4 min readPublished On: 4. März 2022By Tags: , , , , Categories: Bücher, Wissen

Bookending oder die Magie spannender Vorträge

Wow, das ist super spannend.

Wie oft hast Du schon in einem Vortrag gesessen und Dich zu Tode gelangweilt? Wie oft haben Dich Vorträge so sehr gefesselt, dass Du an den Lippen des Redners gehangen und jedes seiner Worte wie ein Schwamm aufgesogen hast?

Hast Du Dich schon einmal gefragt, warum es manchen Rednern gelingt, uns zu fesseln und anderen nicht? Dass der eine Redner gut ist und der andere nicht, ist sicherlich richtig. Doch es beantwortet nicht die Frage, was einen guten von einem schlechten Redner unterscheidet.

Eine mögliche Teilantwort auf diese Frage ist mir überraschenderweise in dem Buch von

Emily Mills: Sketchnotes! Die Kunst der visuellen Notizen

begegnet. Das Buch beschäftigt sich mit dem Thema Sketchnotes. Und da Sketchnoting eine großartige Methode ist, um Vorträge zu dokumentieren, beschäftigt sich das Buch auch mit der Frage, wie aus einem Vortrag eine großartige Sketchnote entstehen kann.

Was von dem gesagten ist wirklich wichtig?

Ein wichtiger Aspekt dabei ist es, richtig zuzuhören. Und dabei ist es ganz besonders wichtig, insbesondere auf Dinge zu achten, die darauf hindeuten, dass der Referent gerade über etwas spricht, das seine Zuhörer sich merken sollen. Manche Referenten betonen wichtige Ideen Ihres Vortrags mit Hilfe von Gesten oder ihrer Stimme. Erfahrene Redner nutzen laut unserer Autorin Methoden wie Bookending, um ihre Aussagen zu betonen und geben damit ihren Zuhörern genug Zeit, um sich diese Idee zu notieren.

Was ist Bookending?

Bookending ist eine Wiederholungsmethode, die darin besteht

„die Hauptidee vorzustellen, darüber zu sprechen und sie dann noch einmal zu wiederholen, bevor es weitergeht.“ S. 32.

Ich liebe es, wenn Autoren Begriffe wie in diesem Fall erläutern. Normalerweise hätte diese gut verständliche Erläuterung dafür gesorgt, dass ich mich nicht weiter mit dem Thema beschäftige. Doch dieses Mal ist es anders. Seitdem ich den Begriff gesehen habe, verfolgt mich die Frage, warum diese Methode Bookending heißt, wo sie doch ganz offensichtlich nichts mit Büchern (books) zu tun hat.

Was hat Bookending mit Büchern zu tun?

Ich liebe Buchstützen.

Die Antwort auf unsere Frage liefert uns ein englisches Online-Wörterbuch, das uns verrät, dass sich der Begriff bookending von booken ableitet, und booken ist das englische Wort für Buchstützen.

Da Buchstützen bei einer freistehenden Buchreihe am Anfang und am Ende gebraucht werden, hat sich im Englischen daraus ein geflügeltes Wort ergeben, mit dem alles Mögliche bezeichnet werden kann, wenn des um Dinge oder Sachverhalte geht, die davor und dahinter sind. Dabei kann es sich zum Beispiel eine Straße handeln, an deren Anfang und Ende je ein Einkaufscenter ist.

Wie funktioniert Bookending?

Bookending hat die Aufgaben, Deine Zuhörer am Anfang und am Ende zu fesseln. Dank unserer Autorin wissen wir, dass Bookending eine Wiederholung ist. Doch würde es Dich fesseln, wenn ein Redner am Anfang seines Vortrages sagt „Heute geht es um das Thema Sketchnoting“ und seinen Vortrag mit den Worten beendet: „Heute ging es um Sketchnoting“? Mich würde das nicht sonderlich fesseln. Und daher habe ich mich auf die Suche gemacht und im Internet einige Beispiele für gutes Bookending gefunden. Folgende Beispile haben mich überzeugt:

  1. Stelle am Anfang Deines Vortrages eine Frage, die Du am Ende Deines Vortrages beantwortest.
  2. Beginne Deinen Vortrag mit einer Geschichte, die Du erst am Ende Deines Vortrages beendest.
  3. Beginne und beende Deinen Vortrag mit einem Zitat. Klingt jetzt nicht so spannend, oder? Daher habe ich mal schnell ein Zitat von Einstein rausgesucht, das mich fesseln würde: „Der Mensch erfand die Atombombe, doch keine Maus der Welt würde eine Mausefalle konstruieren.“
  4. Beginne und beende Deinen Vortrag mit erstaunlichen Zahlen.
  5. Präsentiere am Anfang Deines Vortrages ein Requisit und beende ihn mit dem Requisit.

Fazit

Bookending ist eine einfache Methode, um unseren Zuhörern einen roten Faden zu geben, der Ihnen dabei hilft, unserem Vortrag zu folgen. Ich glaube, dass der rote Faden das magische Element ist, das einen langweiligen von einem spannenden Vortrag unterscheidet. Wenn ich einen roten Faden habe, kann ich einem Vortrag gedanklich folgen. Habe ich diesen nicht, beginnen ich mich zu fragen, worum es geht. Dabei gehen zuerst meine Aufmerksamkeit und dann mein Interesse am weiteren Zuhören verloren.

An dieser Stelle bin ich wie immer neugierig: Ist Dir schon einmal ein Vortrag begegnet, der Bookending benutzt hat? Konnte er Dich fesseln? Fällt Dir noch ein großartiges Bookending Beispiel ein, das in diesem Beitrag ergänzt werden sollte?