3 min readPublished On: 24. August 2022By Tags: , Categories: Bücher, Wissen

Weißt Du was Bourdieu’sche Kapitalsorten sind?

Wer ist der Mann?

Bevor ich

Joachim Scholtyseck: Reinhard Mohn. Ein Jahrhundertunternehmer

gelesen hatte, wusste ich nichts über Reinhard Mohn. Ich habe das Buch gelesen, weil ich wissen wollte, was dieser mir unbekannte Jahrhundertunternehmer auf die Beine gestellt hat. Seinem Biographen ist es gelungen, mir diese Frage zu beantworten. Ich weiß nun, dass Reinhard Mohn im letzten Jahrhundert den Bertelsmann Verlag groß gemacht hat.

In der Einleitung des Buches schreibt der Biograph, dass es nicht einfach ist, die Frage zu beantworten, warum Reinhard ein Jahrhundertunternehmer ist. Er schreibt, dass theoretische Fragen nach Bourdieu‘schen Kategorien, wie Kapitalsorten, bei der Antwort auf diese Frage relevant sind. Sie helfen aber nicht dabei, die Entscheidungen von Unternehmern, die letztlich ihre Lebenswege bestimmen, zu verstehen.

Was unser Autor schreibt, klingt klug und richtig. Doch da ich nicht weiß, wer Bourdieu ist, geschweige denn, was dessen Kapitalsorten sind, habe ich keine Ahnung, was unser Autor uns eigentlich sagen will. Doch mit ein wenig Glück wird das Internet uns heute das Wissen schenken, das mir fehlt.

Wer war Bourdieu?

Schau mal, so leben Menschen zusammen.

Pierre Félix Bourdieu lebte von 1930 bis 2002 und war Soziologe. Das bedeutet, er hat sich mit dem sozialen Verhalten von Menschen befasst, genauer gesagt, mit der Frage, wie Menschen zusammenleben. Der Titel seines Hauptwerkes war laut Wikipedia „Die feinen Unterschiede“. Nach meinen sehr oberflächlichen Recherchen analysiert er in seinem Buch auch., welche Bedeutung die (Aus)Bildung eines Menschen für seine gesellschaftliche Rangordnung hat.

Was sind Bourdieus Kapitalsorten?

Im Rahmen meiner Recherche habe ich auch gesehen, dass sich diese Frage sehr detailliert beantworten lässt. Doch das sprengt den Rahmen dieses Beitrages. Daher beschränke ich mich hier eine sehr oberflächliche Antwort, die auf einem einzigen Video beruht. Dieses YouTube Video verrät uns, dass es laut Bourdieu drei Kapitalsorten gibt:

  • soziales Kapital – Vitamin B(eziehungen)
  • ökonomisches Kapital – Geld oder Dinge, die in Geld konvertierbar sind
  • kulturelles Kapital – z.B. Bücher, Schulabschlüsse, Bildung, Wortwahl.

Diese Kapitalsorten sind für Bourdieu (soweit ich es verstehe) die Grundlagen gesellschaftlicher Unterschiede. Ein Mensch, der weder soziales, ökonomisches noch kulturelles Kapital besitzt, hat weniger Chancen, einmal ein Jahrhundertunternehmer zu werden als ein Mensch, der über alle drei Kapitalsorten verfügt.

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Fazit

Gehen wir nun zurück zu der Aussage unseres Biographen. Er sagt uns, dass es für eine Jahrhundertunternehmer-Biographie wichtig ist, theoretische Fragen, wie die nach dem sozialen, ökonomischen und kulturellen Kapital eines Unternehmers zu beantworten. Doch das allein reicht nicht. Denn auch die Persönlichkeit des Unternehmers ist nach Meinung unseres Biographen wichtig. Deshalb widmet unser Biograph Teile seines Buches auch Reinhards Persönlichkeit.

Eine für mich wichtige Erkenntnis der heutigen Recherche ist es, dass ich nun besser verstehe, warum theoretische Chancengleichheit nicht automatisch reale Chancengleichheit ist. Ein kostenloses Studium ist hilfreich, damit mehr Menschen studieren können. Dennoch wird es einem Soziologiestudenten, der in seinem Bekanntenkreis jemanden hat, der mit ihm über Bourdieu sprechen kann, viel leichter fallen, ein Studium zu absolvieren als einem Studenten, der sich Bourdieu nur anhand von Büchern und Internet erarbeiten kann.

An dieser Stelle bin ich neugierig: Glaubst Du, dass es möglich ist, echte Chancengleichheit zu ermöglichen? Kennst Du Bereiche, in denen echte Chancengleichheit herrscht?