4,4 min readPublished On: 6. April 2020By Tags: , , Categories: Bücher, Wissen

Warum mache ich das eigentlich?

Fragen, Kommunikation
Warum? Warum nicht?

Hätten wir vor 500 Jahren einen Müller gefragt, warum er Müller ist, hätte er uns wahrscheinlich irritiert angeschaut: „Weil mein Vater Müller war und mein Großvater und mein Urgroßvater.“ Hätten wir dagegen vor 100 Jahren einen Arbeiter gefragt, „warum“ er arbeitet, hätte er uns wahrscheinlich mit „Weil ich Geld verdienen muss um meine Familie zu ernähren.“ geantwortet.

Warum mache ich das?

Heute schaut die Sache mit dem „warum“ wir arbeiten etwas bei vielen Menschen etwas anders aus. Natürlich arbeiten wir auch heute noch, um Geld zu verdienen, weil wir nun einmal Miete zahlen wollen und Geld brauchen, um Essen zu kaufen. Doch neben dem Lohn, den wir aktuell noch brauchen, um unser Leben zu finanzieren, spielt inzwischen auch das „warum“ hinter dem Job eine gewichtige Rolle. Laut

Peter Kreuz & Anja Förster: Nur Tote bleiben liegen. Entfesseln Sie das lebendige Potenzial in Ihrem Unternehmen

Betriebszugehörigkeit vs. „warum“

ist die Frage „Warum mache ich das eigentlich?“ für eine ganze Generation zum permanenten Prüfstein im Job geworden. Wenn das „warum“ im Job  nicht mehr stimmt, ist diese Generation bereit, vernünftige Argumente wie Betriebszugehörigkeit und Co. zu ignorieren und nach neuen zu Herausforderung. Nicht selten ist dabei das „warum“ wichtiger als die Höhe des Gehaltes.

Warum stellen wir die Frage nach dem warum?

Außerdem gab es damals noch Drachen.

Ich glaube, die Möglichkeit selbst über die eigene Karriere zu bestimmen, bringt unweigerlich auch  die Frage des „warums“ mit auf den Tisch. Wenn wir vor 500 Jahren einen Schmied gefragt hätten, warum er Waffen schmiedet, hätte er ganz entspannt antworten können, weil sein Vater Schmied war und er der einzige Schmied im Dorf ist. In diesem Sinne lag die Verantwortung für die Berufswahl nicht beim Schmied.

Waffen herstellen ist nicht cool…

Stellen wir heute einem Menschen, der für einen Waffenproduzenten arbeitet die gleiche Frage, kann er die Verantwortung für die Berufswahl nicht einfach auf seine Familie abwälzen. Wer heute für einen Waffenproduzenten arbeitet, tut das in der Regel, weil er sich dafür entschieden hat und in Kauf nimmt, das das war er tagtäglich produziert, vielen Menschen das Leben kostet. Ein Mensch, der heute für einen Waffenproduzenten arbeitet, trägt die Verantwortung seiner Berufswahl und muss mit unbequemen Fragen rechnen.

Ich rette Dich dank vegetarischer Wurst.

Natürlich ist die Sache mit dem Waffenproduzenten ein extremes Beispiel. Doch die Frage nach dem „warum“ zieht sich durch alle Branchen. Ein Vegetarier, der für einen Wurstproduzenten arbeitet, wird wahrscheinlich nicht sehr glücklich sein, es sei denn, er ist in geheimer Mission unterwegs und setzt alles daran, ein vegetarisches Wurstsortiment zu etablieren. Wirklich wohl fühlen wir uns in Jobs, in denen unser warum und das warum des Unternehmens Hand in Hand gehen.

Mit großer Macht kommt große Verantwortung

Das Internet konnte mir meine Frage, wer den Satz „Mit großer Macht kommt große Verantwortung“ gesagt hat, leider nicht beantworten. Aber wer immer es gesagt hat, er hatte recht. Die Macht, ähm Freiheit, unseren Job selbst zu wählen, bringt auch die Verantwortung für unsere Entscheidung mit sich.

Fazit

Kein Mensch braucht Banken.

Ich weiß nicht, wie es Dir geht, aber ich finde die Sache mit dem „warum“ und der Verantwortung ist im Arbeitsalltag nicht gerade einfach. Es zwingt einen irgendwie, sich ständig neu zu entscheiden. Ich für meinen Teil war mit meinem ersten Job super happy, immerhin arbeitete ich für ein Start Up, das angetreten war, die Welt des Kredites, zu revolutionieren und die Banken aus dem Spiel zu nehmen.

Wissen teilen ist so cool.

Als der Laden sich im Verlauf der Zeit zu einem Banken-Kreditvermittler entwickelte, stürzte mich das in die Warum-Frage. Der coolste Job der Welt war für mich zum No-Go geworden, und ich musste mir etwas Neues suchen. Auf der anderen Seite bin ich heute extrem dankbar für diese Erfahrung, denn das, was damals als warum-Krise begann und mir nicht sehr gelegen kam, war der erste Schritt zu meinem heutigen Ich, das sich pudelwohl damit fühl, sein durch Bücher erworbenes Wissen mit Dir zu teilen.

An dieser Stelle möchte ich die Frage des „warums“ an Dich weitergeben. Ich bin gespannt, ob Dir die Antwort auf die Frage, „warum mache ich das eigentlich.“ leichter fällt als mir. Wie wichtig ist das warum im Job für Dich? Lässt Du Dich von der Frage des „warums“ bei der Jobwahl leiten? Wenn Du eine Firma hast, kannst Du die Frage beantworten, „warum“ Menschen bei Dir arbeiten sollten? Wenn Du angestellt bist: Erfüllt Dein Job Dein „warum“ ?

Mit diesen Fragen wünsche ich Dir einen fantastischen Start in den Tag und freue mich auf Deine Antworten.