Weißt Du was Enclothed Cognition ist?

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Klamotten müssen nüttlich und bequem sein

Dass ich einmal über Klamotten schreiben würde, habe ich mir bis heute Morgen auch nicht vorstellen können. Schließlich gehöre ich seit einigen Jahren zu jenen Menschen, die eine Jeans wenn sie passt so oft kauft wie es geht, damit ich so lange wie nur möglich vom nächsten Jeanskauf verschont bleibe. Was meine Oberkörperbekleidung angeht bin ich ein absoluter Fan von Hoodies vom Berufsbekleider. Bei dem gibt es den gleichen Hoodie jahrelang im Sortiment und ich weiß, dass sie eine ordentliche Qualität haben.

Doch heute bin ich über etwas gestolpert, dass mich motiviert noch einmal über mein modisches Verhalten nachzudenken, denn dank

Christian Ankowitsch: Warum Einstein niemals Socken trug. Wie scheinbar Nebensächliches unser Denken beeinflusst 

weiß ich nun, dass bestimmte Kleidungsstücke uns dabei helfen können in Prüfungen deutlich besser abzuschneiden. Wieso, Weshalb, Warum erfährst Du jetzt.

Was ist Enclothed Cognition?

Laut Kleidung ein Sportler

Enclothed Cognition ist ein englischer Begriff, den ich mit “Bekleidete Wahrnehmung” übersetzen würde. Mit dieser etwas holprigen Übersetzung sind wir auch schon bei der Bedeutung der Enclothed Condition angekommen: Das was wir und andere Menschen tragen beeinflusst unsere Wahrnehmung.

Wenn Du jetzt denkst „So ein alter Hut! Das Kleider machen Leute, weiß der Volksmund doch schon seit Jahunderten.“, dann geht es Dir wie mir vorhin. Ja, Du hast Recht, Kleider machen Leute. Ärzte erkennen wir an dem weißen Kittel, Polizisten an Ihrer Uniform usw. Doch was ich dabei bis jetzt übersehen habe ist, dass unsere Kleidung auch uns selbst beeinflusst. Nein, ich spreche jetzt nicht von zu eng sitzenden Klamotten, die uns Grimassen ins Gesicht zaubern oder unsere Atmung flach werden lassen. Ich spreche von Klamotten, die uns dabei helfen bessere Prüfungsnoten zu bekommen.

Bessere Noten Dank Deiner Bekleidung

Ich bin so so aufmerksam wie ein Arzt

Zwei Forscher Namens Hajo Adam und Adam D.Galinsky haben herausgefunden, dass Menschen, die während einer Prüfung einen Laborkittel tragen diesen deutlich aufmerksamer und damit erfolgreicher abschlossen, als Menschen, die ihre normale Kleidung trugen. Entscheidend bei diesem Experiment war, dass die Versuchsteilnehmer beim Tragen des Kittels daran glaubten, dass ihr Kittel ein Arztkittel sei. Alle Fakten zu den Erkenntnissen der Forscher bekommst Du hier.

Ich bin ein Superheld

Übrigens funktioniert dieser Trick nicht nur mit Arztkitteln, sondern auch mit Superhelden T-Shirts, das hat die Psychologin Karen Pine herausgefunden. Die Psychologin schnappte sich ein paar Schüler, verpasste der einen Hälfte Superhelden Shirts und ließ die ganze Gruppe dann einen Test absolvieren. Die Auswertung des Tests ergab, dass jene Schüler mit den T-Shirts merklich besser abschlossen als jene ohne.

Der Capewalk

Für die meisten Berufstätigen ist die der Zusammenhang zwischen Kleidung und Testergebnissen spannend, aber nicht unbedingt nützlich, denn wer im Berufsleben angekommen ist muss nur noch selten Tests absolvieren. Zu meiner großen Freude habe ich aber auch für alle Berufstätigen noch einen Bekleidungstipp, den ich meinen großartigen LernOS Sundaysketchnotegirls (Such gern mal bei Twitter nach #Sundaysketchnotegirls) verdanke: Der Capewalk.

Bevor ich Dir verrate was ein Capewalk ist schiebe ich noch einen wichtigen Warnhinweis an dieser Stelle ein:

Warnhinweis

WARNHINWEIS: Ich kenne keine wissenschaftlichen Studien, die meine nun folgenden Behauptungen belegen. Wenn Du dank diesem Beitrag einen Capewalk machst, machst Du das auf absolut eigene Gefahr.

So und nun zurück zum Thema. Um einen Capewalk zu absolvieren brauchst Du einen langen Flur (am liebsten einen Firmenflur) und ein wenig Phantasie. Mit Hilfe Deiner Phantasie stellst Du Dir vor, dass Du einen Superheldenumhang bzw. ein Superheldencape trägst. Du stellst Dir das Cape auf Deinen Schultern vor. Du stellst Dir die bewundernden Blicke jener vor, die dank Deinem Cape wissen, dass Du ein Superheld bist. Du stellst Dir vor, wie das Cape flattert, während Du über Deine Stadt fliegst. Nun bist Du mental perfekt auf Deinen Capewalk vorbereitet.

Wow was für ein super Kollege!

Jetzt sind die körperlichen Vorbereitungen dran: Stelle Dich an den Anfang des Flurs. Nimm Deine Schultern zurück, strecke die Stolz geschwollene Brust raus, lasse Deine Schritte über den Boden gleiten und sorge mit Deinem Körper dafür, dass Dein Cape elegant von rechts nach links schwenkt, während Du erhaben durch den Firmenflur schreitest.

Mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit wirst Du nach einem solchen Walk ganz anders auf Deine Arbeitskollegen wirken als vorher. 😉 Ich für meinen Teil brenne auf den Tag an dem ich den Capewalk selbst testen kann.

Keine Socken

Nur Langweiler tragen Socken

Doch nicht nur Kittel, Shits und Capes beeinflussen uns. Auch Socken haben ihre Wirkung auf uns. Socken sind spießig, langweilig und normal. Aus diesem Grund weigerte sich Einstein Socken zu tragen, denn alle drei Eigenschaften lehnte er ab. Ich für meinen Teil bin nicht so hart wie Einstein. Ich habe kalte Füße. Ich liebe Socken. Am liebsten Schwarz und einfarbig, damit ich keine Socken sortieren muss.

Aber vielleicht hast Du an der Sockenfront mehr Mut als ich und kannst mir berichten, ob Dich das Ablegen der Socken genauso befreit, wie es einst Einsteins Gedanken befreite.

Fazit

Ich weiß nicht wie es Dir geht, aber Enclothed Cognition hat mich zum Nachdenken gebracht. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich bei meiner nächsten Bestellung beim Berufsbekleider einen Arztkittel mitbestelle, aber irgendwie habe ich plötzlich den unbändigen Wunsch nach einem „du bist grossartig“-Superheldencape. Die Frage ist nur, wo bekomme ich jetzt das perfekte Superheldencape her? Welche Farbe sollte es haben und wie sollte das Emblem darauf aussehen. Fragen über Fragen, mit denen ich mich nun verabschiede und Dir einen fantastischen Start in den Tag wünsche.