Weißt Du was ontisch bedeutet?

Unser heutiger Begriff ist mir noch nie zuvor begegnet. Daher weiß ich nicht, was er bedeutet. Das erschwert das Lesen des Kapitels von

Ein Mensch schaut verlegen aus und versucht sich zu erklären.
Also irgendwie verstehe ich Sätze mit dem Begriff nicht.

Ernst von Glaserfeld: Konstruktion der Wirklichkeit und des Begriffs der Objektivität, S. 9 bis 40. In: Einführung in den Konstruktivismus

enorm, denn Ernst verwendet den Begriff wirklich oft in Sätzen wie

„Schließlich wurde die Möglichkeit einer wahren Erkenntnis der Wirklichkeit von Kant sozusagen im Keim vernichtet, als er Raum und Zeit als Anschauungsformen des Erlebenden in den Bereich des subjektiv Phänomenalen rückte und somit alle Vorstellung oder gar Darstellungen einer unverfälschten ontischen Wirklichkeit unmöglich machte.“

S. 11.

Der Satz bereitet mir nicht nur aufgrund unseres heutigen Begriffes Schwierigkeiten, sondern auch dadurch, dass sich mein gesamtes Wissen über Kant auf die Phasengrenze der Chemie und seinen kategorischen Imperativ beschränkt. Ernst bezieht sich in seinem Satz auf Kants Erkenntnistheorie, die in diesem YouTube Video kurz erklärt wird.

Kants Erkenntnistheorie

In dieser Theorie geht es darum, dass der Mensch die Dinge nicht so sieht wie sie sind, sondern so, wie sein Verstand ihm das Erkannte vorgibt. Das klingt im ersten Moment etwas schräg. Jeder Mensch, der eine Zudecke sieht, sieht doch wohl eine Zudecke, oder? Nun, das kommt darauf an. Ich erinnere mich noch gut an einen Moment, in dem mir eine Amerikanerin erzählte, dass ihr Mann in einem deutschen Hotel verzweifelt nach einer Zudecke suchte. Alles, was da auf dem Bett war, war für ihn ein gigantisches Kissen. Während in Deutschland Daunendecken damals normal waren, nutzten die Amerikaner einfache angefütterte Decken. Dies sorgte bei dem Ehemann dafür, dass er eine Zudecke nicht als Decke, sondern als Kissen erkannte. Seine Erfahrungswerte, ließen ihn die Zudecke als Kissen wahrnehmen.

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Nachdem wir nun zumindest eine grobe Vorstellung von Immanuel Kants Erkenntnistheorie haben, ist nun die Zeit gekommen, unser Lexikon nach unserem heutigen begriff zu befragen.

Was das Lexikon sagt

Unser Lexikon kennt unseren heutigen Begriff und erklärt diesen in einem kurzen und knackigen Eintrag:

Ein nachdenklicher Mensch.
Ich denke, also bin ich, oder?

ontisch <Adj.> (Philos.): als seiend, unabhängig vom Bewusstsein existierend verstanden; dem Sein nach.

Das Zeit Lexikon. Mit dem Besten aus der Zeit, Band 18, S. 1687.

Diese Erklärung lässt sich fast 1 zu 1 in Ernst Zitat einsetzen, um dieses zu entschlüsseln:

„Schließlich wurde die Möglichkeit einer wahren Erkenntnis der Wirklichkeit von Kant sozusagen im Keim vernichtet, als er Raum und Zeit als Anschauungsformen des Erlebenden in den Bereich des subjektiv Phänomenalen rückte und somit alle Vorstellung oder gar Darstellungen einer unverfälschten, vom Bewusstsein unabhängigen Wirklichkeit unmöglich machte.“

Was mir nun noch fehlt ist eine Information darüber, woher unser heutiger Begriff stammt. Lass uns doch einmal schauen, ob das Internet diese Information liefern kann.

Was das Internet sagt

Die Webseite raidrush gibt an, dass unser heutiger Begriff sich von einem griechischen Begriff ableitet:

„Der Ursprung des Wortes findet sich im Griechischen. ὄν, das Wort für „seiend“ ist entscheidend. Der Wurzelnstamm ὄντ- ist wichtig. Ontisch bedeutet also: „seiend“ oder „seinsmäßig“.“

Da ich keine andere Seite gefunden habe, die von der gleichen Herkunft ausgeht, bin ich mir unsicher, ob das stimmt. Laut Wikipedia lautet der altgriechische Begriff für Sein Ousia.  

Fazit

Wir wissen nun, was unser heutiger Begriff bedeutet und haben einen groben Überblick über Kants Erkenntnistheorie gewonnen. Mit diesem zusätzlichen Wissen habe ich nun das Gefühl, dass ich Ernst Satz verstehe. Um all das zu verstehen, was Ernst in seinem Kapitel noch schreibt, fehlt mir noch reichlich Wissen. Die meisten Personen, die er erwähnt, sind mir noch unbekannt. Also wird es noch ein paar Beiträge zu Ernst Kapitel geben, in denen wir uns einen Begriff nach dem anderen anschauen.

29. April 2026
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Ein Männchen mit vier Armen wirbelt 8 Bücher durch die Luft.
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Das Buch, das diesen Beitrag inspiriert hat, habe ich als Rezensionsexemplar vom Verlag erhalten. Das bedeutet, ich habe das Buch kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen, um darüber zu schreiben.

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Ein Männchen mit vier Armen wirbelt 8 Bücher durch die Luft.

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29. April 2026
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