2,3 min readPublished On: 13. März 2023By Tags: , , , Categories: Bücher

Weißt Du, was Fittiche sind?

Komm unter meine Fittiche.

Wenn Du jetzt denkst

„Klar weiß ich das, der Begriff taucht in der Redewendung »unter die Fittiche nehmen« auf“,

dann geht es Dir wie mir. Aufgrund der Redewendung ist mir der Begriff sehr vertraut. Doch je länger ich darüber nachdenke, desto bewusster wird mir, dass ich

  • keine Vorstellung davon habe, wie Fittiche aussehen könnten, bzw. was Fittiche sind,
  • mir nicht sicher bin, was die Redewendung genau bedeutet. Nimmt man jemanden unter die Fittiche,
    • um ihn aufzunehmen,
    • um sich um ihn zu kümmern oder
    • um ihn zu schützen?

Mit diesen Fragen im Kopf bin ich mir nicht mehr so sicher, ob ich wirklich verstehe, was der Autor

Christoph Zulehner: MESH – Die Evolution der Zusammenarbeit. Warum vernetzte Kompetenz mehr ist als bloße Kooperation

meint, wenn er schreibt:

„Bedenkt man dies, so zieht es [laut einer Studie] letztendlich jeden zweiten deutschen Studierenden unter die Fittiche von Vater Staat. Der Grund scheint den Autoren der Studie offenkundig: das Streben nach Sicherheit.“

Lass uns doch einmal schauen, ob unser Lexikon hier Rat weiß.

Was das Lexikon sagt

Ich hab voll viele Fittiche.

Unser Lexikon weiß Rat und beantwortet all unser Fragen in den folgenden beiden Einträgen.

Fittiche, Gesamtheit der Hand- bzw. Armschwingen (Schwungfedern 1. und 2. Ordnung) am Flügel der Vögel.

Das Zeit Lexikon. Mit dem Besten aus der Zeit, Band 04, S. 571.

Fittich, der; – [e]s, -e [mhd. vitich, vetach, ahd. fettah, feddah] (dichter.): Flügel, Schwinge: die -e des Adlers; *jmdn. unter seine -e nehmen (ugs. scherzh.; sich jmds. annehmen, sich um ihn kümmern, ihn betreuen, ihm helfen o. Ä.)

Das Zeit Lexikon. Mit dem Besten aus der Zeit, Band 17, S. 761.

Mit dem Wissen, das Fittiche die Flügel eines Vogels sind, habe ich nun ein Bild vor Augen, wenn ich den Satz unseres Autors lese. Da das deutsche Staatswappen seit 1848/49 ein Adler ist, sehe ich diesen nun mit ausgebreiteten Schwingen in einem Nest sitzen. Unter den Schwingen sehe ich lauter entspannte Studierende, die sich keine Sorgen mehr machen, weil

  • die Flügel des Adlers sie wärmen,
  • die Flügel des Adlers vor den Blicken von Fressfeinden schützen,
  • der Adler sie beschützt, falls jemand auf die Idee kommen sollte, sie anzugreifen,
  • der Adler sich um ihre Ernährung kümmert.

Fazit

Ich weiß nicht, wie es Dir geht, aber ich freue mich gerade, dass ich die Redewendung „unter die Fittiche nehmen“ in der Vergangenheit immer richtig verstanden habe. Was den Satz unseres Autors angeht, so finde ich, dass er ein vortreffliches Bild für das Verhalten der Studierenden gewählt hat.

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