.

Fangen wir mit der leichten Frage an:

Wie funktioniert ein Cochlea-Implatat?

Ein kleiner Klangprozessor wandelt die Töne der Umwelt in elektrische Signale um. Unser Gehirn arbeitet mit elektrischen Signalen und kann die vom Implantat gesendeten verstehen. So sorgt diese kleine Übersetzung von Geräusch in elektronischen Impuls dafür, dass ein tauber Mensch hören kann. Das ist schon richtig cool, oder?

Die gleiche Technologie wird bereits eingesetzt um Menschen das Augenlicht wiederzugeben und die Neuroprothetiker arbeiten sogar daran mit dieser Technologie Querschnittsgelähmte zu heilen. Es gibt sogar Dokumentationen, die zeigen wie Parkinsonpatienten dank solcher technisch erzeugten Hirnimpulse von ihrem unruhigen Hand Symptom befreit werden.

Philosophie und Technik

Angst
Angst

Warum Schreibt Richard als Philosoph über ein solches Thema? Was hat diese Technologie mit Philosophie zu tun? Sehr gute Frage 😉 Philosophen fragen sich nun wie weit wir mit solchen Technologien gehen sollten. Denn wenn wir Menschen das Sehen und Hören schenken können, dann können wie mit der gleichen Technologie auch Menschen in unserem Sinne steuern. Wenn wir wissen wo Angst und Sorge im Hirn entstehen, können wir auch herausfinden wie wir diese Gefühle kontrollieren können. Wir könnten sogar gezielt Erinnerungen löschen.

Eine Welt ohne Angst und Sorgen?

Welt
Welt

Doch was wäre das für eine Welt, in der die Menschen keine Ängste und keine Sorgen und keine schlechten Erinnerungen mehr hätten? Wäre es eine bessere Welt oder eine schlechtere? Könnten wir überhaupt noch an unseren Erfahrungen wachsen und aus ihnen lernen? Wären wir zufriedener oder nur noch seelenlose Gestalten, die sich ihr Leben designen? Welche Auswirkungen hätte das auf unser soziales Leben?

Ich kenne die Antworten auf diese Fragen nicht. Aber es sind spannende Fragen die gestellt werden müssen. Und wo sind eigentlich die ganzen Philosophiestudenten, wenn man mal einen braucht?

Ich freue mich jetzt darauf mit meinem nächsten Buch in meinen Tag zu starten und wünsche auch Dir einen fantastischen Start in den Tag.