Weißt Du, woher der Begriff Lappalie kommt?

Heute geht es um einen Begriff, der uns schon einmal in diesem Beitrag zum Thema Brimborium begegnet ist. Seitdem wissen wir, dass eine Lappalie etwas mit Brimborium zu tun hat. Ich bin mir zudem sehr sicher, dass eine Lappalie eine Kleinigkeit ist. Was ich dagegen nicht weiß, ist,  woher der Begriff kommt.

Der Mond holt die rote Ampelfarbe aufs der Ampel. Sie wird an seiner Hand zur Sonne.
Immer nur Arbeiten ist keine Lappalie.

Der Autor 

Armin Falk: Warum es so schwer ist, ein guter Mensch zu sein. …und wie wir das ändern können: Antworten eines Verhaltensökonomen

erwähnt die Lappalie im Zusammenhang mit sozialen Interaktionen und Emotionen. Er schreibt:

„Im Zusammenhang mit prosozialem Verhalten führen Emotionen oft dazu, dass wir Dinge tun, die wir vielleicht eigentlich gar nicht gewollt haben. […] Im Nachhinein staunen wir dann selbst nicht schlecht darüber, wie krass wir auf eine Lappalie reagiert haben, wie laut wir geworden sind oder, dass wir tatsächlich Idiot gesagt haben und nur hoffen können, dass der Chef das nicht hören konnte, weil wir in diesem Moment die Tür zu seinem Büro so heftig zugeschlagen haben.“

S. 92f.

Was das Lexikon sagt

Unser Lexikon kennt unseren heutigen Begriff und dessen Herkunft.

Lappalile [lat.] die, abwertend für eine unbedeutende Sache oder Angelegenheit; Belanglosigkeit.

Das Zeit Lexikon. Mit dem Besten aus der Zeit, Band 08, S. 483.

Lap|pa|lie, die; -, -n [urspr. Studentenspr., scherzh. latinisierende Bildung zu ↑ Lappen]: höchst unbedeutende Sache, Angelegenheit; Belanglosigkeit: sich wegen, über -n aufregen.

Das Zeit Lexikon. Mit dem Besten aus der Zeit, Band 18, S. 1428.  

Dank unseres Lexikons kenne ich nun endlich den Unterschied zwischen einer Kleinigkeit und einer Lappalie. Die Lappalie hat eine abwertende Bedeutung und muss gar keine Kleinigkeit sein, sondern kann auch eine Angelegenheit oder Sache sein.

Ey, das war nicht sehr nett.

Was die Herkunft unseres Begriffes angeht, bin ich überrascht. Ich wäre im Leben nicht darauf gekommen, dass sich Studenten hier einen Scherz mit dem Begriff Lappen erlaubt haben. Normalerweise würde ich den Begriff Lappen nicht nachschlagen, doch ich frage mich, wie genau der Bezug zwischen einer abwertenden Sache und dem Lappen zustande gekommen ist.

Lap|pen, der; -s, – [mhd. lappe, ahd. lappo, lappa, urspr. = schlaff Herabhängendes, wohl verw. mit ↑ schlafen in dessen urspr. Bed. »schlaff werden«]: 1. [minderwertiges] kleineres Stück Stoff, Leder o. Ä.: einen L. auswaschen, auswringen; etw. mit einem L. säubern, blank polieren, umwickeln, zustopfen, flicken; *jmdm. durch die L. gehen (ugs.; [jmdm.] entkommen, entgehen): er ist der Polizei durch die L. gegangen; die Wohnung, das Geschäft ist mir ärgerlicherweise durch die L. gegangen. 2. (salopp): a) Geldschein [mit größerem Wert]: für die paar L. reiß ich mir doch kein Bein aus!; b) Führerschein, Fahrerlaubnis: er muss seinen L. für einen Monat abgeben. 3. a) [herunterhängendes) Stück Haut am tierischen Körper: die L. eines Truthahns; b) flächiger Teil eines Organs: der rechte L. der Lunge.

Das Zeit Lexikon. Mit dem Besten aus der Zeit, Band 18, S. 1428.  

Ich wusste, dass der Lappen

  1. ein Stück Stoff
  2. ein Geldschein
  3. ein Führerschein
  4. ein Lungenflügel

sein kann. Einzig die Sache mit dem Stück tierischer Haut war mir neu. Zudem hatte ich keine Ahnung, dass der Begriff Lappen etwas mit dem Begriff Schlafen zu tun haben könnte.

Wenn ich raten müsste, würde ich darauf tippen, dass der Geldschein die Wortschöpfung Lappalie inspiriert hat. Ich kann mir einfach gut vorstellen, wie sich ein paar Studenten weigern, einem anderen Studenten geliehenes Geld zurückzugeben und ihn damit aufziehen, dass er ihnen wegen der paar Lappen auf den Keks geht. Doch das ist sicherlich nur in meinem Kopf.

