Weißt Du warum im alten Rom der 5te Sohn Quintus hieß?

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Lachen
Gelacht

Die heutige Geschichte liefert vielleicht nicht unendlich viel wertvolles Wissen, aber ich finde sie so unglaublich und habe beim ersten Mal Lesend so schallend gelacht, dass ich einfach über sie schreiben muss, damit ich sie nie wieder vergesse. Und es freut mich sehr die herrliche Antwort auf die Frage „Weißt Du warum im alten Rom der 5te Sohn Quintus hieß?“ heute Dank

Gerd Gigerenzer: Bauchentscheidungen

mit Dir zu teilen.

Kindernamen heute

Kind

Der eigene Vorname ist ein Begleiter für das ganze Leben. Viele Eltern verwenden daher recht viel Sorgfalt auf die Wahl des richtigen Vornamens für den eigenen Sprössling. Der Name für das eigene Kind soll zum Kind passen und ihm Türen öffnen und nach Möglichkeit keine verschließen. Im besten Fall soll der Name so individuell sein wie das Kind, aber gleichzeitig nicht dafür sorgen, dass der eigene Schützling später in den Sandkasten geschubst oder gehänselt wird. Keine Mutter und kein Vater möchte seinen Nachkommen mit einem Namen belegen, der dem kleinen das Leben erschwert und irgendwann in der Liste jener Namen auftaucht, die Schlagzeilen machen wie:

Nicht nur Kevin Welche Vornamen Ihren Kindern extrem schaden

https://www.mopo.de/ratgeber/familie/nicht-nur-kevin-welche-vornamen-ihren-kindern-extrem-schaden-448492

Lieber soll der Name der eigenen Kindes in Artikeln wie diesem auftauchen:

„Mit diesen Vornamen verdienen Sie mehr im Job“

https://www.stern.de/wirtschaft/job/vornamen–mit-diesen-namen-verdienen-sie-mehr-im-job-7457092.html
Glück

Zum Glück haben Eltern für die richtige Namenswahl heute, dank modernster Technik in der Regel 6 Monate Zeit und den Meisten gelingt eine ganz passable Wahl.

Kindernamen im alten Rom

Viel einfacher hatten es die Menschen im alten Rom, wenn es um die Wahl der Namen für die eigenen Söhne ging, zumindest ab Sohn Nummer 5.

Im alten Rom bekamen die ersten 4 Söhne individuelle Vornamen, ab dem 5ten Sohn hat man sich die Mühe nicht mehr gemacht. Natürlich bekamen die Söhne 5, 6, 7 usw. auch Namen, aber die standen einfach schon fest und orientierten sich an den römischen Zahlennahmen

  • 5 > Zahl: Quintilis > Name des Sohnes: Quintus
  • 6 > Zahl: Sextilis > Name des Sohnes:  Sextus
  • 7 > Zahl: September > Name des Sohnes: Septimus
Erfolg
Mehr Kinder = mehr Ansehen

Heute würde ich mit den Achseln zucken und sagen: „Mein Gott sollen sie nur machen, die wenigsten Familien haben heute 5 Kinder, geschweige denn 5 Söhne.“ Im alten Rom waren 5 Söhne dagegen keine Seltenheit. Frauen mit mehr als 3 Kindern genossen damals ein höheres Ansehen als Frauen mit weniger als 3 Kindern und hatten damit eine hohe Motivation die heute in Deutschland normale 1,5 Kind Familie in Sachen Kinderanzahl zu toppen, wie folgendes Zitat belegt:

„Das römische Frauenideal blieb jedoch die unbescholtene Ehefrau und Mutter, die dann, wenn sie drei Kinder geboren hatte, durch eine besondere Stola ausgezeichnet wurde und als femina stolata hohes Ansehen genoss.“

http://wwwg.uni-klu.ac.at/archeo/alltag/22stell.htm

Leider hatte ich bei der Google-Suche nach „durchschnittlich Anzahl der Kinder pro Frau im alten Rom“ kein Glück. Solltest Du wissen, wie viele Kinder im alten Rom „normal“ waren, freue ich mich sehr darüber, wenn Du Dein Wissen mit mir teilst. Auch wenn Du zufällig weißt, wie es mit der Vergabe der Römischen Töchternamen aussah, freue ich mich sehr auf Dein Wissen.

Übrigens ein Recherche-Tipp von mir: Ich konnte Quintus und co. nicht auf den Listen der beliebtesten Kindernamen 2019 finden ;-).

Warum erhielten die Söhne 1 bis 4 individuelle Namen?

Familie, Freunde, Menschen, Studenten, Freunde, Gruppe
Raum voller Menschen

Das liegt an der magischen Zahl 4 😉 . Wenn wir einen Raum voller Menschen betreten nehmen wir in der Regel 4 Menschen wahr. Um die Anzahl der Menschen in einem vollen Raum zu bestimmen müssen wir zählen. Bei 1, 2, 3 oder 4 Menschen in einem Raum brauchen wir nicht Zählen wir können die Anzahl derer die vor uns stehen einfach benennen.

Die Magie der Zahl vier spiegelte sich im Alten Rom übrigens nicht nur in der Namenswahl der Söhne wieder, sondern auch in der Namenswahl der Monate. So hatten die ersten vier Monate im römischen Kalender individuelle Namen:

  • Martius
  • Aprilis
  • Maius
  • Junius

Und die restlichen folgten dem oben bereits beschriebenen Zahlenmuster:

  • Quintilis
  • Sextilis
  • September
  • October
  • November
  • December
1, 2, viele

Übrigens sind die Römer mit der Beliebigkeit der Benennung der Dinge nach der Zahl 4 nicht allein. Es gibt laut unserem Autoren Gerd noch heute einige Kulturen auf dieser Welt, die zwischen den Zahlen 1 und 2 unterscheiden, danach aber jede Zahlt mit „viele“ benennen. Mit diesem Wissen im Hinterkopf finde ich, dass es unsere römischen Söhne ganz gut getroffen haben, weil sie nicht ab Nummer 5 einfach alle mit dem römischen Äquivalent „viele“ benannt wurden 😉 .

Nach diesem schönen Beitrag habe ich wirklich mal wieder Lust den Film „Nummer 5 lebt“ zu sehen, nur habe ich irgendwie das Gefühl, dass der kleine Roboter bei mir jetzt einen neuen Spitznamen abbekommt.