2.9 min readPublished On: 5. Mai 2021By Categories: Bücher, Wissen

Weißt Du was Alexithymie bedeutet?

Boa, bin ich glücklich, ich habe Wasser auf dem Mars gefunden.

Wann warst du das letzte Mal so richtig wütend? Was hat dich wütend gemacht? Was hast Du gefühlt? Und wann warst Du das letzte Mal unendlich glücklich? Wie würdest Du das Glücksgefühl beschreiben?

Das, was Du gerade getan hast, können Menschen mit Alexithymie nicht. Alexithymiker haben zwar Gefühle, erkennen diese aber nicht als solche und können sie daher auch nicht beschreiben. Wenn sie vor Angst schwitzen, nehmen sie das Schwitzen wahr, können die Ursache des Schwitzens aber nicht benennen.

Dank

Daniel Goleman: EQ. Emotionale Intelligenz

weiß ich, dass ich kein Alexithymiker bin, denn ich habe mich gerade unglaublich über den Autor gefreut, weil er in seinem Kapitel über Alexithymie etwas getan hat, was kaum ein Autor tut: Er hat den Begriff samt seinem Ursprung so erklärt, wie ich es hier immer wieder tue.

Was bedeutet Alexithymie?

Ich habe keine Worte dafür.

Dank Daniel brauchte ich nicht recherchieren, um zu erfahren, dass Alexithymie aus dem Griechischen kommt und sich aus den griechischen Worten

  • a – Mangel
  • lexis – Wort
  • thymos – Gefühl

zusammensetzt. Menschen, die an Alexithymie leiden, fehlen im wahrsten Sinne des Wortes die Worte, um Gefühle zu beschreiben. Sie sind weder in der Lage die eigenen noch die Gefühle anderer Menschen zu beschreiben.

Doch Daniel verrät uns nicht nur die Bedeutung und Herkunft des Begriffes, sondern verrät uns auch, dass der Begriff Alexithymie 1972 vom Havard-Psychiater Peter Sifneos geprägt wurde.

Fazit

Das verstehe ich nicht.

Ich weiß nicht, wie es Dir geht, aber ich weiß meistens, wie ich mich fühle und kann meine Gefühle auch in Worte fassen. Manchmal bin ich daher erstaunt, wenn jemand anderes meine Gefühle nicht nachvollziehen kann. Auf der anderen Seite gibt es auch immer wieder Momente, in denen ich die Gefühle anderer Menschen nicht verstehe, weil sie in meinen Augen übertrieben oder wenig hilfreich erscheinen und ich daher anders reagieren würde.

Bis jetzt dachte ich allerdings immer, dass jeder Mensch die Gefühle, die er empfindet, beschreiben kann. Ich dachte, es gibt Menschen, die nicht über Gefühle reden wollen, weil sie gelernt haben, dass man so etwas nicht tut. Dank Daniel weiß ich nun, dass ich mich geirrt habe. Sein Kapitel über Alexithymie hat mir wieder einmal gezeigt, dass Menschen einzigartig sind und dass es Sinn macht, uns dieser Tatsache immer bewusst zu sein.

Alexithymiker haben keine emotionale Intelligenz. Sie sind nicht etwa gefühlskalt oder durch hartes Training besonders abgebrüht, sie nehmen Gefühle einfach nicht als Gefühle wahr. An dieser Stelle grüble ich nun, welche Vorteile Alexithymiker gegenüber Menschen mit emotionaler Intelligenz haben. Menschen mit emotionaler Intelligenz werden ab und an von ihren Gefühlen überwältigt und dadurch außer Gefecht gesetzt. Ich habe Momente erlebt, in denen ich so starke Gefühle hatte, dass ich an die frische Luft musste, um nicht zu explodieren. Möglicherweise sind Alexithymiker gerade wegen ihrer fehlenden emotionalen Intelligenz großartige Verhandlungspartner, weil sie nicht Gefahr laufen, sich von ihren Gefühlen in die Irre leiten zu lassen.

Was sind Deine Ideen? In welchen Situationen wäre es in Deinen Augen eine Gabe, keine emotionale Intelligenz zu besitzen?