Fazit

Wir wissen nun, dass der Begriff Lappalie ein Wortspiel aus einem Lateinischen Wortende und dem Begriff Lappen ist.

Jahrelang dachte ich, dass ich immun bin, was die Sache mit den Emotionen, dem Sozialen Kontakt und den Lappalien angeht, die Armin anspricht. Meine gefühlte Immunität kam daher, dass ich jahrelang aus dem Homeoffice heraus gearbeitet habe. Hier hatte ich nur wenig Kontakt mit Menschen und damit wenig Anlass, mich über unbedeutende Dinge aufzuregen.

Da ich seit einem Jahr wieder oft in einem Büro arbeite, weiß ich inzwischen, dass ich keineswegs immun bin. Es gibt immer wieder mal Momente, in denen ich mich über Dinge aufrege, die in Wirklichkeit nicht so schlimm sind. Situationen, die mich aus der Haut fahren lassen, sind

  1. Aufgaben, die zeitkritisch wieder auf meinem Tisch landen, obwohl sie aus meiner Sicht erledigt sind, oder ich sie weitergegeben hatte,
  2. von mir schlecht formulierte Aufgaben, die mein Gegenüber ganz anders umsetzt, als ich es auf dem Zettel habe,
  3. unklare Regeln, die ich nicht einhalten kann, weil sie nicht verschriftlich sind und sich immer wieder zu ändern scheinen,

Das Spannende ist, dass ich mich in solchen Situationen zwei Mal ärgere. Das erste Mal ärgere ich mich über die Situation, da zweite Mal ärgere ich mich darüber, dass ich mich geärgert habe. Meistens fasse ich mir dann aber ein Herz und überlege mir, was ich tun kann, damit ich in ähnlichen Situationen in Zukunft nicht wieder emotional werde. Für die Punkte zwei und drei habe ich bereits Lösungsansätze gefunden:

  • Ich habe mir einen Künstliche Intelligenz Agenten gebaut, der mir hilft, Aufgaben so zu formulieren, dass mein Gegenüber alle Informationen erhält, die es benötigt.
  • Ich beteilige mich an der Intranet-Redaktion und schreibe Dinge auf, die ich lerne.

Nur für die erste Sache habe ich noch keine Lösung gefunden. Solltest Du hier eine Idee haben, wie ich die Situationen in Zukunft vermeiden könnte, würde ich mich sehr darüber freuen, wenn Du Dein Wissen mit mir teilst.

An dieser Stelle bin ich nun neugierig: Hast auch Du Lappalien, die Dich in der Interaktion mit anderen Personen ab und an aus der Haut fahren lassen?

14. Oktober 2026
Lesedauer & Kategorie
Schnellnavigation
Buchcover zum Beitrag
Ein Männchen mit vier Armen wirbelt 8 Bücher durch die Luft.
Werbung

Das Buch, das diesen Beitrag inspiriert hat, habe ich als Rezensionsexemplar vom Verlag erhalten. Das bedeutet, ich habe das Buch kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen, um darüber zu schreiben.

Schlagwörter
Autor
nachdenklicher Notenschlüssel
5 min readCategories: Bücher, Wissen

Schnellnavigation

Buchcover zum Beitrag

Ein Männchen mit vier Armen wirbelt 8 Bücher durch die Luft.

Schlagwörter

Datum & Autor

14. Oktober 2026
Eine Waage wiegt 2 Sprechblasen gegeneinander ab.Weißt Du, was taxonomisch bedeutet?
Ein denkender Doktorhut.Weißt Du, was die Norman‘sche Formel ist?

Kommentiere den Beitrag

Was passiert nach Deinem Kommentar?

Nachdem Dein Kommentar durch uns geprüft wurde, wird er freigegeben* und erscheint unter diesem Beitrag zusammen mit dem von Dir angegebenen Namen. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Sie dient uns an dieser Stelle in erster Linie zum Schutz vor Spam. Wenn Du Deine E-Mail-Adresse nicht hier angeben möchtest, kannst Du den Kommentar auch gern auf einem unserer Social Media Profile posten.

 

*Spam und Kommentare, die nur einen Backlink für die eigene Seite zum Ziel haben, werden einfach gelöscht. Nimm gern Kontakt mit uns auf und lass uns die Möglichkeiten eines Sponsored Post besprechen, wenn Du gern einen thematisch passenden Backlink unter einem bestimmten Beitrag platzieren möchtest.

Diskutiere mit - Beiträge mit den meisten Kommentaren

Nach oben