Ist es leichter ein Kind zu erziehen, wenn man viel Geld hat?

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Es gibt Themen mit denen ich mich nicht auskenne und von denen ich nur in Büchern lese: Kindererziehung zum Beispiel. Bei

Malcolm Gladwell: David und Goliath: Die Kunst, Übermächtige zu

bin ich über die spannende Frage gestolpert, welchen Einfluss das Einkommen der Eltern auf die Erziehung des Kindes hat. Was ist für die Kindererziehung besser:

  1. Ein niedriges Einkommen der Eltern?
  2. Ein hohes Einkommen der Eltern?

Klara und Ulrike

Um die Frage zu beantworten, möchte ich Dir die völlig frei erfundenen Mütter Klara und Ulrike vorstellen.

Klara

Klara ist alleinerziehende Mutter von zwei Kindern. Was Zeit und Geldmanagement angeht ist sie ein Naturtalent. Sie hat zwar von beidem immer zu wenig, geht damit aber sehr gut um. Dank ihrer 2 Jobs verdient sie genug Geld um alle anfallenden Rechnungen zu bezahlen und die Familie zu ernähren.

Fahrrad
Fahrrad

Doch in Sachen Extras ist Klaras Budget sehr beschränkt. Um ihren Kindern dennoch möglichst viele Wünsche erfüllen zu können ist Klara in den letzten Jahren ein echter Kleinanzeigen- und Tauschprofi geworden. Wenn eins der Kinder sich ein Fahrrad wünscht, erfüllt Klara diesen Wunsch.

Ulrike

Geld
Geld

Ulrike ist verheiratet und hat eine Tochter. Ihren Mann sieht Ulrike nur sehr selten, da er von früh bis spät arbeitet und laufend auf Geschäftsreise ist. Doch Ihr Mann liebt seinen Job und verdient dabei wirklich gutes Geld. Das Geld reicht um die ganze Familie zu ernähren und daher hat Ulrike sich dafür entschieden ihr Leben ihrem Kind zu widmen und nach der Geburt nicht wieder arbeiten zu gehen.

Die Familie lebt in einem eigenen Haus in der Nähe einer Großstadt. So wächst das Kind im Grünen auf, ist aber auch binnen 30 Minuten mitten in der Stadt. Ulrike liebt ihre Tochter und hat genug Geld um ihr jeden Wunsch zu erfüllen. Da Ulrikes Tochter unglaublich gern mit dem Fahrrad fährt, ist es für Ulrike selbstverständlich, dass sie jedes Jahr ein neues Fahrrad bekommt.

Also was ist besser: Viel oder wenig Geld?

Klaras Kinder wissen um den Wert des Geldes. Sie sind es gewohnt keine neuen Sachen geschenkt zu bekommen. Wenn Sie etwas haben wollen, was Klaras Budget übersteigt, müssen sie ihr Taschengeld sparen, um es zu kaufen.

Ulrikes Tochter dagegen, hat wenig Gefühl für den Wert des Geldes. Wenn Ulrikes Tochter sich etwas wünscht, erfüllt Ulrike ihr den Wunsch sehr gern. Wenn das Taschengeld der Tochter einmal vor dem Monatsende leer ist, stockt Ulrike es zuverlässig auf. Ulrikes Tochter hat in Bezug auf Geld nie erfahren, dass keines da ist und dass es nicht magisch von allein entsteht.

Weder noch

Glücksforscher haben herausgefunden, dass ein Familieneinkommen um die 75.000 $ ideal für die Erziehung von Kindern ist. In diesem Einkommensbereich lernen die Kinder den Wert des Geldes und haben alles zum Leben was sie brauchen. Deutlich unter diesem Betrag geht es Eltern schnell wie Klara: Sie müssen mit Zeit und Geld jonglieren. Deutlich über diesem Betrag geht es den Eltern schnell wie Ulrike: Da es keinen Mangel gibt ist es komplizierter den Kindern den Wert von Gegenständen zu vermitteln.

Das Phänomen was wir hier beschrieben haben, nennen Wissenschaftler übrigens Gesetz des abnehmenden Ertragszuwachses.

Gesetz des abnehmenden Ertragszuwachses

Dieses Gesetz besagt das mehr von einer Ressource wie z.B. Einkommen nicht automatisch zu einer Erhöhung einer anderen Ressource wie z.B. Qualität der Kindererziehung führt.

Wer, wie ich keine Kinder hat, kenn dieses Gesetz vom Essen. Bis zu einem gewissen Punkt ist mehr Essen gut, da es Mangelernährung verhindert. Ab einem bestimmten Punkt ist Essen zu viel und führt zu Übergewicht.

Fazit

Kindererziehung ist eine Herausforderung, egal ob wir viel oder wenig Geld haben. Lediglich die Herausforderungen, denen sich Eltern stellen müssen, sind anders. Oder wie Antje es auf Twitter ausdrückt:

Ein gutes Einkommen bildet eine gute Grundlage, um sorgenfrei erziehen zu können. Noch wichtiger ist für mich die Aufmerksamkeit, Zeit und Verständnis die man seinem Kind widmet und ihm auch Maß zu halten beibringt bzw. lehrt, mit Verzicht klar zu kommen ohne zu verbittern.

Antje Tomfohrde https://twitter.com/AntjeTomfohrde/status/1134347290846670849?s=09

Wieder was gelernt. Und mit diesem Wissen wünsche ich Dir nun einen fantastischen Start in den Tag.

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Malcolm Gladwell: David und Goliath
Die Kunst, Übermächtige zu bezwingen