Kennst Du die 3 Säulen der Positiven Psychologie?

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Keine Horrorfilme mehr.

Ganz genau erinnere ich mich nicht mehr, aber es muss so sieben Jahre her sein, dass mir das Thema Positive Psychologie das erste Mal begegnete und mein Leben zum Positiven veränderte. Obwohl ich lange Zeit ich nur wenig mehr als den Begriff Positive Psychologie kannte, gab mir das bereits einen positiven Impuls. Denn ich leitete aus dem Begriff ab, dass es darum ging, sich auf die positiven Dinge des Lebens zu konzentrieren. Also tat ich genau das. Ich reduzierte alle negativen Einflüsse in meinem Leben, die ich reduzieren konnte. Dazu gehörte auch, dass ich inzwischen Horrorfilme und Co. – die ich lange Zeit geliebt hatte – meide.

Im Gegensatz zu mir hat sich der Autor

Martin E.P. Seligman: Der Glücks-Faktor. Warum Optimisten länger leben

Hey, ich bin keine Säule, sondern ein Siegertreppchen.

im Rahmen seiner Forschungen intensiv mit der Positiven Psychologie beschäftigt. Dank Martin weiß ich nun, dass ich in den letzten Jahren lediglich eine von drei Säulen, auf denen die Positive Psychologie fußt, bewusst berücksichtigt habe. Zum Glück ist es nie zu spät, ein Thema intensiver kennen zu lernen, und daher tun wir heute genau das. Wir schauen uns nicht nur an, was die Positive Psychologie eigentlich ist, sondern werfen auch einen Blick auf jene drei Säulen, auf denen sie ruht.

Was ist Positive Psychologie?

Ausnahmsweise enthält unser großartiges „Zeit Lexikon“ heute keinen passenden Beitrag zu unserem Thema. Doch zum Glück hat unser Autor eine griffige Definition der Positiven Psychologie für uns. Die Positive Psychologie ist eine

„Wissenschaft, die positive – und nicht nur negative – Emotionen zu verstehen sucht, die bemüht ist, Stärken und Tugenden aufzubauen und Wegweiser aufzustellen, um Ihnen zu ermöglichen, das zu finden, was Aristoteles das >>gute Leben<< genannt hat.“

Martin E.P. Seligman: Der Glücks-Faktor. Warum Optimisten länger leben, S. 12.
Es gibt so viel zu dem Thema zu sagen.

An dieser Stelle ließe sich wahrscheinlich noch viel mehr zum Thema Positive Psychologie sagen, z.B. dass es Abraham Maslow war, der den Begriff Positive Psychologie eingeführt hat. Doch da ich darauf brenne zu erfahren, was es mit den drei Säulen auf sich hat, steigen wir an dieser Stelle nicht tiefer in die Geschichte der Positiven Psychologie ein, sondern schauen uns direkt die Sache mit den Säulen an.

Säule 1: Die Erforschung von positiven Emotionen

Es ist alles so schwierig Herr Doktor.

Während sich die klassische Psychologie vor allem um die negativen Emotionen kümmert und sich auf die Probleme konzentriert, die aus ihnen hervorgehen, konzentriert sich die Positive Psychologie darauf zu erforschen, welchen Einfluss positive Emotionen auf das Leben der Menschen haben wie z.B.:

  • Zuversicht,
  • Hoffnung und
  • Vertrauen.
Lamas sind großartige Fotomotive, oder Papa?

