Weißt Du, was die Markteffizienzhypothese ist?

Heute geht es um einen Begriff, den ich – falls er mir schon einmal begegnet sein sollte – einfach ignoriert habe. Dank des Autors

Warte kurz, ich schlag nur noch schnell den Markt.

Karl Matthäus Schmidt: Geld Im Glück. Schritt für Schritt in ein erfülltes Leben 

starten wir bei unserer heutigen Recherche nicht bei 0. Er verrät uns unter anderem, wem wir diese Hypothese verdanken:

„Niemand kann zuverlässig den Markt schlagen. Das folgt aus der sogenannten Markteffizienzhypothese, die eng mit dem Wirtschaftswissenschaftler Eugene Fama verbunden ist. […] Seine 1970 aufgestellte „Effizienzmarkttheorie“, die auch als „Markteffizienzhypothese“ oder „Theorie der effizienten Märkte“ bezeichnet wird, befasst sich mit der Preisbildung und daher indirekt damit, wie überdurchschnittliche Gewinne zuverlässig erzielt werden können.“

S. 173f.

Zudem erfahren wir, dass Eugene im Jahr 2013 den Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften erhalten hat. Im Grunde genommen hat uns Karl damit unsere heutige Frage schon beantwortet. Doch irgendwie ist mein Gehirn nicht in der Lage, daraus verwertbare Informationen zu machen. Aus diesem Grund schauen wir uns Eugene und seine Hypothese nun etwas genauer an.

Wer war Eugene?

Eugene wurde 1939 in den USA oder genauer gesagt in Bosten geboren. Ab 1963 lehrte er an der University of Chicago und 30 Jahre später wurde er hier Professor of Finance. Die Erkenntnis, die ihm später den Nobelpreis eintrug, gewann er laut der ZEIT bereits als Student:

„Als junger Student arbeitete Eugene Fama für einen Professor in Boston. Für ihn sollte er herausfinden, wie man auf den Finanzmärkten Geld verdienen kann. Fama versuchte, aus historischen Daten die perfekte Investment-Strategie herauszulesen. Schnell stellte er fest, dass die Strategien, die in der Vergangenheit funktioniert hatten, für die Zukunft nutzlos waren. “

Warum kann niemand den Markt schlagen?

Woow, das habe ich nicht kommen sehen.

Eine Antwort auf diese Frage gibt uns die Webseite des englischsprachigen Lexikons Encyclopædia Britannica:

„Fama showed that it is very difficult to predict asset-price movements in the short run, because markets incorporate any new price-relevant information very quickly.“

Fama hat also aufgezeigt, dass sich kurzfristige Preisänderungen nur schwer vorhersagen lassen, weil preisrelevante Informationen sich schnell in den Preisen am Markt niederschlagen. Laut Karl sind Famas Erkenntnisse der Wegbereiter für börsengehandelte Indexfonds. Die Webseite der Zeitschrift Focus erklärt, warum das so ist: Wenn Informationen sich immer sofort in Marktpreisen niederschlagen, gibt es keinen Informationsvorsprung, den eine Anlegerin für sich nutzen kann. Wenn eine Anlegerin erfolgreich investiert, ist es dem Zufall geschuldet und keinem Informationsvorsprung. Der Aufwand einer aktiven Anlagestrategie, sprich: ständig den Markt zu beobachten und entsprechend der Beobachtungen zu verkaufen oder zu verkaufen, ist hoch. Einfacher ist es, in einen Index zu investieren, der einen bestimmten Markt abbildet. Dieser braucht nicht beobachtet werden, da die Verluste einzelner Papiere im Index durch die Gewinne anderer Papiere im Fond in der Regel ausgeglichen werden und sich Märkte auf lange Sicht in der Regel nach oben bewegen.

Was ist mit Finanzblasen?

Kritiker der Markteffizienztheorie weisen darauf hin, dass der Preis nicht immer „richtig“ ist. Manchmal steigen Preise einfach aufgrund einer hohen Nachfrage, die nicht auf Informationen beruht, sondern auf der Hoffnung, dass Gewinne erzielt werden können. Diese Preissteigerungen sind Blasen, die irgendwann platzen und dazu führen, dass Preise wieder auf ihren eigentlichen Wert zurückfallen, nämlich in dem Moment, in dem die Hoffnung auf einen Gewinn flöten geht. Ist diese Hoffnung futsch, versuchen Anleger zu retten, was zu retten ist und wollen verkaufen, was dazu führt, dass Preise noch weiter fallen.

Karl erwähnt die Kritik an Eugenes Hypothese in dem Kapitel, in dem diese auftaucht, übrigens nicht.

Fazit

Dank unserer Recherche habe ich nun das Gefühl, dass ich die Sache mit der Markteffizienztheorie besser greifen kann. Wieder einmal habe ich eine Information über Märkte und Börsen gewonnen, die in mir keinerlei Verlangen auslöst. mich intensiver mit dem Thema zu beschäftigen.

13. Februar 2026
Lesedauer & Kategorie
Schnellnavigation
Buchcover zum Beitrag
Buchcover Karl Matthäus Schmidt: Geld Im Glück. Schritt für Schritt in ein erfülltes Leben 
Werbung

Das Buch, das diesen Beitrag inspiriert hat, habe ich als Rezensionsexemplar vom Verlag erhalten. Das bedeutet, ich habe das Buch kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen, um darüber zu schreiben.

Schlagwörter
Autor
Eine Waage wiegt 2 Sprechblasen gegeneinander ab.
3,4 min readCategories: Bücher, Wissen

Schnellnavigation

Buchcover zum Beitrag

Buchcover Karl Matthäus Schmidt: Geld Im Glück. Schritt für Schritt in ein erfülltes Leben 

Schlagwörter

Datum & Autor

13. Februar 2026
Ein Mensch sitzt am Schreibtisch und denkt nach.Weißt Du, woher der Begriff Marginalisieren kommt?
nachdenklicher NotenschlüsselWeißt Du, was ein Künstlerhaus ist?

Kommentiere den Beitrag

Was passiert nach Deinem Kommentar?

Nachdem Dein Kommentar durch uns geprüft wurde, wird er freigegeben* und erscheint unter diesem Beitrag zusammen mit dem von Dir angegebenen Namen. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Sie dient uns an dieser Stelle in erster Linie zum Schutz vor Spam. Wenn Du Deine E-Mail-Adresse nicht hier angeben möchtest, kannst Du den Kommentar auch gern auf einem unserer Social Media Profile posten.

 

*Spam und Kommentare, die nur einen Backlink für die eigene Seite zum Ziel haben, werden einfach gelöscht. Nimm gern Kontakt mit uns auf und lass uns die Möglichkeiten eines Sponsored Post besprechen, wenn Du gern einen thematisch passenden Backlink unter einem bestimmten Beitrag platzieren möchtest.

Diskutiere mit - Beiträge mit den meisten Kommentaren

Nach oben