Weißt Du was derivativ bedeutet?

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Derivate sind mir schon des Öfteren begegnet, aber dem Begriff derivativ bin ich dank

Gabor Steingart: Weltbeben. Leben im Zeitalter der Überforderung

zum ersten Mal begegnet. Lass uns nun gemeinsam herausfinden, was sich hinter diesem Begriff verbirgt.

Wilde Bedeutungsspekulation

Genitiv ins Wasser, weil Dativ ist. 😉

Wenn ich mir den Begriff derivativ anschaue, muss ich irgendwie Derrick, Vater und Dativ denken. Wie Du, dank der Fettsetzung sehen kannst, stecken diese Begriffe ganz eindeutig in derivativ. Die erste Bedeutungsspekulation lautet also: Derricks Vater soll nie tief ins Wasser gehen, weil es da tief (Dativ) ist. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass wir mit dieser Spekulation keinen Volltreffer landen werden. Lass uns also einen zweiten Anlauf starten.

Soweit ich mich erinnern kann, kann man Derivate handeln, und sie haben irgendetwas mit der Börse zu tun. Mit diesem Wissen im Hinterkopf könnte derivativ also „handelbar“ bedeuten. Ob wir mit dieser sehr einfachen Spekulation richtig liegen, wird uns nun – mit etwas Glück – unser großartiges Lexikon verraten.

Was das Lexikon sagt

Zu meiner großen Freude hält unser Lexikon auch heute wieder einen passenden Eintrag für uns bereit:

derivativ <Adj.> [spätlat. derivativus] (Sprachw.): durch Ableitung entstanden.

Das Zeit Lexikon. Mit dem Besten aus der Zeit, Band 17, S. 488.
Kein Begriff aus der Finanzwelt.

Dieser Eintrag überrascht mich. Ich war der festen Überzeugung, dass derivativ aus der Finanzwelt stammt. Mit einem sprachwissenschaftlichen Begriff, der eine so einfache Bedeutung hat, habe ich nicht gerechnet.

Ich habe mir noch nie Gedanken darüber gemacht, dass viele Worte, die wir täglich benutzen, derivativ sind. Zu diesen Worten, gehören laut meiner kurzen Internetrecherche:

  • Sicherheit – abgeleitet von sicher
  • Freiheit – abgeleitet von frei
  • Klarheit – abgeleitet von klar
  • usw.

Fazit

Auch wenn derivativ ein schönes Wort ist und sehr intelligent klingt, wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit keinen festen Platz in meinem Vokabular erhalten. Ich habe einfach das Gefühl, dass dieses Wort in der täglichen Kommunikation mehr Verwirrung als Klarheit stiften würde. Wie ist es mit Dir? Fallen Dir Situationen ein, in denen Du das Wort derivativ einsetzen wirst?