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Konzentration auf positive Emotionen starke Auswirkungen auf mein Leben hatte. Statt immer das Haar in der Suppe zu suchen, habe ich mir angewöhnt, die positiven Dinge zu sehen. Als ich vor vielen Jahren erfuhr, dass mein Vater an Demenz erkrankt war, hätte ich mich mit ihm hinsetzten können, und wir hätten uns bemitleiden können. Stattdessen habe ich darin eine Chance gesehen, so oft wie möglich eine schöne Zeit mit ihm zu verbringen. Dank seiner Demenz gingen wir solange dies noch möglich war gemeinsam in den Zoo, spazierten durch die Stadt und fuhren sogar nach Moskau. Als größere Ausflüge aufgrund der Krankheit nicht mehr möglich waren, konzentrierte ich mich weiterhin darauf, schöne Erlebnisse mit ihm zu erschaffen, wenn ich ihn besuchte. Ja die Zeit war schwer, aber für mich war es unglaublich hilfreich, schöne Momente zu erschaffen. So haben wir die Zeit, die uns blieb, genossen und mir bleibt, dank der Konzentration auf positive Emotionen, für immer ein lächelnder Vater in Erinnerung.

Säule 2: Die Erforschung von positiven Charaktereigenschaften

Die zweite Säule der Positiven Psychologie sind positive Charaktereigenschaften. Zu denen zählen unter anderem

  • Mut,
  • Tapferkeit,
  • Besonnenheit,
  • Aufrichtigkeit,
  • Gerechtigkeit und
  • Treue.

Spannenderweise fallen in den Forschungsbereich dieser Säule auch positive Fähigkeiten wie Intelligenz und Sportlichkeit.

Wie schafft er es das Gleichgewicht zu halten?

Da diese Säule für mich neu ist und ich mich gerade mit dem Thema Sportlichkeit wirklich schwer tue, weiß ich nicht, wie diese Dinge das Leben beeinflussen. Doch Martin schreibt, dass diese Charaktereigenschaften und Fähigkeiten seiner Erfahrung nach ein Schutzschild gegen Schicksalsschläge und seelische Störungen sind.

Säule 3: Die Erforschung von positiven Institutionen

Die dritte Säule der Forschung zur Positiven Psychologie beschäftigt sich mit positiven Institutionen, wie

  • Demokratie,
  • gefestigte Familien und
  • Informationsfreiheit.

An dieser Stelle geht die Forschung der Frage nach, welchen Einfluss positive Institutionen auf das Leben der Menschen haben. Die Fragen lauten:

  • Ist es einfacher ein gutes Leben zu führen, wenn Menschen in einer Demokratie groß werden?
  • Ist es einfacher ein gutes Leben zu führen, wenn Menschen in einer gefestigten Familie groß werden?
  • Ist es einfacher ein gutes Leben zu führen, wenn Menschen Informationsfreiheit genießen?
Zum Glück geschieden.

Diese Fragen finde ich sehr spannend. So bin ich zum Beispiel in einer Familie groß geworden, in der Scheidungen etwas völlig Normales sind. Die Ehe meiner Eltern hat keine drei Jahre gehalten. Sonderlich gefestigt war meine Familie also nicht. Doch irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich diesem Chaos viel von meinem heutigen Glück verdanke. Die zweite Frage in der Liste würde ich spontan also nicht unbedingt mit ja beantworten.

Fazit

Für mich funktioniert die Sache mit den positiven Emotionen unglaublich gut. Seitdem ich den negativen Dingen weniger Aufmerksamkeit und damit weniger Zeit schenke, habe ich mehr Zeit für die „schönen“ Dinge des Lebens. Dazu gehört zum Beispiel das Lesen spannender Bücher zu Themen wie Positiver Psychologie und das Schreiben von Blogbeiträgen. Ob und wann ich es schaffe, mich mit den anderen beiden Säulen zu beschäftigen, kann ich noch nicht sagen. Doch mit dem Schreiben dieses Beitrages ist – gefühlt – schon ein wichtiger Schritt getan. So merke ich, dass meine Gedanken gerade intensiv um Säule 3 kreisen.

Doch genug zu mir. Was mich an dieser Stelle brennend interessiert sind Deine Erfahrungen im Bereich der Positiven Psychologie. Hast Du Dich schon mit ihr beschäftigt? Kennst Du Menschen, die sich mit ihr beschäftigen? Hast Du persönliche Erfahrungen zu einer der drei Säulen? Ich freue mich auf Deine Antworten und wünsche Dir einen fantastischen Start in den Tag.