Weißt Du, was ein Panhistor ist?

Unser heutiger Begriff ist mir noch nie zuvor begegnet. Seit diesem Beitrag über Peter Pane weiß ich, dass Pan ein kindlicher Gott war, doch ein Panhistor ist mir bei der Recherche damals nicht über den Weg gelaufen. Doch laut

Ein aufgeschlagenes Buch. Im Buch ist Wasser. Im Wasser tauchen 2 Menschen.
Also bei Peter ist kein Panhistor.

Egmont Colerus – Vom Einmaleins zum Integral. Mathematik für jedermann

gibt es den Panhistor. Egmont verrät uns, dass Gottfried Wilhelm von Leibniz einer war. Er schreibt:

„Wir wollen einen der größten Männer zitieren, den die Geschichte des Geistes hervorgebracht hat: Gottfried Wilhelm Leibniz (1646 bis 1716), den Panhistor, den Alleswisser.“

S. 18.

Dass Wilhelm ein Alleswisser war, wissen wir seit  diesem Beitrag in dem wir herausgefunden haben, dass er als der letzte Universalgelehrte gilt. Lass uns nun einmal zum Lexikon greifen und herausfinden, ob der Begriff Panhistor etwas mit seiner Universalgelehrtheit zu tun hat.

Was das Lexikon sagt

Unser Lexikon kennt den Begriff nicht. Kann es sein, dass der Panhistor, den Egmont in seinem Buch, das erstmalig 1934 erschien und mir in einer unveränderten Neuauflage aus dem Jahr 2022 vorliegt, schon lange aus unserem heutigen Sprachgebrauch verschwunden ist? Ich bin gespannt, ob uns das Internet eine Antwort auf die Frage geben kann.

Was das Internet sagt

Im ersten Suchanlauf macht uns diese leidige neue KI-Funktion der Suchmaschine Bing einen Strich durch die Rechnung. Diese ist sich sehr sicher, dass wir nach dem Gott Pan suchen, und schlägt entsprechende Treffer vor. Der Panhistoriker taucht in den Ergebnissen zwar auch auf, doch leider nur auf Webseiten deren Sprachen ich nicht beherrsche.

Ein Mensch schämt sich und hält sich die Augen zu.
Diese KI in den Suchergebnissen ist echt keine Hilfe.

Im zweiten Suchanlauf mit Google verrät uns das Internet, dass der Panhistor bereits 1798 existierte, dann hier erwähnt ihn ein Mensch Namens Jean Paul in einem Brief an einen Menschen namens Carl August Böttiger.

Begriffe, die so alt sind, lassen sich in der Regel mit Hilfe von Google Books ganz gut entschlüsseln. Hier erfahren wir dank des Buches
Daniel Sanders: Deutscher Sprachschatz- geordnet nach Begriffen zur leichten Auffindung und Auswahl des passenden Ausdrucks ; ein stilistisches Hülfsbuch für jeden Deutsch Schreibenden. Register-Theil · Band 2, 1877, S. 1099.

dass ein Panhistor ein Alleswisser ist. Zudem verrät uns dieses Buch

Wilhelm Liebknecht: Volks-Fremdwörterbuch, 1907

dass der Begriff aus dem Griechischen stammt:

„Panhistor, m., griech., Alleswisser; Panhistorie,“

S. 373.

Fazit

Dank unserer Recherche wissen wir nun, dass der Panhistor ein Alleswisser ist. Zudem haben wir erfahren, dass der Begriff in heutigen Lexika und Wörterbüchern nicht mehr auftaucht. Aus diesem Grund wird er es nicht in meinen aktiven Wortschatz schaffen. Der Begriff Universalgelehrte klingt in meinen Ohren einfach schöner und ist zudem selbsterklärend.

10. September 2026
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Buchcover Egmont Colerus: Vom Einmaleins zum Integral. Mathematik für jedermann
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Das Buch, das diesen Beitrag inspiriert hat, habe ich als Rezensionsexemplar vom Verlag erhalten. Das bedeutet, ich habe das Buch kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen, um darüber zu schreiben.

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Eine nachdenkliche Glühbirne.
2,3 min readCategories: Bücher, Wissen

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Buchcover Egmont Colerus: Vom Einmaleins zum Integral. Mathematik für jedermann

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10. September 2026
Ein Mensch sitzt am Schreibtisch und denkt nach.Weißt Du, was Padlet ist?
Ein Mensch, der sich auf eine Schaufel stürzt, denkt nach.Wie schwierig kann es sein, die Sache mit den öffentlichen Toiletten in den Griff zu bekommen?

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  1. Maria Steinberg 15. September 2026 at 03:56 - Reply

    In

    Peter Burke: Giganten der Gelehrsamkeit. Die Geschichte der Universalgenies.

    bin ich über zwei Definitionen von Universalgelehrten gestolpert, die ich hier noch ergänzen möchte:

    „Die amerikanische »Polymath Discussion Group« hat den Universalgelehrten beispielsweise als jemanden definiert, »der sich für viele Themen interessiert und viel über sie erfahren will«5. Mein Buch dann wird sich dagegen auf akademisches Wissen konzentrieren, das man früher als »Gelehrsamkeit« bezeichnete. Im Vordergrund stehen hier Akademiker mit Interessen, die »enzyklopädisch« im ursprünglichen Wortsinn waren, das heißt, dass sie um den gesamten intellektuellen «Kurs« beziehungsweise das »Curriculum« oder zumindest um ein wichtiges Segment dieses Kreises zirkulierten.“ S. 11f.

    Mir persönlich ist die erste der beiden Definitionen lieber. Denn ich mag Menschen leidenschaftlich für ein Thema brennen und ich glaube nicht, dass es einen akademischen Titel braucht, um eine Expertise nachweisen zu können.

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