Was Menschen von Bakterien lernen können

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Fragen, Kommunikation
Was machen Bakterien?

Wie geht es Dir, wenn du an Bakterien denkst? Welche inneren Bilder tauchen in Dir auf? Welche Gefühle hast Du? Wenn ich an Bakterien denke, denke ich an Krankheiten. Ich sehe Türklinken auf denen sich die kleinen Kerle tummeln und auf ihren nächsten Wirt lungern. Ich sehe die kleinen Biester nach einem Niesen durch die Luft wirbeln und freudig auf ihren nächsten Opfern landen. Ich erinnere mich automatisch an meine letzte Erkältung. Ich spüre die Mattheit und einen unbändigen Wunsch nach meinem Kopfkissen, einer warmen Decke, einer Wärmflasche und einem unendlich langen erholsamen Schlaf.

Bakterien sind freundlich

Mit diesen Bildern im Kopf bin ich vor wenigen Tagen dem TED Talk von Bonnie Bassler über Bakterien begegnet und die Frau hat meine Wahrnehmung von Bakterien binnen Minuten auf den Kopf gestellt. Ich musste feststellen, dass ich bei diesem Thema die völlig falsche Wahrnehmung hatte und die armen kleinen Wesen lediglich ein massives Marketing Problem haben. Der Feind ist eigentlich ein Freund. Okay, ja, es gibt fiese kleine Bakterien, die uns krank machen, aber ich habe mir sagen lassen, dass es auch fiese Menschen gibt. Ist deshalb gleich die ganze Menschheit schlecht? Nein, es gibt einfach immer ein paar fiese Wesen in einer Spezies, so auch bei den Bakterien.

Ohne Bakterien würden wir sterben

Ein Universum voller Bakterien

Wie bitte? Ja, Du hast richtig gelesen. Der Mensch besteht aus 1 Billionen Zellen und sage und schreibe 10 Billionen freundlichen und hilfreichen Bakterien, die nicht nur unsere Haut schützen, sondern uns auch dabei helfen aus der Nahrung, die wir verzehren Energie zu ziehen. Ohne diese kleinen Kerle würden wir sterben.

Nachdem wir uns nun um das Imageproblem der kleinen Superhelden gekümmert haben, sollten wir uns noch einen anderen wichtigen Punkt in Bezug auf Bakterien anschauen: Unsere kleinen Freunde halten uns nicht nur am leben, sondern wir können auch noch einiges von ihnen lernen.

Was wir von Bakterien lernen können

Sehen

Das faszinierende an Bakterien ist, dass sie unendlich klein sind. Komme was wolle, mit dem bloßen Auge ist kein Mensch in der Lage eine einzelne Bakterie zu sehen. Dennoch haben die kleinen Kerle unglaubliche Macht. Einige wenige von Ihnen können einen Menschen außer Gefecht setzen. Alles was es dafür braucht ist ein gemeinsames Ziel und an genau dieser Stelle können wir Mensch von unseren kleinen Freunden lernen.

Richard hat recht wenn er in

Richard Branson: The Virgin Way

schreibt, dass die meisten Menschen nur müde lächeln, wenn man sich bei ihnen bedankt, weil sie eine Glühbirne durch eine LED ersetzt haben.

Was kann eine Glühbirne schon ändern

Gluehbirne, Idee
Glühbirne

Zwar wissen sie, dass sie in diesem Moment einen positiven Beitrag zur Umwelt geleistet haben, aber sie wissen auch, dass es mehr als eine LED braucht um die Umwelt zu retten. Was es braucht um die Umwelt zu retten, oder die Welt zu verändern ist nicht eine Aktion eines Menschen, sondern viele kleine Aktionen vieler Menschen. Diese eine Glühbirne ist ein Schritt, der, wenn auch alle anderen Menschen ihn gehen einen massiven Beitrag zur Rettung unserer Umwelt beitragen kann. Unser Gefühl trügt uns an dieser Stelle also sehr leicht, denn eine Glühbirne fühlt sich einfach nach nichts an, wenn wir uns vorstellen, wie viele Glühbirnen es auf der Welt gibt (Spannende Frage: Weißt Du zufällig wie viele es sind?).

Wenn das Wasser läuft

Wasser sparen

Lass uns daher noch ein anderes Zahlenbeispiel betrachten, welches Richard verwendet: Das tägliche Zähneputzen. Normale Menschen putzen sich 2 Mal am Tag die Zähne. Manche von diesen Menschen lassen das Wasser während des Zähneputzens die ganze Zeit laufen. Was passiert, wenn ein Einziger von ihnen dazu übergeht das Wasser auszudrehen während er sich die Zähne putzt? Er spart unglaubliche 7.000 Liter Wasser im Jahr. Diese Zahl fühlt sich deutlich besser an als eine Glühbirne. Zwar können wir uns auch ausrechnen, wie viel Strom wir durch den Umstieg auf LED sparen, aber die Sache ist die: Wasser können wir sehen, Strom nicht. Wir wissen, dass 7.000 Liter Wasser mehr sind, als wir in einem ganzen Jahr trinken können, aber wir haben in der Regel keine Ahnung was wir mit x Watt Strom alles anstellen können.

Alles beginnt mit dem ersten Schritt

Lachen
Kommunikation

Lass uns mit diesen zwei Beispielen im Kopf zurück zu unseren Bakterien kommen. So wie eine Bakterie ausreicht um eine Infektion zu starten, reicht ein Mensch aus um die Welt massiv zu verändern. Okay, ja Du hast recht: Ein Mensch kann er sich nicht einfach wie eine Bakterie in 2 Teile teilen und so dafür sorgen, dass er so seine Wirkung vergrößert. Aber ein Mensch kann etwas viel krasseres und wirkungsvolleres: Er kann kommunizieren. Er kann seine Geschichte mit der Glühbirne und der Zahnbürste mit anderen Menschen teilen. Wenn er das tut, hat er die Chance eine Bewegung ins Rollen zu bringen. Diese eine Glühbirne kann, wenn ihre Geschichte erzählt wird, der erste Schritt zur Veränderung sein. Denn oft braucht Veränderung viele kleine Schritte und einige wenige Vorbilder, die andere Menschen dank Internet und co. dazu inspirieren ihr Verhalten zu ändern.

Richard nennet dieses Phänomen The Law Of Large Numbers (Das Gesetz der großen Zahlen). Ein kleiner Schritt, der tausende Male wiederholt wird, ist unglaublich mächtig. Bakterien mögen in der Mehrzahl sein, aber Menschen haben eindeutig die smarteren Werkzeuge. Also sei Dir Deiner Macht bewusst und nutze sie weise.