4 min readPublished On: 2. November 2021By Tags: , , Categories: Bücher, Wissen

Weißt Du was es Mojo ist?

In den Sechzigern war das Hipp.

In Filmen und Serien ist mir der Begriff Mojo schon sehr oft begegnet. Bis jetzt dachte ich, er sei ein Modewort, das irgendwann in den 1960er Jahren sehr viel genutzt wurde, inzwischen aber so gut wie ausgestorben ist. Daher habe ich mich nie gefragt, was es mit dem Begriff auf sich hat und mich einfach mit der Vermutung zufrieden gegeben, dass jeder darunter etwas anderes versteht.

Doch dann bin ich bei

Martin Lindstrom: Plädoyer für den gesunden Menschenverstand

über eine Definition des Begriffes Mojo gestolpert. Bevor wir uns jedoch mit dieser beschäftigen, greifen wir zum Lexikon, um herauszufinden, ob der Rest der Nutzer des Begriffes unter diesem das gleiche verstehen wie unser Autor.

Was das Lexikon sagt

In unserem Lexikon taucht der Begriff Mojo nicht auf. Nach einer kurzen Recherche im Internet kenne ich den Grund: Bei Mojo handelt es sich um einen englischen Begriff. Die Definition, die wir suchen, finden wir daher auf der Webseite des Oxford Learners Dictionary, die ich wir folgt übersetzen würde:

  1. Unbegrenzte Zauberkraft
  2. Ein kleines Objekt oder mehrere kleine Objekte in einem Beutel, die für ihre/n Besitzer Zauberkräfte haben
  3. Starke (fast magische) Anziehungskraft einer Persönlichkeit.

Wie unser Autor Mojo definiert

Unser Autor definiert den Begriff Mojo als eine

„positive geistige Haltung gegenüber unserer aktuellen Aktivität, eine Haltung, die im Inneren beginnt und nach außen strahlt“ Martin Lindstrom: Plädoyer für den gesunden Menschenverstand, S. 10.

Das ist verwirrend, oder?

Im ersten Moment hatte ich das Gefühl, dass unser Autor uns eine vierte Definition des Begriffes Mojo an die Hand gibt. Doch beim genaueren Hinsehen deckt sich in meinen Augen die dritte Definition des Oxford-Wörterbuches mit der unseres Autors, wobei letztere verständlicher formuliert ist. Meiner Erfahrung nach haben Menschen mit einer starken Anziehungskraft eine positive geistige Haltung gegenüber ihrer aktuellen Aktivität, die so stark ist, dass sie anziehend auf andere Menschen wirkt.

Ich weiß nicht, wie es Dir geht, aber ich freue mich sehr über die großartige Definition, die uns unser Autor geschenkt hat. Noch mehr allerdings freue ich mich über seine Erfindung des Begriffes Nojo, den er wie folgt definiert:

Nojo ist eine „negative geistige Haltung gegenüber unserer aktuellen Aktivität, eine Haltung, die im Inneren beginnt und nach außen strahlt“ Martin Lindstrom: Plädoyer für den gesunden Menschenverstand, S. 10.

Nojo ist also das Gegenteil von Mojo. Menschen, die gerade im Nojo-Modus sind, üben in der Regel keinerlei Anziehungskraft auf andere Menschen aus.

UPDATE 18.07.2022: Was Twitter sagt

Laut @UrianWill, gibt es noch ein Mojo, dass ich bis jetzt noch nicht kannte:

„Ich programmiere zur Zeit etwas unter Verwendung von Mojolicious. mojolicious.org Einige Module davon nennen sich „Mojo“ ;)“

Fazit

Was wäre, wenn jeder seinem Herzen folgt?

Ich weiß nicht, wie es Dir geht, aber ich freue mich sehr darüber, endlich zu wissen, was es mit diesem Begriff auf sich hat. Dieser Begriff und sein Gegenteil schaffen es in meinen aktiven Wortschatz, weil mir das Thema hinter den Definitionen unseres Autors wichtig ist. Ich träume von einer Welt voller Menschen, die im Mojo-Modus leben. Ich glaube, in einer solchen Welt würden es viele großartige Dinge geben, die von Menschen mit Leidenschaft und Herzblut erschaffen wurden. Doch kommen wir zurück zum dem, was wir heute gelernt haben.

Der Begriff Mojo zeigt uns wieder einmal, dass ein Begriff unglaublich viele Bedeutungen haben kann. Solche Begriffe können die Kommunikation mit einem anderen Menschen erschweren, wenn beide Gesprächspartner etwas Unterschiedliches unter ein und demselben Begriff verstehen. Meiner Erfahrung nach sind solche Kommunikationsunfälle vermeidbar, wenn wir im Gespräch freundlich nachfragen, was unser Gegenüber unter dem Begriff versteht. Wichtig ist dabei, dass unser Gesprächspartner durch unsere Nachfrage nicht das Gefühl bekommt, dass wir ihn auf die Probe stellen wollen. Mit folgenden Frageformulierungen habe ich gute Erfahrungen gemacht:

  1. Ich liebe diesen Begriff, weil ich fast jedes Mal, wenn er mir begegnet, eine neue Definition für ihn lerne. Ich verstehe unter dem Begriff […]. Ist das auch Deine Definition, oder verstehst Du darunter etwas anderes?
  2. Mir ist der Begriff schon einmal begegnet, doch ich erinnere mich nur noch vage an seine Bedeutung. Kannst Du mir bitte kurz auf die Sprünge helfen und mir verraten, wie Du den Begriff für Dich definierst?

An dieser Stelle bin ich wie immer neugierig:

  1. Was hast Du bis jetzt unter dem Begriff Mojo verstanden?
  2. Bei welchem Begriff hast Du schon einmal festgestellt, dass Dein Gegenüber eine völlig andere Bedeutung im Kopf hatte als Du?