Ist mentales Training besser als praktisches Lernen?

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WERBUNG: Das Buch das diesen Beitrag inspiriert hat, habe ich als Rezensionsexemplar vom Campus Verlag erhalten. Das bedeutet ich habe das Buch zur Verfügung gestellt bekommen um darüber zu schreiben.

Glück

Kennst Du den Spruch: „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.“? Der Volksmund drückt mit diesem Satz aus, dass es im Erwachsenenalter unmöglich ist etwas Neues zu lernen. Lange Zeit glaubte die Wissenschaft, dass dies wahr sei, doch zu unserem großen Glück hat sich diese Annahme als Irrtum herausgestellt. Zwar ist es wahr, dass unser Hirn in den ersten Jahren unseres Lebens viel schneller und viel mehr neuronale Verbindungen aufbaut als später, doch baut es viele dieser Verbindungen später schnell wieder ab.

Das kann weg

Der Abbau erfolgt, wie so oft, wenn es um die weiße Masse in unserem Kopf geht aus Energiespargründen. Neuronale Verbindungen sorgen dafür, dass wir auf das Wissen in unserem Kopf zugreifen können. Dank dieser Verbindungen denken wir morgens nicht darüber nach, wie wir mit der Zahnbürste umgehen müssen, wir verwenden sie einfach. Je häufiger wir eine neuronale Verbindung nutzten, desto stärker wird sie. Neuronale Verbindungen die wir nicht nutzen verschwinden wieder.

Kind

Als Kind entdecken wir jeden Tag etwas Neues. Unser Hirn saugt diese neuen Informationen auf wie ein Schwamm indem es täglich neue Neuronale Verbindungen erschafft. Doch irgendwann nach der Pubertät kommt unser Hirn in einen massiven Frühjahrsputz und sortiert all jene Verbindungen wieder aus, die nicht genutzt werden. Die Fähigkeit neu Neuronale Verbindungen zu schaffen bleibt unserem Hirn dabei erhalten.

Autopilot

Im Erwachsenenalter haben wir geniale Neuronale Verbindungen, die vieles von dem was wir täglich tun im Autopilot steuern. Wir denken nicht einen Moment darüber nach, wie wir unseren Kaffee kochen werden, wir tun es einfach. Wie routinemäßig unser Hirn unser Leben steuert fällt uns in der Regel erst auf, wenn sich in unserem Leben eine massive Veränderung wie zum Beispiel ein neuer Job einstellt. Plötzlich ist unser Hirn wieder gefordert. Viele neuronalen Verbindungen, die uns jahrelang treue Dienste geleistet haben, brauchen wir plötzlich nicht mehr. Vieles von dem was wir nun täglich tun, müssen wir neu lernen. In diesen Situationen beginnt unser Hirn neue Neuronaler Verbindungen zu erschaffen, die uns kurze Zeit später auch den neuen Job wieder fast auf Autopilot bewältigen lassen.

Das Lernen neue Neuronale Verbindungen erschafft wissen wir schon länger, doch bislang dachte ich dies sei der einzige Weg um neue Neuronale Verbindungen zu erschaffen. Dank

Sebastian Purps-Pardigol: Führen mit Hirn. Mitarbeiter begeistern und Unternehmenserfolg steigern

habe ich von einem neuen Weg zur Schaffung von Neuronalen Verbindungen erfahren, der mich unendlich fasziniert hat und den ich nun mit Dir teilen möchte.

Die Power der Vorstellungskraft

Finger bewegen

Es waren einmal ein paar Wissenschaftler, die sich für Neuronale Verbindungen interessierten, Dank eines Hirnscanners wussten sie, dass unser motorisches Neuronales Netzwerk feuert, wenn wir einen Finger bewegen. Dieses Finding überraschte unsere Wissenschaftler nicht, sondern betätigte ihre Annahmen. Was unsere Wissenschaftler allerdings überraschte, war die Tatsache, dass unser motorisches Neuronales Netzwerk auch feuert, wenn wir uns die Bewegung unseres Fingers nur vorstellen.

Als unsere Wissenschaftler dies entdeckten, taten sie das was anständige Wissenschaftler immer tun: Sie stellten eine neugierige Frage und versuchten diese mittels eines Experimentes zu beantworten. Die neugierige Frage lautete: Lern ein erfahrener Musiker ein neues Musikstück schneller, wenn er es aktiv an seinem Instrument übt, oder wenn er sich nur vorstellt es an seinem Musikinstrument zu üben?

Musik
Musik

Um eine Antwort auf Ihre Frage zu finden, organisierten unsere Wissenschaftler ein paar Musiker. Einige Musiker bekamen neue Noten und ein Instrument in die Hand gedrückt und durften das neue Stück eine Stunde aktiv übern, die anderen Musiker bekamen nur die Noten und die Aufgabe sich eine Stunde lang vorzustellen, wie sie das neue Stück übten. Nachdem die Stunde um war durften beide Musikergruppen das grade geübte Stück spielen. Zur großen Überraschung aller spielten jene Musiker, die nur in Gedanken geübt hatten das Stück besser als jene Musiker die die Gelegenheit hatten das Stück auf dem Instrument zu üben.

Was bei Musikern funktioniert, funktioniert auch bei anderen Menschen. Auch bei Basketballern erhöht sich ihre Fähigkeit Treffer zu erzielen, wenn sie neben dem echten Training auch mental trainieren.

Fazit

Dank unserer Wissenschaftler wissen wir nun, dass sich unser motorisches Neuronales Netzwerk mental trainieren lässt. Offen bleibt an dieser Stelle, ob dieser Mechanismus der Vorstellungkraft bzw. inneren Bilder auch in anderen Bereichen unseres Lebens funktioniert. Unser Autor beantwortet die Frage mit ja und ich bin sehr gespannt darauf herauszufinden, ob er mit dieser Antwort recht hat. Solltest Du die Aussage des Autors durch echte Beispiele bestätigen können, freue ich mich sehr darüber, wenn Du diese mit uns teilst.