Kannst Du Dir vorstellen ohne Strom zu leben?

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Stell Dir vor Du hättest keinen Strom. Wie sähe Dein Leben dann aus? Wenn ich mir die Frage stelle, kommen mir spontan folgende Dinge in den Kopf:

Selbst Glühbirnen brauchen Strom
  • Morgens könnte ich nicht einfach einen Lichtschalter drücken um Licht zu machen, sondern bräuchte eine Kerze.
  • Meine Wohnung würde nicht von einer automatisch gesteuerten Heizung erwärmt, sondern von einem Ofen, den ich immer wieder anfeuern müsste.
  • Ohne Strom könnte ich diesen Beitrag nicht einfach bequem auf meinem Sofa schreiben und binnen Sekunden für den ganzen Globus verfügbar machen. Ohne Strom hätte ich eine Schreibmaschine und würde das eine getippte Exemplar dieses Beitrages fein säuberlich abheften und in meinen Schrank stellen.

Schon diese Miniliste zeigt, dass Strom das Leben massiv verändert. Der Strom, den wir im Alltag kaum beachten schenkt uns jeden Tag viel Zeit.

Nicht jeder Mensch hat Zugang zu Strom

Saubere Luft, aber kein Strom

Während Strom für Dich und mich etwas fast schon selbstverständliches ist, gibt es auf dieser Welt noch viel zu viele Menschen, die keinen Zugang zu Strom haben. Denn die Sache mit dem Strom ist die: Er braucht eine Infrastruktur. Ohne Stromleitungen kann Strom nicht fließen. An Orten an denen es keine Strominfrastruktur gibt, gibt es folglich auch keinen Strom und mit diesem Zustand müssen die Betroffenen leben.

Investitionen müssen sich rentieren

Jene, die für Strom sorgen könnten, interessieren sich nicht für die Probleme jener, die ohne Strom leben müssen, oder? Ja, es stimmt, große Stromkonzerne interessieren sich nur für Stromkonsumenten mit denen sie schnell und einfach Geld verdienen können. Ihr Interesse Geld in Regionen zu investieren, in denen es lange dauern wird, bis sich ihre Investitionen rentieren ist gering. Doch zu meiner großen Freude braucht es heute laut

Richard Branson: Screw Business as Usual

nur ein paar Verrückte um jene Teile der Welt mit Strom zu versorgen, die noch keinen haben und von diesen Verrückten möchte ich Dir heute erzählen.

Wie versorgt man arme Dörfer mit Strom?

Der Traum von bezahlbarem und nachhaltigem Strom

Es war einmal ein Mensch Namens Gyanesh, der sich viele Gedanken über das grade beschriebene Stromproblem machte. Er fragte sich, wie er in kleinen indischen Dörfern für umweltfreundlichen Strom sorgen könnte, den sich die Menschen hier leisten könnten. Um dieses Ziel zu erreichen musste er es schaffen Dinge für die Stromproduktion zu nutzen, die schon vor Ort waren. Doch das war nicht so einfach, schließlich waren die Dörfer arm und es gab nicht viel.

Fragen, Kommunikation
Wie schaffen wir das?

Um sich einen Überblick zu verschaffen reiste Gyanesh in das ein oder andere Dorf und redete mit den Menschen hier, vielleicht hatte einer von ihnen ja eine gute Idee, wie er ihnen Strom bringen könnte. Bei einem dieser Besuche stellte Gyanesh fest, dass es eine Sache gab, die jedes dieser Dörfer im Überfluss hatte: Reisstroh. Reisstroh war ein „Abfallprodukt“ der Reisproduktion, die die Menschen vor Ort betrieben.

Mit dieser Entdeckung des Reisstrohs hatte Gyanesh die Lösung gefunden die er suchte. Er entwickelte ein System mit dem unter Verwendung des Reisstrohs Strom erzeugen konnte und gründete 2008 Husk Power. Heute versorgt Husk Power nicht nur indische Dörfer mit Strom, sondern auch Afrikanische. 6-7 Stunden Strom am Tag kosten die Konsumenten 2 Dollar im Monat. Das ist für diese Menschen durchaus nicht wenig Geld, aber das ist ein Preis, den sich die meisten von ihnen leisten können.

Fazit – Geht nicht gibt’s nicht

TED Talk – Suzie Sheehy: The case for curiosity-driven research

Ich liebe diese kleine Geschichte, denn sie liefert einen wichtigen Beweis: Nur weil Dinge seit Jahrzehnten sind wie sie sind, heißt es nicht, dass wir sie nicht ändern können. Alles was wir brauchen um diese Dinge zu Verändern ist Mut, Hartnäckigkeit und Neugier. Ganz besonders wichtig ist die Neugier, denn ohne sie gäbe es gar keinen Strom in dieser Welt. Doch das ist eine andere spannende Geschichte, die Dir Suzie Sheehy auf der Ted Seite viel besser erzählen kann, als ich es je könnte.