Warum werden Aufgaben langweilig?

Die Aufgaben machen mir Angst.

Gibt es Aufgaben in Deinem Alltag, die

  1. Dich zu Tode langweilen?
  2. Du gern machst?
  3. Dir Angst machen?

Wie wäre es, wenn Du den lieben langen Tag nur noch Aufgaben aus der zweiten Kategorie machen könntest? Wäre das nicht großartig? Ich liebe es, jeden Morgen zu lesen und einen Blogbeitrag zu schreiben. Jedes Buch beinhaltet unbezahlbares Wissen. Und jeder Blogbeitrag hilft mir dabei, mich an dieses Wissen zu erinnern. Absurderweise mag ich die Vorstellung nicht, den jeden Tag den ganzen Tag zu bloggen und zu lesen. Allein bei der Vorstellung empfinde ich Langeweile und Erschöpfung.

Doch warum ist das so? Warum wird eine großartige Aufgabe langweilig, wenn wir nichts anderes machen? Eine Antwort auf diese Frage liefert die Yerkes-Dodson-Kurve, über die ich bei

Friederike Fabritius, Hans W. Hagemann: Neurohacks. Gehirngerecht und glücklicher arbeiten

gestolpert bin.

Die Yerkes-Dodson-Kurve

1908 entdeckten die Psychologen Robert Yerkes und John Dillingham Dodson mit Hilfe eines Experiments einen Zusammenhang zwischen Stress und Leistung. Gegenstand Ihres Experiments waren ein paar Ratten, denen die Wissenschaftler in einem Labyrinth mit Hilfe eines Geräts Elektroschocks verpassten.

Yerks uns Dodson stellten fest, dass die Elektroschocks Einfluss auf die Leistung der Ratten hatten. Leichte Elektroschocks stimulierten die Ratten und halfen ihnen dabei, schneller durch das Labyrinth zu finden als ohne Elektroschocks. Zu starke Elektroschocks versetzten die Ratten in Panik und machten es den Ratten unmöglich, sich im Labyrinth zurechtzufinden, weil sie kopflos flüchteten.

Ihre Erkenntnisse hielten die beiden Wissenschaftler in der Yerkes-Dodson-Kurve fest, die wie folgt aussieht:

Was ich von geschockten Ratten gelernt habe

8 Stunden Lesen ist langweilig.

Vor 10 Jahren hätte ich jeden für verrückt erklärt, der mir erzählt hätte, dass der Tag kommen wird, an dem ich gern um 4:30 Uhr aufstehe. Heute kann ich mir nicht mehr vorstellen, es nicht zu tun. Wenn mein Lichtwecker zu leuchten beginnt, treiben mich die Vorfreude auf einen Blogbeitrag und meine Bücher aus dem Bett. Jeden Tag frage ich mich, welches Thema ich mir im Rahmen eines Blogbeitrages heute genauer anschauen kann.

Jeder Blogbeitrag birgt das Potenzial, großartig zu werden, allerdings auch die Gefahr, völlig in die Hose zu gehen. Diese Gefahr in Kombination mit dem winzigen Zeitfenster, das mir für das Schreiben zur Verfügung steht, ist mein Elektroschock. Hätte ich den ganzen Tag Zeit, um einen oder mehrere Blogbeiträge zu schreiben, würde mir mein Elektroschock verloren gehen, und meine Lieblingsaufgabe würde langweilig werden. Zudem hätte ich dann keine Gelegenheit mehr, das Wissen aus den Blogbeiträgen in meinem Alltag anzuwenden. Und damit würde das ganze Wissensammeln zusätzlich an Reiz verlieren.

Fazit

Ob eine Aufgabe Langeweilige, Freude oder Panik auslöst, ist von ihrem Stresslevel abhängig. Mit dem Wissen um den Stresslevel können wir langweilige Aufgaben zu großartigen Aufgaben erhöhen, indem wir dafür sorgen, dass die langweilige Aufgabe einen gewissen Stresslevel bekommt. Eine Wohnung zu putzen ist in meinen Augen die langweiligste Aufgabe der Welt. Wenn ich in einer Stunde Besuch bekomme, ändert sich das spontan.

An dieser Stelle bin ich wie immer neugierig. Wie verwandelst Du langweiligen Aufgaben in großartige Aufgaben? Kennst Du einen Weg, Aufgaben, die Dir Angst machen, in großartige Aufgaben zu verwandeln?

 

 

 

29. Oktober 2021
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Ein Männchen mit vier Armen wirbelt 8 Bücher durch die Luft.
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