Warum sprechen wir manchmal vom Hamsterrad, wenn es um unsere Arbeit geht?

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Bis jetzt dachte ich immer, ich würde die Antwort kennen. Doch dank

Werner Tiki Küstenmacher: LIMBI – Der Weg zum Glück führt durchs Gehirn,

habe ich gelernt, dass sich hinter dem berühmt berüchtigten Hamsterrad eine Geschichte verbirgt, die ich so noch nicht kannte.

Was ich über das Hamsterrad dachte

Hey, ich bin kein Hamster.

Bis jetzt dachte ich immer, Menschen nutzen die Hamsterrad-Metapher, um zu beschreiben, dass sie nicht vorankommen. Egal wie schnell sie laufen, sie drehen sich im Kreis und alles wiederholt sich ständig. Das Hamsterrad hat für mich auch symbolisiert, dass wir nicht einfach aus diesem aussteigen können. Wenn wir uns in ihm befinden, fühlen wir uns dazu verdammt, ohne Ende zu laufen. Irgendwie begrenzt das winzige Hamsterrad auch unserer Fantasie, und daher finden wir nur schwer Wege, ihm zu entkommen.

Worüber ich mir nie Gedanken gemacht habe ist die Frage, warum Menschen davon sprechen, in einem Hamsterrad zu laufen. Zum meiner großen Freude beantwortet unser Autor in seinem Buch genau diese ungestellte Frage.

Was ich nicht über das Hamsterrad wusste

Wie krass, die alten Römer hatten Aufzüge?

Es war einmal das alte Rom. Zu meiner Überraschung gab es hier in den Häusern mancher reicher Menschen Personenaufzüge. Natürlich gab es im alten Rom noch keinen Strom, und so fanden die Menschen einen anderen Weg, diese Aufzüge in Schwung zu bringen. Sie nutzten Tretmühlen und Sklaven, um die Aufzüge zu betreiben.

Tretmühlen sind im Grunde genommen nichts anderes als gigantische Hamsterräder, in denen Menschen laufen. Der entscheidende Unterschied zum Hamsterrad ist allerdings, dass eine Tretmühle immer einen Zweck erfüllt. Und die Menschen können in aller Regel ihr nicht nach Lust und Laune laufen, sondern sie müssen laufen, ob sie wollen oder nicht.

Weil Menschen unglaublich erfinderisch sind, wurde die Tretmühle in Verlauf der Jahrhunderte immer weiter optimiert. So dienten Tretmühlen im Mittelalter den Menschen um

  • Lastkräne
  • Pumpen und
  • Pulvermühlen

zu betreiben. Da mir heute zum ersten Mal das Wort Pulvermühle begegnet ist, habe ich gerade eine kurze Recherche angestellt und herausgefunden, dass eine Pulvermühle eine ganz normale Mühle ist, nur das hier nicht Getreide, sondern die Zutaten für Schießpulver gemahlen werden.

Fazit

Windmühlen brauchen Wind.

Ich weiß nicht, wie es Dir geht, aber ich habe heute unglaublich viel gelernt. Ich wusste, dass Menschen in der Vergangenheit große Räder genutzt haben, um Maschinen zu betreiben, doch ich ging immer davon aus, dass diese von Wasser, Wind oder Tieren betrieben wurden. Obwohl es das Wasserrad schon einige Zeit vor Christi Geburt gab, konnten diese nur an Orten eingesetzt werden, an denen auch das Wasser eines Flusses, eines Bachs oder eines künstlichen Kanals floss. Auch Windräder funktionierten nur mit Wind und nicht jeder Mensch hatte Tiere, um Räder zu betreiben. Also erfand der Mensch, wie wir heute gelernt haben, die Tretmühle und machte seine Maschinen so von Flüssen, Wasser und Tieren unabhängig.

Auch in Sachen Tretmühlen habe ich heute einiges dazugelernt. Bis jetzt kannte ich den Begriff Tretmühle nur im Kontext des Fahrradfahrens. Denn hier müssen wir ordentlich in die Pedalen treten, um voran zu kommen.

Und der Gewinner ist die Gartenmaus.

Mein letztes Learning für heute ist die Tatsache, dass Hamster Hamsterräder lieben. Neugierige Forscher haben herausgefunden, dass sogar Tiere in freier Wildbahn ihre Freude an solchen Laufrädern haben. Viele Tiere nutzen das Laufrad und amüsieten sich eine Runde beim Laufen. Den absoluten Vogel schoss eine Gartenmaus ab, die unfassbare 18 Minuten im hohen Tempo das Laufrad antrieb und solche Freude daran hatte, dass sie mehrmals wiederkam.

Übrigens können auch Menschen – so die Feststellung unseres Autors – viel Freude am Hamsterradlaufen haben. Die einzige Bedingung dafür ist, dass das Laufen im Hamsterrad keinen Zweck erfüllt, sondern wir einfach nur um des Laufens willen laufen können. Welch krasse Bedeutung dies hat, kann ich nur erahnen. Doch irgendwie muss ich gerade an eine großartige Grafikerin denken, die an einer meiner Sketchnote Sessions teilgenommen hat. Weil ich sie in dieser Session häufiger um Unterstützung bat, habe ich mich im Anschluss höflich bei ihr entschuldigt. Ihre Antwort, dass die Session absolut fantastisch war, weil sie kreativ sein konnte ohne liefern zu müssen, hat mich sehr ins Grübeln gebracht. Was meinst Du, wie sähe unsere Welt aus, wenn jeder von uns das, was er gerade tut, aus reinem Spaß an der Freude täte? Wäre diese Welt besser? Und wenn ja, wie könnten wir eine solche Welt erschaffen?