Weißt Du, was eine Camera lucida ist?
Vor einigen Jahren haben wir in diesem Beitrag die Camera obscura kennengelernt, die keine Fotos macht, sondern lediglich dank eines kleinen Lochs in einer Leinwand auf der Wand hinter der Leinwand ein auf dem Kopf stehendes Bild projiziert.

Dank des Autors
Philip Ball: Experimente. Versuch und Irrtum in der Wissenschaft
ist mir nun die Camera lucida begegnet. Philip erklärt seinen Lesern zwar nicht, wie genau diese Kamera funktioniert, aber wir erfahren, was mit dieser gemacht wurde.
Jean-Baptiste „Perry gravierte Planquadrate in den Objektträger, um die Partikelbewegungen verfolgen zu können, und projizierte das Mikroskopbild mithilfe einer sogenannten Camera lucida auf ein Blatt weißes Papier, auf dem er oder Dabrowski die Positionen der Tröpfchen in regelmäßigen Abständen einzeichnen konnten.“
S. 106.
Perry und Dabrowski nutzten die Camera lucida, um die Verursacher der Brownsche Bewegung nachzuweisen, die 1828 vom englischen Botaniker Robert Brown entdeckt wurde.
Die Brownsche Bewegung kennt jeder, der bei starkem Sonnenschein schon einmal Staubpartikel gesehen hat, die durch die Luft schwirren. Diese Partikel halten nie still. Sie schweben nicht einfach zu Boden, wie es schwerere Gegenstände tun würden. Die Staubpartikel wirbeln durch die Luft. Dieses YouTube Video erklärt, dass die Staubpartikel von kleinen Gaspartikeln hin und her geschubst werden. Die Gaspartikel sind so klein, dass wir sie mit dem Auge nicht sehen können. Der Grund für die Bewegung der Gaspartikel ist Wärme. Je wärmer es ist, desto schneller bewegen sich die Gas- und somit die von ihnen angestoßenen Staubpartikel. Der Begriff Gaspartikel ist kein wissenschaftlicher Begriff. Wissenschaftlich gesehen besteht ein Gas wie CO2 aus Atomen bzw. Molekülen. CO2 besteht aus Wasserstoff- (C) und Kohlenstoff- (O) Atomen.
Als Perry und Dabrowski 1908 ihr Experiment durchführten, hatte noch niemand die Existenz von Atomen und Molekülen bewiesen. Mit Hilfe ihres Experiments lieferten sie erstmals den Beweis, dass Atome und Moleküle existieren.

Da wir nun wissen, was genau die beiden mit der Camera lucida bewerkstelligt haben, ist jetzt die Zeit gekommen herauszufinden, was das für eine Kamera ist.
Was das Lexikon sagt
Zu meiner großen Überraschung kennt unser Lexikon die Camera obscura, nicht aber die Camera Lucida. Ich bin gespannt, ob uns das Internet die gesuchten Informationen verraten wird.
Was das Internet sagt
Dieses YouTube Video erklärt in exakt 8 Minuten, was genau eine Camera lucida ist. Wir erfahren, dass das Gerät 1807 von dem Chemiker William Hyde Wollaston erfunden wurde, der laut Wikipedia auch der Entdecker der chemischen Elemente Palladium und Rhodium war. Die Kamera besteht aus einem ausziehbaren Metallstab, der mit einer Schraubzwinge an einem Tisch befestigt werden kann. Am oberen Ende des Stabes wird ein Prisma befestigt. Legt man unter dieses Prisma ein Blatt Papier und über das Papier ein Objekt, z. B. eine Vase, erscheint eine Projektion der Vase auf dem Papier, so dass diese 1 zu 1 nachgezeichnet werden kann. Die Camera lucida wird mit unterschiedlichen Prismen geliefert, so dass Objekte in unterschiedlichen Abständen wahrgenommen werden können.
Fazit
Bis heute habe ich mich gefragt, wie es Menschen vor der Erfindung der Fotografie gelungen ist, unfassbar detailgetreue Zeichnungen von kleinen Objekten wie Blumen oder Insekten anzufertigen. Nach der heutigen Recherche vermute ich, dass die eine oder andere dieser erstaunlichen Zeichnungen mit Hilfe der Camera lucida zustande kam.
Im Internet habe ich eine Bauanleitung für eine stark vereinfachte eigene Camera lucida gefunden. Um das Ganze mal selbst auszuprobieren, brauchst Du also nur ein paar Euro für ein Acrylglas, das Du neben all den anderen benötigten Materialien vielleicht nicht unbedingt zuhause rumliegen hast. Da fällt mir ein: Ich habe da ein paar Bilderrahmen mit Acrylglas rumliegen. Vielleicht probiere ich diesen Selbstbau ja bald mal aus. Solltest Du schneller sein als ich, freue ich mich auf Deine Erfahrungsberichte.
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Das Buch, das diesen Beitrag inspiriert hat, habe ich als Rezensionsexemplar vom Verlag erhalten. Das bedeutet, ich habe das Buch kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen, um darüber zu schreiben.
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