Weißt Du, was Antifragilität ist?

In meinem Bücherregal befindet sich ein ganzes Buch über das Thema Antifragilität. Das Buch ist von Nassim Nicolas Taleb. Der Mann weiß so viel, was ich nicht weiß, dass ich an einigen Stellen Schwierigkeiten habe ihn zu verstehen. Obwohl ich sein Buch über Antifragilität gelesen habe, war ich bis jetzt nicht in der Lage den Begriff in einfachen Worten zu erklären.

Ein Männchen möchte ein Buch mit einem Kamm durchkämmen. Das Buch schaut etwas besorgt aus.
Na komm schon her, ich brauch nur eine klitzekleine Information.

Obwohl das Buch

Mike Fischer: Erfolg hat, wer mit Liebe führt. Vom Egoismus zum Wir

das Thema Antifragilität nur am Rande streift, habe ich dank ihm endlich verstanden, was es mit der Antifragilität auf sich hat. Dieses Wissen möchte ich heute mit Dir teilen.

Warum eine Pusteblume Antifragil ist

Auf Seite 194 in Mikes Buch sind folgende drei Bilder zusammen mit folgenden drei Begriffen abgebildet:

  1. Weinglas – Fragil
  2. Kette – Robust
  3. Pusteblume – Antifragil

Das Weinglas ist fragil, weil es zerbricht, wenn wir es herunterwerfen. Es zersplittert in 1000 Teile und ist dann nicht mehr zu gebrauchen.

Die Kette ist robust. Wenn wir sie herunterwerfen passiert nichts. Sie bleibt eine Kette. Sie mag beim Runterwerfen ein wenig verheddern, doch sie lässt sich durch etwas Ziehen wieder entwirren.

Auf den ersten Blick ist eine Pusteblume noch fragiler als ein Weinglas. Es reicht einmal kräftig Pusten und schon wird aus einem schönen runden flauschigen Blümchen ein Stängel ohne alles. Die Blume ist kaputt. Auf den zweiten Blick ist die Blume aber nicht kaputt. Das Pusten hat eine Blume zerstört und dabei mit hoher Wahrscheinlichkeit zig neue Blumen geschaffen. Die kleinen flauschigen Dinger, die beim Pusten davonfliegen sind die Samen der Blume. Aus ihnen können neue Pflanzen entstehen. Die Pusteblume ist antifragil, weil ihre „Zerstörung“ zu ihrer Vermehrung führt.

Antifragilität bei Mike

Ein Buch hat die Saat gesäht, ein anderes hat sie gewässert und so ist neues Wissen in meinem Kopf entstanden.

Dank der drei kleinen Bildchen kann ich nun endlich erklären, was Antifragilität ist. Doch Mike geht in seinem Buch noch weiter. Er überträgt das Prinzip der Pusteblume auf den Menschen, genauer gesagt auf sich.

Vor einigen Jahren erhielt Mike eine schockierende Diagnose: Verdacht auf Lungenkrebs. Von einem auf dem anderen Moment wurde ihm bewusst, wie zerbrechlich er bzw. sein Leben war. Statt nun wie ein Weinglas an der Diagnose zu zerbrechen, entschied Mike sich unbewusst dazu eine Pusteblume zu sein.

„Ich habe das Positive aus diesem schockierenden Diagnoseverdacht gezogen, habe überlegt, was ich alles noch im Leben machen werde, und habe jeden negativen Gedanken ausgeblendet. […] Von der Klinik aus habe ich meinen zweiten Pizzaladen eröffnet, die damalige »OK-Fahrschule« und die »Verkehrs- und Fahrerausbildung Fischer« mit der Fischer Academy GmbH, also dem heutigen Unternehmen, verbunden und mit meinem damaligen Team die Zentralisierung unseres Unternehmens in einem neuen Gebäude begonnen, und damit den Grundstein für das heutige FischerDorf gelegt.“

S. 195.

Dank der Diagnose stellte Mike fest, dass das Unternehmen, was er bis dahin erschaffen hatte, fragil war und zerbricht, wenn er nicht mehr da sein würde. Er nutzte die Erkenntnis und baute sein Unternehmen um, so dass es heute nicht mehr einem Weinglas, sondern einer Pusteblume entspricht. Wenn er irgendwann nicht mehr sein sollte hat das Unternehmen nun gute Chancen weiter zu existieren.

Antifragilität bei mir

Eine Talk ist mir nicht mehr genug.

Als ich las, was Mike geschrieben hat, wurde mir bewusst, dass ich das Pusteblumenprinzip seit 2022 für meine Ziele nutze. Wenn Du den Über Mich Text von Du bist grossartig gelesen hast, weißt Du, dass ich das Ziel hatte 2022 einen TED-Talk zu halten. Dieses Ziel habe ich nicht erreicht. Dennoch bin ich nicht traurig. Ähnlich wie Mike habe ich das Positive aus der Situation mitgenommen. Ich habe festgestellt, dass mein Blog mit inzwischen mehr als 1.000 Beiträgen viel mächtiger ist als ein einzelner TED-Talk.

Kürzlich ist mir in einem Interview mit Franziska Panter bewusst geworden, dass mein TED-Talk-Scheitern in Wirklichkeit die Befreiung von einem Ziel war. Ich habe mich drei Jahre lang ernsthaft mit dem Ziel beschäftigt. Ich habe es mir genau angeschaut und erkannt, dass ich das, was ich mit dem TED-Talk erreichen wollte (Menschen inspirieren) auf einem anderen Weg (meinem Blog) viel besser erreichen kann.

Mein neues drei Jahres Ziel ist es ein Buch zu schreiben. Dieses Ziel verfolgt mich schon eine halbe Ewigkeit. Es ist verbunden mit völlig romantischen Vorstellungen. Rational weiß ich, dass diese nicht viel mit der Realität zu tun haben. Ich weiß, dass ein Buch zu schreiben enorm viel Arbeit ist und dass man damit in der Regel kein Geld verdient. Doch obwohl ich all das weiß, verfolgt mich dieses Ziel noch immer. Also nehme ich es nun in Angriff. Dabei ist das Ziel nicht unbedingt ein Buch zu schreiben, sondern ehr endlich Frieden mit dem Ziel zu schließen. Wer weiß, vielleicht entdecke ich auch bei dieser drei Jahres Reise das wahre Ziel hinter dem Ziel.

Fazit

Was mich an unserem heutigen Beitrag fasziniert, ist dass er zeigt, wie mächtig Visualisierungen sind. Drei kleine Bilder und drei kleine Worte zu einem Thema haben mich mehr verstehen lassen als ein ganzes mehrere hundert Seiten umfassendes Buch.

Weil Mike das Thema Antifragilität nicht nur visualisiert, sondern auch auf ein Praxisbeispiel bezogen hat, habe ich das Thema nicht nur verstanden, sondern konnte es auch auf mich beziehen. Aus diesem Grund bin ich nun neugierig: Was ist Deine Antifragilitäts-Pusteblume?

20. Februar 2026
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Buchcover von Mike Fischer: Erfolg hat, wer mit Liebe führt. Vom Egoismus zum Wir
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Das Buch, das diesen Beitrag inspiriert hat, habe ich als Rezensionsexemplar vom Verlag erhalten. Das bedeutet, ich habe das Buch kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen, um darüber zu schreiben.

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20. Februar 2026
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